1.24 Zu beten ist lieben und heilen gleichzeitig

 

BETENDER RUF

 

Und Beten steht bereit, für … Kampferprobte, Deprimierte, Ärgerliche, Zufriedene,  Glückliche, Unglückliche, Verfolgte, Eingesperrte, Freigegebene…

Unter jedwedem Umstand steht der Betende Ruf bereit, er steht bereit, um sich neu anzupassen, um zu überdenken, neu zu konzipieren, um aufzuklären...

Er ist wie der Zauberstab, der dafür da ist, um das Unrecht jedweder Situation aufzulösen.

 

Zu beten ist lieben und heilen gleichzeitig, indem man in dem Wesen die Potentiale erzeugt, die es „würdig” macht, die es in die Position der Bescheidenheit, in das Unvorhergesehene und das Notwendige platziert. Zu beten ist lieben und gleichzeitig heilen, indem man in dem Wesen die Potentiale erzeugt, die es „würdig” machen, die es in die Position der Bescheidenheit, in das Unvorhergesehene und das Notwendige platzieren.

 

Zu beten ist kein Trost für Unfähigkeiten, es ist ein Trost der Ressourcen. Es ist nicht das Bollwerk vom Greisenalter; es ist die fortwährende Renovierung von Klarheiten.

Es wurde häufig als „Refugium” dargestellt, aber es ist die Hilfe, es ist die Unterstützung und die Befreiung.

Ja. Gewiss ist, dass wenn sich das Wesen des Gebets als ein Gebot bemächtigt, eine Norm, ein Zwang, eine Wiederholung, auf der Suche nach einer konkreten Position, dann verwandelt sich das Gebet in... Erstens hört es auf Gebet zu sein. Und zweitens verwandelt es sich in eine hedonistische Propaganda, die Huldigung, Ehre, Verbeugung, gehorsam verlangt.

 

Das Gebet bittet weder noch zwingt es auf.

Das Gebet zeigt und... gibt.

 

Und in Übereinstimmung mit unseren Beschaffenheiten fördert es zur Harmonie, zum Gleichgewicht, zur Ruhe, zur Gelassenheit, zum Enthusiasmus, zum Mut, zur Ehre.

Aber ohne Galubensbekenntnis!

Der Betende Ruf gehört keinerlei Kredo, keinerlei Institution, keinerlei Gemeinschaft an, einer… Nein!

Es ist die befreiende Feinabstimmung, die das Schöpfer Mysterium den Wesen anbietet, allen Wesen.

Es entdeckt uns in unseren Nöten und von ihnen aus –ausgehend von diesen Nöten- errettet es uns hin zu Schönheiten, hin zu Künsten.

 

Der Betende Ruf zeigt nicht mit dem Finger, um zu strafen, noch ist er ein Entdecker von Sünden.

 

Das Leben ist eine makellose Kreation… in einem transzendenten Verlauf… in einer permanenten Evolution.

Die Spezies Leben ist ein Ereignis, das keinerlei Rahmen unterliegt, sondern das uns eine konstante Überraschung zeigt. Und wenn wir uns dem öffnen überrascht zu sein, dann entdecken wir uns als ungewöhnlich, einzigartig, einzig. Und wir sehen in den anderen ihre Einzigartigkeit, ihre Einmaligkeit. Und gleichzeitig -simultan- fühlen wir uns verschmolzen und permanent voneinander abhängig und bedürftig.

 

Und mit all dem stellen wir uns bereit zu kontemplieren, zu meditieren, zusammenzuleben … auf neugierige Weise. Aber diese aufrichtige Neugier. Nicht die der Spionage, sondern die zu entdecken und zu lernen.

 

Und in dem Maße, wie wir lernen, finden wir uns auf solidarischen Wegen. Wir unterscheiden uns von der doktrinären Sklaverei.

Und wir werden … wirklich zu … Luft. Luft von Hauch. Luft von Seufzern, die sich anbietet, und die die schöpferische Wärme aufsammelt.

 

(4 Min. der Stille)

 

Wir als Lebendmaterie sind uns selbst unterworfen. Die Wesen haben eine Präponderanz angenommen, um ihre Kriterien aufzuzwingen, die einen den anderen.

Wir befinden uns in Momenten der erzwungenen Einhaltung … mit dem Anschein von Freiheiten.

Wir werden von anderen gezwungen -genauso wie wir es tun- die sich das Recht zu eigen gemacht haben anzuordnen, zu befehlen und sich als Machthaber in Schulen, Ambulanzen, Bussen… in den endlosen Schlangen der Schlangen, der Listen, des Wartens zu etablieren.

Die Menschheit hat sich zum Flüchtling erklärt. Und als Menschheit hat sie uns -je nachdem- zu „Auswanderern“, „Einwanderern”, zu „Legalen”, zu „Illegalen“ deklariert...

Und so wurde nach und nach ein Dasein der unterwürfigen Verpflichtung im Dienste der Macht geschaffen –was Betrug ist-, der Gewalt –die blamabel ist.

Und es ist dieses widerspenstige Zusammenleben entstanden. Aber eine Widerspenstigkeit, die darauf aus ist, eine Gewalt durch eine andere, eine Macht durch eine andere zu ersetzen.

 

Und der Betende muss ein Zeugnis ablegen, eine Position, eine Situation… in der er sich als befreit präsentiert, in der er sich als aus der Schöpfung stammend zeigt..., in der er weder Rechte fordert, noch Anschuldigungen anführt, noch Verteidigungen aufstellt, die so aggressiv oder noch mehr sind, als die auferlegten Verpflichtungen.

 

 

Wenn beten Gesundheit und permanente Liebe ist, dann müssen wir angesichts der Bedrohung durch Zwänge wachsam sein. Und uns zumindest bewusst sein... und nicht in die obligate Normalität, in die aufgezwungene Institutionalität verfallen.

Der Betende Ruf ist ursprünglich, innovativ und bereit -so wie wir es am Anfang gehört haben-, er ist verfügbar. Und er erlaubt uns ohne Beleidigung zu sprechen, Sinne und Positionen, ohne Kampf anzuführen.

 

Zu bemerken, dass aus der Tatsache heraus zu leben, sich in der Lebend Spezies zu befinden, einer Empfindung anzugehören, dass jedweder Anspruch oder jedwede Forderung aus der Tatsache „unseres Lebens“ heraus, eine Beleidigung ist.

 

Und es sind zum Beispiel- die obligaten Weihnachtsfeierlichkeiten gekommen … pünktlich…, jene, die beabsichtigen –das schon-, uns gütig zu machen, um dann später genauso oder schlimmer weiterzumachen. Jene Bewegungen, die beabsichtigen, uns ein solidarisches Treffen zu zeigen, das so oft blutig ist…(!), weil man sich aus Zwang, wegen eines Erlasses, wegen einer Auferlegung einfindet. Man findet sich nicht aus Notwendigkeit, aus Zuneigung,  aus dringend notwendigem Dienst ein, nein.

 

Und innerhalb dieses Gewirrs, sollte man sich, wenn es darum geht sich zu bewegen und zu handeln, zumindest bezeugen, sich zumindest als das zeigen, was man ist, wie man denkt, wie es einem geht.

Zumindest ein gewisses Maß an identitätsbeweis, an Aufrichtigkeit.

Ohne Gewinn von der obligatorische Einhaltung profitieren –„ohne Gewinn von der obligatorischen Einhaltung profitieren“-, um uns transparent zu machen, damit wir uns alle anders sehen! Und gleichzeitig zeigen sich die Umgebungen unterschiedlich und auch sie erleichtern ihre Obligationen.

 

(3 Min. der Stille)

 

Die Schöpfung erwartet uns mit einer permanenten Illusion.

„Sie erwartet uns, die Schöpfung, mit einer permanenten Illusion.” Und ein Beispiel dafür ist unsere Anwesenheit, unsere Ressourcen, unsere Möglichkeiten.

Stimmt es etwa folglich nicht, dass wir uns darin und in dem, was wir sind, zeigen müssen, in dem, was wir fühlen und wohin wir gehen? Und so etablieren wir unseren Respekt. Die zynische Antwort verwerfen, die andere erwarten, dass wir sie aussprechen.

 

Und in dem Maße, in dem wir überrascht sind, werden auch die anderen ihre Überraschungen geben. Und wir werden uns als das treffen können, was wir sind, nicht als der Anschein, der zwingt; jener, der fordert und aufzwingt und sich später beklagt. Und der an diesen Teufelskreis der sogenannten Rufe und Treffen glaubt, um dann die Nase voll davon zu haben und zumindest mit Unbehagen und in vielen Fällen mit Groll und Meinungsverschiedenheiten auseinanderzugehen.

 

Wir sollten die Scham ablegen und unsere Neigungen klären…, um so unsere Präsenz unter dem befreienden Sinn aufrecht zu erhalten: jener, die uns das Gebet zeigt.

 

(3 Min. der Stille)

 

SIE rufen uns, SIE rufen an den Toren der Klarheit, und wir haben die Schlüssel, welche sie öffnen.

Jene betenden Schlüssel, die uns hin zur Richtung orientieren, die uns von der Angst befreien, von dem, was weit über dieses Tor hinausgeht

Der Schlüssel ist immer bei uns.

Und man muss sich trauen, ihn zu benutzen.

Wenn nicht, dann wir das Tor für immer verschlossen bleiben.

 

 

 

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