44. Hin zur liebenden Gemeinschaft mit der Schöpfung

 

BETENDER RUF

 

(4:30 Minuten der Stille)

 

Wir wohnen in einem Universum unendlicher Proportionen. Wir kennen seine Grenzen nicht, weil es die… vielleicht nicht hat. Der Wahrscheinlichkeit nach existieren mehrere Universen zusammen mit dem Universum, in dem wir uns befinden.

 

In der Unendlichkeit… kann das Endliche nicht fortdauern.

In dem Ewigen…. kann nicht das Terminale residieren.

 

Das Licht bedarf der Dunkelheit. Ohne sie wird es nicht offensichtlich.

Und das Schöpfer Mysterium –Mysterium… Dunkelheit…- geht als eine Quelle einer kontinuierliche Schöpfung hervor, die sich von unserer Perspektive aus bewegt. Gleichzeitig transformiert sie sich. In ihrer Transformation wird sie fortschreitend kreativ… und befreiend.

 

Der Betende Ruf von heute versetzt uns, erinnert uns, schlägt uns vor mit welcher Einstellung… die Zeiten angenommen werden. „Ohne Zeit“. Weil die Unendlichkeit dieser nicht bedarf. „Permanent”. Weil das Ewige fortdauert und in SEINER Unendlichkeit ein transfiguriertes, transformiertes und kreatives Verhalten hat.

Wenn in unserem „gefühlt-mentalen[1]” –von Gefühlen und Intelligenz- sich diese hin zu einem Dasein als Universum in  Einklang bringen… –ein Dasein als Universum… ein Dasein als Universum-, sicherlich geben wir dann den Ereignissen, die wir leben müssen –und das Leben ist ein elementares Teilchen in dieser unendlichen Ewigkeit-… sicherlich geben wir dann dem eine andere Bewertung –dem, was abläuft, was sich ereignet, was passiert-...

 

 …Indem wir unseren persönlichen Protagonismus runterschrauben, runterschrauben, runterschrauben, während die Gegenwart der Vorsehung anwächst und anwächst und anwächst.

 

Wir befinden uns nicht an einer Abdrift, vergessen –wie man zu sagen pflegt- „von der Hand Gottes“. Nicht ein… nicht eine einzige Geste der Farbe, der Bewegung, des Ausdrucks entgeht dem Schöpfer Mysterium!

ES verkörpert(!)... alle Prozesse.

Bewusst um SEINE Gegenwart zu wissen –die einzige Gegenwart-… projiziert uns hin zu einer Disposition, hin zu einem Verhalten, das wir nach und nach in dem Maße entdecken werden, wie wir uns bewusst werden, wo wie uns befinden.

Dieses Sprichwort sagte –oder besser gesagt dieses Sprichwort sagt: „Wo immer Sie hingehen, tun Sie was Sie sehen.“

Ach! Wohin haben SIE mich gebracht? Wer hat mich gebracht? Was ist es, was ich sehe?

Und was tue ich in Folge dessen…?

Wenn ich die Sinne nur ein bisschen hin zur Dunkelheit der Nacht erhebe, dann fühle ich so mich klein…!

Wenn ich nur ein bisschen im Leuchten des Wachzustandes die Biodiversität  beobachte, die mich umgibt und von der ich gerade einmal einen Streifen erspähe…

Was ist es, was ich sehe? „Wo immer Du hingehst mach, was Du siehst.” Das Unendliche, das Unermessliche, das Überwältigende!

In Folge dessen: was muss ich tun? Wenn das, was ich sehe, unendlich, unermesslich(!) ist, dann werde ich mich von dem, was ich sehe, imprägnieren lassen und in Folge dessen werde ich im Schlüssel der Ewigkeit, im Schlüssel der Unendlichkeit tun und handeln…!

Auch wenn ich nicht das gesamte unendliche Mysterium werde aufnehmen können, was das mit sich bringt.

 

Sich in dem Alltäglichen verwickeln, ohne sich der Präsenz der Sterne bewusst zu sein, ist heftig. Das ist Euthanasie. Es ist eine Position, die –eins ums andere Mal-versucht… zu dominieren, zu kontrollieren, zu besitzen. Und eins ums andere Mal entwischt sie ihm.

Und so taucht die Ausrottung auf…; die Ausrottung der Ideen, der Projekte, der Wahrnehmungen, der Erfahrungen… Das ist ein bisschen beschämend –nicht(?)- sich in dem Magma der Ewigen Unendlichkeit zu befinden und sich in dem obsessiven Zwang der Macht eines jeden Tages zu befinden.

 

Das Wasser, das aus einer Quelle hervorkommt, stürzt unausweichlich herab, um unvorhergesehene Wege zu suchen. Diese Referenz kann ein Bild sein –das mehr als tausend Worte zählt- in der wir uns als Quellgewässer widergespiegelt sehen können, die hervorquellen und verlaufen, aber die sich nicht beruhigen, die sich nicht gehören(!), die einander nicht besitzen. Immer tauchen Hänge auf, die sie weiterfließen lassen, weil die Quelle UNERSCHÖPFLICH IST. Es könnte einen Moment eines blockierten Umstandes geben, aber die kontinuierliche Ankunft des Quellwassers wird es über den Damm treten lassen und es wird unausweichlich dem MEER (span. ‚mar‘) des LIEBENS (span. ‚del amar’) folgen.

Die Quelle wäre der verliebte Augenblick eines unerklärlichen Gefühls, das uns hin zur Gemeinsamkeit stürzen lässt. Hin zur geliebten Gemeinsamkeit mit der Schöpfung(!), ausgedrückt in dem Meer (span. ‚mar’) und in dem Lieben (span. ‚amar’).

Jedwede Auswirkung, die in diesem Verlauf verstreicht, ist „nebenbei vorkommend”, aber nicht… transzendent, nicht… ein Hindernis.

Wenn wir wissen, dass wir Quellen sind, die hervorquellen und hervorquellen, dann werden wir in keinem Moment am selben Ort sein. Ein unaufhörliches Verstreichen, verliebt(!)…, das unendlich viele Formen annehmen kann: angefangen bei dem kleinen Bach bis hin zu dem wasserreichen Fluss, der über die Ufer tritt, der sich als unerbittliche Flut ohne Wellen in „der Umarmung des Meeres (span. ‚mar‘) –des Liebens- (span. ‚el amar’) einfindet.

 

Wir sind keine Teiche. Wir sind keine… stillstehenden Gewässer mit kontaminierten Effekten.

Es ist notwendig das Bewusstsein des Wesens in diesem Panorama, in dem es sich befindet, aufleben zu lassen. Das keiner Spekulation bedarf! Denn nicht ein einziges von den Worten, die erwähnt wurden, können in Zweifel gezogen werden, wenn das Wesen einfach nur das Offensichtliche betrachtet.

Deswegen, der Betende Sinn, der uns heute zu dieser Haltung der unendlichen Ewigkeit ruft, macht das mit der Offensichtlichkeit, dass unsere Sinne(!), unser Fühlen(!) im Augenblick eines jeden Bewusstseins konvertieren, transfigurieren müssen.

 

Als das Leben zu einer hervorquellende Quelle wurde… fühlte es sich überraschender Weise als Tagesanbruch „span. ‚amanecer’)[2]: Hin zum Lieben geboren zu werden (span. ‚nacer hacia el Amar‘). Und eine nicht zu bremsende Anziehungskraft rief diese Quelle, damit sie sich zu ihrer Verabredung der verliebten Verschmelzung einfinden würde.

Und das geschieht permanent! Wir befinden uns nicht in einem Teil des Verlaufs! Wir befinden uns nicht bei einem Viertel ein halb anzukommen „bei“. Nein! Alles ist bereits verschmolzen! Aber es geschieht, dass wir in seinem Schöpfer Mysterium nicht das Bewusstsein beherbergen, dass alles erfüllt ist, was nicht bedeutet, dass alles abgeschlossen ist, sondern dass es sich in einem reichhaltigen Prozess der Schöpfung und unendlichen Neuschöpfung befindet. Aber in unserer begrenzenden Befähigung sehen wir, dass wir… mit 15, 20, 30, 50, 70, 80 Jahren….

NEIN, SO IST DAS NICHT!

Das Bild der Quelle lässt uns gleichzeitig –gleichzeitig- ein tagangebrochenes Hervorquellen und eine entfachte Verschmelzung fühlen. Und der Tag für Tag verläuft             –ja, ja-, aber beide Potentiale vibrieren gleichzeitig.

Und so ist mein Bewusstsein eine verliebte Quelle, die das Ewige Mysterium umarmt.

UND DAS BIN ICH! Und damit verstreiche ich! Und so nimmt jedes Wort, jedes Spiel, jede Aktivität eine andere Dimension an!

 

Ich muss nichts fordern. Ich habe keinerlei Klage. Ich habe keinerlei Macht. All das löst sich auf…!

 

Man lebt in einem irrtümlichen Bewusstsein des Lebenswassers, das in Bezug auf einen Stein herumwirbelt und nicht verläuft, sich staut. Und obwohl dies nicht die authentische Offensichtlichkeit ist, hält sich das Wesen daran fest wie… wie eine Notwendigkeit der… „Wichtigkeit“.

Und es streift herum und dreht sich herum und dreht sich herum in Bezug auf einen Strudel, der kein Flussbett findet.

Es macht keinen Sprung zu seinem Bewusstsein als Quelle und der göttlichen Umarmung.

 

Lassen Sie uns diese Gleichzeitigkeit suchen, die uns zu einem Bewusstsein der Offensichtlichkeiten bringt…, das sich nicht in einem zurückgehaltenen Teich befindet.

 

 

 

***

 


[1] Im Originaltext heißt es: „senti-mental“, „senti“, „ich fühlte“, „mental“, „Vernunft, Verstand“. Der Sinn, den der Maestro diesem Wort damit geben möchte ist, dass Fühlen und Verstand im Einklang stehen.

[2] Im Originaltext wird es „ama-necer“ geschrieben. ‚Ama“, von ‚amar‘ und ‚nacer‘ von ‚geboren werden‘.