3.24 Die fortschreitende Klarheit des Bewusstseins

 

BETENDER RUF

 

Der Betende Ruf weist uns auf die Notwendigkeit einer fortschreitenden Klarheit unseres Bewusstseins hin.

 

In einer menschlichen Gemeinschaft, die von Ansprachen, Wettbewerben, Gewinnen, Triumpfen, Misserfolgen bevölkert ist ..., ist es leicht, dass der Eifer des Bewusstseins, wenn sich dieses aufklärt, das Dunkle, das Dramatische, das Inadäquate in Augenschein bringt, welches dann die Beschwerde und die Wut angesichts jedweder Übermäßigkeit oder jedweder … „offensichtlichen” Übertretung, gemäß der geltenden Normen, hochhält.

 

Dieses Verhalten der Beschwerde, der Kritik, der Enttäuschung, wenn es groß wird -was für gewöhnlich geschieht-, lässt die Klarheit des eigenen Bewusstseins bei Seite. Es widmet sich ganz der Debatte „kontra”, „anti” ...

Eine Debatte, auf die andererseits durch eine Umgebung, durch das Ambiente, das Gesetz, die Norm, die Angewohnheit geantwortet wird ... und die nicht vorankommt. Es gibt kleine Beispiele oder Ausnahmen, aber die etablierte Macht mit ihren Normen, ihren Gesetzen, ihren Gewohnheiten, ihrer Wirtschaft, ihrer Religiosität, ihrer Vernunft ist enorm mächtig.

Im Laufe ihrer bekannten Laufbahn –global gesprochen- hat man es sowohl von innen wie von außen rein theoretisch versucht und man ist dabei gelandet, in den sogenannten „Revolutionen“ oder „Protesten“ oder... gefräßig zu werden nach dieser Macht, diesem Establishment.

 

Und vom Gesichtspunkt der Proportionen aus, bildet diese Macht (span.: ‚poder‘) welche -im Allgemeinen gesprochen- Potenzen oder Potenziale sind, die sich vereinen             -religiöse, politische, spirituelle, wirtschaftliche, sittenmäßige- und die ein Konglomerat bilden, so wie ein schwarzes Brett, dass etabliert, was das Gute, was das Schlechte, das Reguläre ist, was verurteilt, was verfolgt, diese Macht ist konkret eine Minderheit.

Aber es geschieht, dass ihr Potential auf das Bewusstsein der menschlichen Gemeinschaft enorm ist. Und die Mehrheit –aufgrund ihrer Unkultur, wegen ihrer Armut, wegen ihrer Bequemlichkeit- befolgt letztlich die Norm, das Gesetz, die Gewohnheit, weil … sie Sicherheit, Stabilität, Wohlstand verspricht. Und wenn du dich anstrengst und hart arbeitest -hart(!)- dann könntest du glücklich werden.

Das ist ein Muster, das sich ausgebreitet hat. Ich betone das, sie gehört einer Minderheit an, aber sie hat in ihrer Macht die Produktionsmittel, die Lagermittel, die Gewaltmittel, die Wissensmittel, die technologischen Mittel.

Es haben sich so viele Teilchen konzentriert, die einen Lebensstil geschaffen haben. Und dieser Stil erlaubt nicht die fortschreitende Klarheit des Bewusstseins. Es ist noch mehr. Dieser Lebensstil versucht, dass das Bewusstsein des Wesens wie ein Kaninchen sein soll, das hinter einer Mohrrübe hinterherläuft: Es sieht diese so nah... Aber sie ist ein Köder, damit es hinter ihr herläuft, und nie wird es sie erreichen.

 

Die kaskadenförmige Macht eines Models, eines Lebensstils -so wie ein Tsunami, der mitreißt- erstreckt sich über alle Ebenen der menschlichen Konfiguration.

Und deshalb erzeugt das Süchte, nämlich mir ein Haus zu kaufen, eine Pepsi Cola, einmal im Jahr zu reisen, Tourismus zu machen, Fast Food zu konsumieren, das -in Anführungsstrichen- „leichte” Leben ...; der Konsum und Konsum, die Beleidigung als Beziehungsmethode, die ständige und kontinuierliche Spionage, die Strafanzeige unter den einen und anderen...

 

Folglich ist es leicht nicht zu bemerken, dass die Verhaltensweisen -hey(!), im Allgemeinen - die Kritik, die Rebellion nicht zur Klarheit unseres Bewusstseins beitragen, weil sie nicht die Muster verändern -von Ausnahmen abgesehen- … sie modifizieren nicht die Muster des Zusammenlebens.

Der ‚Ichismus’ stellt sich kraftvoll ein. Das Eigentum wir heftig debattiert und ist fast ein universelles Gesetz.

Ja, man spricht sogar von „universellen Gesetzen”, so als bräuchte das Universum Gesetze. Unglaublich!

Es ist so, als würde man sagen, dass sich die menschliche Gemeinschaft in ihrer mächtigen Minderheit des Universums bemächtigt hätte.

Sieh mal einer an! So viel Kraft (span.: ‚poder‘) hat sie?

In den letzten Generationen -hey(!), den letzten- ist es offensichtlich, dass es so ist. Und sie (die Macht) nimmt mit dem Übergang zu den neuen (Generationen) zu, die nachahmen, die folgen.

Der Betende Ruf macht uns auf diese Position aufmerksam, dass, obwohl wir das Kriterium, die Observanz, die Charakteristika dessen, was geschieht, dessen, was ist, dessen wie es ist, haben müssen, ja, aber wir sollten die Klarheit unseres fortschreitenden Bewusstseins bevorzugen –„bevorzugen”- die Klarheit unseres fortschreitenden Bewusstseins, welches die Entwicklung unserer Gaben ist, welches die Solidarität unseres Zusammenlebens ist, welches die Klarheit unserer Worte ist, welches die Position des Gleichgewichts ist, welches das Begreifen ist, welches die Güte ist, welches die dienliche Position ist, welches die solidarische Hilfe ist … und viele weitere Rubriken, die jeder in irgendeiner Weise kennt, zumindest erahnt.

Man sollte nicht auf die Angebote warten. Wir sollten unsere idealistischen, gefühlvollen Ressourcen erzeugen, jene, welche uns eine klare Vision unserer Positionen, unserer Dispositionen geben, um … gesegnet zu sein, um selig zu sein, um Zeugen unserer Präsenz zu sein.

Wir sind gekommen, um zu bezeugen. Wir sind gekommen -weil SIE uns hierhergebracht haben, um unsere transparente Beschaffenheit zu bezeugen.

Und diese Bezeugung ist selbstverständlich von jedem einzelnen Wesen, welches seine Intimität hat, welches weiß zu respektieren, welche nicht die Einmischung fördert, sondern sich für die Befreiung bereithält.

 

Und in diesem Respekt der Intimitäten versteht es, unterschiedliche Meinungen zu teilen. Unterschiedliche Meinungen „teilen”, unterschiedliche Gesichtspunkte. Aber man weiß … –in dieser Bezeugung- man weiß, dass es eine Verbindung zwischen den Beschaffenheiten der Menschheit gibt, auch wenn sie über unterschiedliche Positionen verfügen.

Und das erlaubt es uns, einander zu bewundern.

 

Und mit dieser respektvollen, bewundernden Intimität können wir solidarisch klare Projekte des Bewusstseins teilen, die sich erweitern …, suchen nach neuen Strahlen, welche die Wege erleuchten.

 

Immer wissend -klar-, dass jene bedrückende Minderheit da ist, die uns bewacht, die uns kontrolliert, die uns klassifiziert, die uns verurteilt.

 

Die Dunkelheit -so wie die dunkle Materie und die dunkle Energie- findet das sichtbare Licht anziehend und sympathisch. Sie greift es nicht an. Umgekehrt: ohne sie könnte es kein sichtbares Licht geben.

Sie ist der Stille ähnlich, welche nicht das Wort bekämpft. Genau umgekehrt, sie bereitet die Bühne vor, damit das Wort unterbricht.

 

Wenn sich das Universum folglich so präsentiert, macht jedwedes Modell, welches der Machtmensch hier ausübt, aus der Dunkelheit eine Unterdrückung, eine Subtraktion, eine Herrschaft, eine Kontrolle, während die Klarheit darüber debattiert, ob sie existieren könnte oder nicht. Und für Momente kann die Verzweiflung zur Vernachlässigung führen, zur Vernachlässigung unserer bezeugenden Präsenz.

Und das geschieht, weil wir uns sehr oft an diesem dominierenden, imperativen Model angesteckt haben, und wenn wir sehen, dass wir ihm nicht gleich oder ähnlich sind, taucht die Mutlosigkeit auf, und die Verzweiflung, weil wir nicht das ersehnte Privileg erreicht haben … und das bewirkt offensichtlich, dass die Mehrzahl auf ihren kreativen Raum verzichtet, auf ihre Klarheit verzichtet, für die Befehle, welche diese mächtige Minderheit in ihren Gesetzen, in ihren Normen, in ihren Stellungnahmen, in ihren Urteilen, in ihren Bedrohungen etabliert.

 

Als betende Zeugen des „Betenden Rufs” müssen wir unsere fortschreitende Position der Klarheit in Evolution fordern; unsere Position der Zugehörigkeit zum Universum, die nicht von der partikulären Macht (span.: ‚poder‘) abhängt, noch nicht einmal von der eigenen Kraft(!) (span.: ‚poder‘), die schon wie eine Norm ist, die ein großes, kontaminierendes Element ist. Die Macht (span.: ‚poder‘), die jeder einzelne hat. Eitelkeiten!

SIE haben uns nicht hierhergebracht, um zu können (span.: ‚poder‘), SIE haben uns hierhergebracht, um zu dienen.

Um als Zeugnis der Größe der Schöpfung, des Schöpfer Mysteriums zu dienen.

Und das ist der Schutz, den wir haben. Der über uns schwebt. Es ist nicht der politische, wirtschaftliche, gerichtliche Schutz. Nein. Aber ja, klar, wir müssen das berücksichtigen. Wir interagieren in einer Evolution der Menschheit. Klar, dass wir es berücksichtigen!

Aber welche ist die Position und das Verhalten, welches das Wesen angesichts dessen hat? Welches ist der inspirierende, bekennende Idealismus, den jeder einzelne auf der Basis der Inspiration, die jedes Wesen durch seine Herkunft hat.

Das ist prioritär. Das ist die Essenz unseres Wesens. Das bringt uns dazu, einzigartig, unwiederholbar, einzig zu sein.

Es gibt keine größere Garantie als die, die man mit dem Bewusstsein hat, sich … aus dem Schöpfer Mysterium transzendiert, immanent und von dort herkommend zu wissen.

 

(4 Min. der Stille)

 

Diese mächtige Minderheit hat sich eines überlieferten Bewusstseins bedient, demzufolge uns das Schöpfer Mysterium verfolgt, uns bestraft.

Und „die Angst”, die Angst wurde zum Gipfel der ersten Machtaktion. Und so taucht die Angst auf, sich auszudrücken, sich zu zeigen, zu sagen, zu haben, Angst … vor jedweder Situation, die nicht die etablierte, die aufgezwungene, die durch die Herrschaft erzeugte ist.

 

Und bis zu einem gewissen Grad –schauen Sie genau hin- bis zu einem gewissen Grad, ersetzt diese allgemeine Macht (span.: ‚poder‘) -religiöse, politische, wirtschaftliche, etc.- die antike Idee, dass Gott mit Dürren, mit Unwettern, mit Überschwemmungen bestraft… Ein Verfolger von Verhaltensweisen! Er strafte uns mit Krankheiten, mit Plagen…

Es ist die gleiche Strömung: der große Besetzer –Macht- nimmt die göttlichen Positionen an, und das Wesen in seinem epigenetischen Erbe von so vielen Jahrhunderten der Konditionierungen kann leicht in diese Tendenz verfallen. Und die Angst lässt es lügen, und die Angst lässt es verheimlichen, und die Angst lässt es betrügen, und die Angst macht es korrupt. Die Angst …

 

Wenn unsere Referenz das Schöpfer Mysterium ist und wir bezeugende Zeugen sind, dann bezeugen wir(!) aufgrund unserer Herkunft, aufgrund dieses Tagesanbruchs (span.: ‚amanecer‘)…

Denn wir werden geboren (span.: ‚nacemos’) durch die Liebe des Schöpfer Mysteriums. SIE lieben uns nicht mit der Dosis der Angst, mit der Warnung der Strafe. SIE lieben uns mit dem Wohlwollen, mit der Großzügigkeit, mit der Barmherzigkeit, mit dem Schutz, mit der Hilfe, mit dem Beistand.

 

Die Strafe, oder irgendeine Strafe, wäre … -auch wenn es sehr einfach scheint, war es nicht so, klar- wäre wie ein unendlicher Widerspruch, dass das Schöpfer Mysterium sich straft oder sein Werk straft, oder sehen würde, dass es fehlerhaft oder mangelhaft ist, oder dass es (sein Werk) einen freien Wille hätte, um mit den Erlässen der Schöpfung zu kämpfen.

Klar, aber so hat es uns die Macht (span.: ‚poder’) vermittelt, um uns in irgendeinem Maße mächtig zu fühlen und mit unserem freien Willen, jedwede Offensichtlichkeit herausfordern zu können, die wir in unserem Leben akzeptiert und entwickelt hätten. Wir unterlassen das, wegen … der Norm, der Umgebung, der Anordnung, der Strafe, der Angst.

 

 

Es wird Zeit… fortschreitend, evolutiv zu klären, aufzuklären.

Es ist nicht notwendig, Plakate auszuhängen oder Bekanntgaben zu machen.

Es ist das Dasein.

 

Man muss wach sein, ja. Denn wenn man nicht wach ist, ist es schwer, dass die Helligkeit unsere Augenlider öffnet.

Und wach zu sein bringt mit sich zu horchen, das Verhalten, die Position, die Wachsamkeit, die Aufmerksamkeit.

 

„Betender Ruf”: Ein Ruf hin zu unserem Bewusstsein, damit wir unsere Natur beachten, damit wir nicht in unserem Bewusstsein schlafen.

Und aus ihm –aus unserem Bewusstsein- einen… kreativen, neuheitlichen, überraschenden, bewundernswerten Glanz in dem Außerordentlichen und in dem Ausnehmenden zu machen.

 

 

 

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