Was habe ich aus mir gemacht?

 

BETENDER RUF

 

(4:30 Minuten der Stille)

 

Die Menschheit durchquert bewusst einen delikaten Moment. Das, was man denken könnte, nämlich dass „wegen der Evolution” das Bewusstsein ausreichend erweitert wird, um nach einer geteilten, globalen, generalisierten Zufriedenheit zu streben, ist nicht so.

Zweifellos gibt es zahllose Schichten, Gruppen, Untergruppen… mit verschiedenen Bewusstseinseinstufungen. Allerdings gibt es in ihnen allen unter dem betenden Gesichtspunkt einen gemeinsamen Nenner.

In jedem einzelnen dieser Bewusstseinsräume reicht eine subtile Erinnerung oder ein Wunsch oder ein Bild aus… -subtil(!)-, um einen manchmal spektakulären Umschwung bezüglich unseres Daseins, unseres Wesens, unseres Fühlens zu machen …

Eine subtile Erinnerung kann unser Gemüt modifizieren und es mürrisch oder niedergeschlagen machen… oder...

Ist der Grad der Unreife des Bewusstseins heutzutage so?

 

Und dem schließt sich ein anderer Faktor an, der in jeder Gruppe oder Subgruppe mit seiner Besonderheit auch gemeinschaftlich ist und das ist… das zunehmend gleichgültige Bewusstsein.

Die Sorgfalt, die man jetzt zum Beispiel „weltweit” fordert, um das Ökosystem zu pflegen, um das Plastik zu eliminieren, für den Hunger in der Welt… diese großen Slogans, die sogar in der Lage sind für Momente Hoffnung zu erzeugen… später dann werden sie nicht durchlaufen, sie haben keine Realisierung.

Das Bewusstsein ist verzweifelt und es wird gleichgültig.

 

Und in dieser Gleichgültigkeit werden die Glaubensvorstellungen immer ärmer, immer zweifelhafter, immer unsicherer.

Und so ist es, dass wir uns in einer Zeit des Bewusstseins der Menschheit befinden, in der das Subtilste –wie eine Erinnerung- das Bewusstsein mit einer bestimmten Stabilität herabstürzt, verändert, modifiziert… Das bedeutet: Instabiles Bewusstsein.

Und es scheint so, dass sich diese Gleichgültigkeit als Zuflucht angesichts der nicht zu realisierenden Projektion der Projekte erzeugt, die –da sie noch gleichgültig ist- die Glaubensvorstellungen verschuldet, sie zweifellhaft, unsicher macht: Ungläubige Glaubensvorstellungen.

 

Das betende Fühlen, indem es vom Glauben her nachklingt, lässt uns hin zu dieser konstanten –vergessenen- Erinnerung ‚über-denken’… dass „glauben tun, erreichen ist”, was sich später verwandelte in „glauben ist können (span. ‚poder‘[1])“.

 

Und von ihr aus –von der Macht aus- ist das Glauben nicht möglich. Sie bekämpft alle übrigen.

Der Glaube zerstört nicht, er wächst.

Zu glauben orientiert uns, er klärt uns.

 

Und von diesem Glauben aus, mit der Berufung der Sinne, werden wir sensibel(!)…; so ist es, wie wir aus dieser Gleichgültigkeit, in der das Wesen gefangen ist und nur auf sich selbst schaut oder auf sein Werk, und sich gegenüber seiner Umgebung gleichgültig entwickelt, und bemerkt oder nicht bemerkt, dass es seine Natur, sein Bild, sein Beispiel vernachlässigt, heraustreten können.  

Ähnlich den mit der Zeit verblichenen Fotografien, die… dieses kindliche Gesicht betrachten und dieses Gesicht des Erwachsenen, das bereits durchfurcht, geschwollen, entzündet(!), gehustet(!) ist…

 

Man sucht den Protest… Man sucht den Protest, um sich zu sagen:

„Was habe ich aus mir gemacht?

Was habe ich aus meinen Ressourcen, mit meiner Klugheit gemacht?

Was habe ich aus mir gemacht, dass ich gleichgültig und egozentrisch gegenüber meinen Einflüssen werde...? Aber Verachtung… ausgehend von meiner eigenen Präsenz bis zu allem, was mich umgibt.

Was habe ich aus mir gemacht? Man hat mir die Ressourcen, die Mittel, die Einflüsse, die Lektüre, die Gesänge, die Träume –ach(!), die Ereignisse gegeben…

Es ist zulässig dringend, sich diese Frage zu stellen: Was habe ich aus mir gemacht?

 

Es gilt nicht…(!) –es gilt nicht- es gilt nicht, den anderen zu beschuldigen. Es gilt nicht, jenen oder den anderen verantwortlich zu machen. Jeder Einzelne muss akzeptieren, was er wert ist…!

 

Und wenn man sich sagt und fragt, was habe ich aus mir gemacht, gilt nicht die Meinung von jenem oder dem anderen. Es ist mein ehrliches „Antwort-Bewusstsein”, was gilt, das mich ruft, welches von mir fordern kann!

Aus diesem apathischen Verhalten von „nicht wichtig”, von „Gleichgültigkeit” herauszutreten.

Und indem man sich am Limit dieses Glaubens, dieses minimalen Interesses gegenüber der Umgebung befindet, noch nicht einmal unsere Auswirkung wegen dem bewerten von: „So bin ich…”… „so müssen sie mich akzeptieren…“

Leere Aufbürdung der Gleichgültigkeit(!)... die, da sie nicht in der Lage sind, sich mit ihren Vorschlägen zu identifizieren, versuchen, alle anderen ihrem Verhalten gleich zu machen. Das zweifellos Gründe hat anzustecken.

 

Und in diesem unstabilen Bewusstsein, dass sich dem subtilsten aussetzte, um stückweise zu Bruch zugehen(!), um zu zerfallen …

„Ach…! Aber wenn Du vor ein paar Sekunden noch gelächelt hast…! Was ist geschehen? Was ist Dir durch den Kopf gegangen? Was ist Dir durch die Hände gegangen? Was für ein eigenartiger Hauch ist zu Dir gekommen? Wie wenig Glaube an das, was Du bist, ist aufgekeimt…!…?”

 

Und es scheint so –weil es so ist-, dass sich die Ressourcen auflösen. Und eine Nachricht, ein Gerücht… –ist egal(!)- führt zu einer Enttäuschung, zu einer Wut, zu einer Traurigkeit, zu einem Leid(!), zu einer Unfähigkeit...!

 

„Was habe ich aus mir gemacht?”

 

Und klar(!), die Volksmasse nimmt diesen Weg. So ist es leicht, dass wir, wenn wir uns umsehen, dasselbe Verhalten des Misstrauens, des Fehlgriffs, der Kränkung finden. Und was heute sicher schien, ist jetzt zweifelhaft, „weil jener sagte”, „weil sich zeigte“, „weil…“

Weil das Fehlen an Glaube schwerwiegend war. Weil das Fehlen an Glaube Beschwerdeführend ist: er will materielle Realitäten. Ihm reicht kein Seufzer oder ein Kuss oder ein Hauch oder ein Lächeln. Nein! Er fordert…(!) –was für eine Klasse des Glaubens ist das(?)- er fordert zu besitzen, zu haben, zu kontrollieren, zu dominieren!

 

Und so kämpft das Bewusstsein zwischen dem instabilen Glauben –jedwedem Zwischenfall unterworfen-, mit dem zitternden Glauben… und der Gleichgültigkeit. Eine beunruhigende Dreiheit.

Das Gebet fordert von uns von den Eingeweiden des Glaubens aus, von den Verstecken der Gleichgültigkeit aus, von den winzigsten Teilchen des Glaubens aus, zu glauben.

Wenn ich wirklich…(!) ein Produkt einer Inspiration bin, wenn ich wirklich mit Ressourcen für die Realisierung versehen wurde, wenn ich wirklich –unumgänglich- eine Kommunion bilde, um zu sein, um mich als Wesen zu fühlen, wenn der Glaube wirklich meine Einwilligung zum Unbekannten ist, hin zum Einklang mit dem Mysterium, wenn ich wirklich all das bin…, muss ich das im Bewusstsein gegenwärtig haben.

Mein Bezugspunkt und meine Führung ist die Schöpfung. Ich bin Untertan und nicht Sklave. Ich bin Diener und nicht Dienerschaft. Ich bin Vorsicht und orientiert und man stattet mich mit Bezugspunkten aus, damit sie meinen Weg erleuchten und um so  Gehorsam des Lebens zu sein.

Es zeigt sich mir, dass ich kein Zentrum bin, in dem sich alles Übrige um meine Laune herum dreht. Aus der Nähe wird mir klar, dass das Geschöpfte nicht nur für mich gedacht war, sondern dass es ein nicht voraussagbares Ereignis umfasst, eine unglaubliche Zukunft.

Und mit dem Unglaublichen wird mein Glaube wiedergeboren, meine Sensibilität, meine Glaubensvorstellung. Weil SIE mich schöpferisch befähigten, um mich zu erstaunen, ja(!), um zu verehren, um mich zu beeindrucken(!), um mich führen zu lassen. Oder um Führung von Lichtern und Sternen zu sein, anstatt von Selbstverherrlichungen oder Vergötterungen, von Lügen mit Anschein von Klarheit… Ach…! Ach!

Auf dass es nicht… auf dass es nicht ich bin, der oder die aufhört das zu sein, was ich bin! Denn die Vorsehung will mich so nicht, so erkennt sie mich nicht.

Und wenn ich mich frage, was ich aus mir gemacht habe, überprüfe, überprüfe und überprüfe ich eins ums andere Mal meine Tiefpunkte, meine Aufstiege und ich entdecke mich in meinen authentischen Zuneigungen. Diese Zuneigungen, diese geliebten Momente…, welche es sind, die sehr wohl von mir sprechen(!), welche es sind, die mich sehr wohl als geschöpftes Wesen erfreuten und das Geschöpfte, das mich umgibt, rühmen.

Wenn ich weiß, dass ich nicht von mir bin, dann muss ich mich mit mehr Nachdruck fragen: „Was habe ich aus mir gemacht?” Aber ohne dieses chronische Bewusstsein von Verzweiflung, von Tragödie und von Drama! Das ist bereits bekannt. Das muss man bereits aufgegeben haben. Vielmehr mit einem Bewusstsein, unschuldig zu sein, dass einem vergeben wird, das man gehütet wird(!), zu wissen, dass ich geliebt werde!

 

Ja, die Pest der Tragödie wird sagen: „Ah…! Wie gut du dich bewertest! Wie sanft du mit dir bist!”

Aber das ist nicht so. Die Liebe ist streng, gefällig und erfreut, aber sie ist nicht eitel.

Und es scheint so in diesem mich nachdrücklich, bewusst, in anderer Art und Weise zu bewerten, dass es niemals Tag wird, und es scheint so, als ob sich die Ankunft des Lichtes verspäten würde!

Aber, ach(!) wie oft bin ich nicht dem „materiellen Sinn” meiner Sinne gefolgt und ich wurde verraten? Und ich bin nicht der Illusion meiner Sinne gefolgt, die das Unmögliche hochalten. Und die haben mich nicht verraten.

 

(2:30 Minuten der Stille)

 

mMMaAAAAAAAAAAaammm

mMMaAAAAAAAAAAaammm

mMMaAAAAAAAAAAaammm

 

***


[1] ‚Poder‘ wird auch mit Macht übersetzt