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BETENDER RUF


 

 

(5 Minuten der Stille)

 

Es ist für gewöhnlich die Zeit der Versprechen. Es ist auch unweigerlich die Zeit des Nachdenkens, der Ruhe, des Überdenkens, der Auswertung…

Es kulminiert ein Rhythmus und es erzeugt sich nach und nach die Manifestierung eines anderen.

Und der Betende Sinn ruft uns dahin, dass jeder Einzelne diese Versprechen in der Ehrlichkeit des Wesens entdeckt, die für jeden Einzelnen notwendig sind und gleichzeitig sehr notwendig sind für die Umgebung. Versprechen, die manchmal nötig sein können, aber andere Male nicht.

Jeder Einzelne ist der anonyme Hauptdarsteller von anonymen Antworten, die unsere Variablen, unsere Verhaltensweisen, unsere Positionen, unsere Ausdrucksweisen auffangen…

Und dieses anonyme Zuhören ist jedem Einzelnen von uns ähnlich, der seinerseits Versprechen aussendet.

Alles zusammen eine Welt von Seifenblasen. Einige vereinen sich mit anderen und bilden große Seifenblasen. Andere… manifestieren sich kaum und sie lösen sich auf, sie gedeihen nicht.

 

Es ist auch zutreffend, dass für gewöhnlich vielzählige Versprechen die sind… –die  tatsächlich alte oder nicht erfüllte Aufträge oder nicht beachtete Pflichten sind- die übereilt Hilfe in dem neuen Rhythmus suchen. Aber aufgepasst(!), der neue Rhythmus bringt seine neuen Forderungen mit sich.

Und was wird man tun? Kann man es mit allem aufnehmen? Mit den neuen Innovationen und mit den nicht erfüllten Hoffnungen, Illusionen, Phantasien?

Und es ereignet sich manchmal, dass das noch zu Erledigende mit dem Dringenden eines jeden Tages, des neuen Tagesanbruchs  vermischt wird und das Wesen schwankt für Momente, weil… es sich manchmal als Hindernis fühlt und andere Mal enthusiastisch wegen des Neuen ist, was zu tun ist.

 

Die betende Anregung ist die, dass wir so leicht beladen wie möglich gehen: Ohne Hindernisse der Vergangenheit, ohne Last von Verfalldaten.

Klar! Es stimmt, dass das Wesen in diesen Tagen auch übereilig ist und das lösen will, was es nicht jeden Tag erledigt hat.

Nein! Die Hast ist nicht die beste Form runterzukommen… Und ja, es ist möglich sich in dem Verstrichenen einzufinden, in dem, was in der Erinnerung lebendig ist und aus all dem eine angemessene (span. ‚de-bida[1]) Position von dem zu erretten, was „man soll” (span. ‚lo que se debe‘)… und dem, was Leben ist (span. ‚lo que es vida’). Und das wird dann sicherlich… –wenn man Eifer da reinlegt- ein Verhalten, ein Wort, eine Veränderung einer Gewohnheit, einer Möglichkeit der Sicherheit sein, dass man es tun wird. Und vom Betenden Sinn aus eine heitere Ruhe und ein leidenschaftlicher Eifer…, dass man uns Dieses oder Jenes nicht vorhalten wird, wenn wir alles in einer kleinen… –alles ist klein- in einer kleinen Antwort aufgesammelt haben.

 

Das Vertrauen in das Schöpferische macht uns zu Fähigen, bewirkt, dass wir in dieses Mysterium Vertrauen haben. Und mit dieser keinen-großen-Entschlossenheit von allem noch zu Erledigenden in einer Position können wir es wagen, Versprechen angesichts… –in diesem Fall- angesichts des Beistands, der Hilfe, der schöpfenden Pflege in Bezug darauf anzuregen, zu innovieren und neue Innovationen in Gang zu bringen.

 

Wenn wir aber mit dem noch zu Erledigenden beladen gehen und wir keine ausreichende Leichtigkeit haben, dann werden es vergebliche Versprechen sein, die keine… die keine Antwort darauf geben, um was man uns bittet.

 

Wir wohnen in einem unbekannten Universum. Wir schnappen gerade mal etwas sichtbares Licht auf, spärlich… an einem Ort des Universums ohne Bezugspunkt, der sich ausdehnt…, der sich zu entfernen scheint und sich gleichzeitig an die Unendlichkeit anzunähern scheint, wenn man sich denn dann an die Unendlichkeit annähern kann.

Und in diesem Dasein befinden wir uns niemals an demselben Ort. Und außerdem erfindet er sich immer wieder neu, weil jedes Mal, wenn sich das Universum ausdehnt, was permanent ist, werden neue Räume geschaffen. Und da sind wir. Wir müssen danach streben zu fühlen, dass wir dort sind(!)... und die Mittel von hier suchen… die es uns erlauben, uns als „Universum” zu fühlen.

Wenn wir dieses Streben als Nährboden gegenwärtig haben, dann wird die Innovation häufig stattfinden. Ja, denn wir bewegen uns unweigerlich, sie verschieben uns, sie platzieren uns an einen anderen Ort, „Pfad von“. Wenn wir uns dessen bewusst sind… dann bleibt uns offensichtlich nichts anderes übrig als zu innovieren. Und noch nicht einmal willentlich(!), wenn man sich in dieser Frequenz befindet. Später dann geben wir den Willen und die Utensilien dazu, um es in Gang zu bringen. Klar!

So können wir verstehen, dass die Schöpfung mit einem Design der Vorschläge ausgestattet ist, um diese Neuheiten…, diese Improvisationen…, diese Eindrücke der Verrücktheit zu fördern…

Dieses Innovieren, welches das Gewebe der Erfahrungen des Gelebten, des Gefühlten, des Entdeckten nicht gering schätzt, sondern welches alles aufsammelt und das alles präsentiert… neu! Es recycelt nicht, nein. Es regeneriert, es stellt sich wieder her…!

 

Jedes Wesen hat in seiner Intimität oder in seiner Gemeinschaft, in seinem Zusammenleben, in seinem Teilen die Wahrnehmung zu erkennen… jedes Wesen kann ehrlich und aufrichtig wissen und es weiß es, was es benötigt, was es tun soll, was seine Berufung fordert, was es fühlt, dass es tun… fördern soll, wie es handeln oder Dasein soll.

Es weiß auch… –auch, weil das Leben sozial ist- es weiß auch um die Notwendigkeiten der anderen.

Und es kennt auch –drittens- Strategien oder Art und Weisen an diesen Notwendigkeiten der anderen teilzunehmen.

Sodass es drei Facetten in jedem Versprechen gibt: Das Versprechen sich selbst gegenüber, das Versprechen angesichts dem zu entdecken, was andere benötigen und das Versprechen in diesem dringend notwendigen miteinander teilen, welches die Menschheit benötigt, teilzunehmen.

 

Die Funktion des Lebens ist nicht zu sagen: „It’s not my problem”, es ist nicht mein Problem.

Doch(!), es ist Dein Problem. Und in dem Maße wie es das ist, fühle ich mich Leben, fühle ich mich Welt, fühle ich mich Planet, fühle ich mich Galaxie, fühle ich mich Universum. Umgekehrt, in dem Maße wie es nicht mein Problem ist, fühle ich mich zurückhaltend, fühle ich mich verborgen, fühle ich mich schuldig, fühle ich mich eigenartig. Ich verurteile und verurteile und verurteile…(!) was mich umgibt, weil es nicht mein Problem ist. Oder ich ignoriere es oder ich ignoriere es, oder ich ignoriere es, weil es nicht mein Problem ist. Aber so, „da es nicht mein Problem ist” wirke ich daran mit, dass das Problem schlimmer wird.

Wenn Du umgekehrt Deine Teilhabe annimmst –ohne sich darum zu kümmern, ob andere es tun oder nicht(!), ohne zu fordern, dass die Übrigen es tun oder nicht(!)- bist Du als Leben eine teilnehmende Einheit des Universums.

„Du bist als Leben eine teilnehmende Einheit des Universums.“ Es nimmt an seinem Weg teil! Das wird Dein Bewusstsein als Schöpfung erwecken und aufrechterhalten. Es wird Dich angesichts eines ewigen Aktes der Liebe devot machen(!)... und es wird Dich nicht zu einem/einer „Spröden” machen, die jedwede Verpflichtung oder jedwede Teilhabe vermeidet, „für den Fall, dass nicht…”, „um zu garantieren, dass…”

 

(2 Minuten der Stille)

 

Zu leben ist der Ruf zu einem Fest der Zufriedenheiten, die uns zu einer Unmenge an Ewigkeiten bringt.

Und man könnte das für einfache Worte halten(!), aber die Worte sind Produkte der Schöpfungen. Nicht ein einziges Wort(!), nicht ein einziger Klang(!)... ist aufgrund der Spekulation eines Denkens, eines menschlichen Denkens entstanden. Sie sind durch die schöpferische Inspiration aufgetaucht.

Und der Verstand in seiner Vorherrschaft kann uns sagen: „Ah! Wie naiv! Was für ein naiver Vorschlag hin zum Unendlichen zu gehen! Auch wenn… es wahr wäre, scheint es weit weg und unerreichbar.“

Aber der Anspruch ist nicht anzukommen –weil man beim Unendlichen nicht ankommt. Der Anspruch ist zu gehen. Zu gehen. Es bedeutet… in dem Wohlgefühl anzukommen, mich in einer ungewöhnlichen Art und Weise als „Universum” zu fühlen,  in einer ungewöhnlichen Art und Weise als das, was „Leben” genannt wird. Welches uns gegeben wird.

Und als Gabe, welche es ist, müssen wir es pflegen, müssen wir es in die genau richtige Dimension platzieren. Wir können es nicht links liegen lassen in einer Straße, in einer Wohnung, bei einer Arbeit! Nein!

 

Das Unsichtbare unseres Bewusstseins, unserer kognitiven Fähigkeit –das Unsichtbare, weil es unsichtbar ist-, ist die wirkliche Natur des Wesens. Und deswegen ist es Flug, ist es Luft, es ist…Nichts!

Es trifft zu, es stimmt, dass es Knochen, Faszien, Aponeurosen, Organe, Fingernägel und Zähne gibt und dass sie eine besondere Konstitution annehmen, die „Materie” genannt wird, aber es handelt sich dabei um eine Konkretisierung dieses Bewusstseins.

In Wirklichkeit existiert nur das Bewusstsein –obwohl wir nicht wissen, was die Existenz ist.

Und in einem bestimmten Moment des Rhythmus dieses Verstreichens in dem Ewigen, in dem Unendlichen nimmt man eine Konfiguration an, richtig(?): Als Junge, als Mädchen, als Hund, als Katze… Aber es ist das Unsichtbare, das fliegt, das getragen wird, das geht, das befördert(!): unser Bewusstsein zu sein, unseren Sinn zu lieben, unsere unvermeidliche Anziehung für das Leben, um es zu leben (!):

Ach! Darin muss man sich befinden. Das ist unser Dasein! Und so können wir bemerken, wie sie uns tragen und in welcher Schwindel erregender Geschwindigkeit, ohne Schwindel zu empfinden, vielmehr Wohlgefühl, vielmehr Würde.

 

Ja! Als wir diesen Satz des christlichen Odems hörten: „Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter meinem Dach– als Struktur, als Materialität-, aber ein Wort       –eins, als Versprechen, eins- von Dir genügt, um zu heilen.”

Und was bringt heilen mit sich?

Das Bewusstsein zu erlangen. Zu bewirken, dass das Bewusstsein sich erholt. Bewirken, dass die Vitalität zunimmt.

Das kann man nicht berühren. Das ist flüchtig.

Ein Wort. Ein Versprechen…

Aber ohne in die Versuchung der Materialität zu verfallen –die etwas Anderes zu sein scheint und dabei ist sie dasselbe, konfiguriert in anderer Art und Weise.

Und so ist jedes Versprechen (span. „pro-mesa”)… etwas, was man auf den Tisch legt (span. ‚poner encima de la mesa‘), aber man sieht es nicht, es scheint, als ob es nicht da wäre. Aber ohne uns an den Tisch anzunähern und uns auf ihm abzustützen fühlen wir, dass es da ist.

Und das wird uns die Ruhe geben, es wird uns die Nahrung geben, es wird uns die Pause geben, es wird uns das Studium geben, es wird uns das geben… was ein Tisch bereit ist zu geben.

 

Ja, ja, ja! Das Erbarmen der Schöpfung überflutet uns tatsächlich. Weil es da ist. Es ist da, aber wir müssen es anrufen… um es zu fühlen! Und damit ergibt sich Kraft, um uns die Schuldgefühle zu nehmen… und um sich sauber zu fühlen, wundersamer Weise akzeptierbar, so wie eine Feder in den Flügeln eines Vogels. So wie eine Feder, die weiß, zu wissen scheint –oder bringt es ihr der Wind bei?-… zu wissen scheint, wie sie sich wie ein einem seidenen Faden vom Gefieder lösen muss, damit die Luft eindringen und einen Strudel bilden kann und… und mit ein paar Flügelschlägen beginnt der Flug.

Ach!...

 

 

***



[1]    Die Phonetik von ‚de-bida‘ ist so ähnlich wie ‚de-vida‘. Hier ist gemeint, dass es eine Position des Leben (de-vida) sein muss