Die Sicherheit hat sich so spezialisiert, dass sie nicht mehr zu pflegen weiß

 

BETENDER RUF

 

(3 Minuten)

 

Und in dem Maße wie die Menschheit gewann, eroberte, hatte, besaß(!)… schuf sie gleichzeitig mit Grenzen, mit Barrieren, mit Schranken, mit Mauern das Aufpassen auf ihre Positionen, Besitztümer… sich verteidigend, wobei sie gleichzeitig danach suchte, neue Parzellen zu erweitern.

So kam es, dass es immer notwendiger wurde, Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.

Das Bewusstsein gab nicht mehr her und man musste das Erhaltene, das Eigene(!), das Gewonnene, das Erreichte, das Erlangte absichern.

Eine Sicherheit mit einer guten Verteidigung! Eine Sicherheit mit reichlich… unsolidarischen Überschüssen. Eine garantierte Sicherheit mit den fortschrittlichsten Ressourcen. So viele davon, dass man produzieren musste, um abzusichern, sich die  Produktion zu sichern, die uns absichern könnte.

Das Abenteuer, die unvorhergesehene Reise, das freie Kampieren, wo das Wesen es möchte… sogar die Flucht(!) mussten garantiert und abgesichert sein.

In der Menschheit wird alles zum Argwohn(!), ein Misstrauen, ein sich verwickeln in dem ‚Glauben an sich selbst’… sie beziehen sich auf nichts, nur auf sich selbst.

 

Und man befindet sich… man befindet sich in so sicheren(!) Zeiten, dass man sich… vor der großen Unsicherheit fürchtet. Es war vorauszusehen: Je mehr man versucht abzusichern, desto mehr Mangel oder Unvorhergesehenes wird sich kreieren. Und die Sicherheiten des einen(!)… provozieren die Sicherheiten des anderen.

 

Und so könnten wir  unter dem Betenden Sinn riskieren, voraussagen, dass wir uns als Spezies an einen kritischen Punkt annähern.

Die Sicherheiten der einen fangen an die Sicherheiten der anderen zu streifen und jetzt habe ich nicht mehr nur Mechanismen, um mich zu verteidigen, sondern jetzt muss ich vorausgesehen haben anzugreifen.

 

Kritischer Punkt, wenn man die Sicherheiten verloren hat…, dann ist es so, als bliebe man, ohne es zu beabsichtigen, nackt. Es bedeutet, dass man dich auszieht, dass man dich beraubt, dass die einen die anderen plündern bis… man verzweifelt

 

Und mit dem Eindruck der Nähe zu diesem kritischen Punkt ist es so, als würde sich die Theorie dieses Big Bang wiederholen, eingerahmt in einer Spezies: dass ein Moment kommt, in dem ihre Sicherheiten eng werden und explodieren!

Wenn wir diese Position beibehalten, die wir gerade gesagt haben, dann könnten wir eine Vermutung wagen, was wir wohl für Sicherheitssysteme auf diesem Planeten haben, auf einem Planeten, der sich im Schoße einer Galaxie befindet, die immer schneller von einem dunklen Mysterium angezogen wird.

 

Es ist eigenartig das wenige Wissen zu betrachten, das man vom Universum hat. Und damit bemerken, dass die Formationen, die unterschiedlichen Strukturen sich in Einklang bringen, sich in Beziehung setzen, sich austauschen, mutieren, transmutieren… Sie benötigen keine Sicherheit.

Und angesichts eines… großartigen Modells, da fragt man sich: Warum, warum, warum, sehnt sich, wünscht sich, sucht und ist jedes Wesen, jedes Korpuskel unruhig weil es die Notwendigkeit hat, das sicher zu haben, was es hat?

Wird es so sein, dass das Haben, das Besitzen… so sehr anhaftend ist, dass es das Wesen so abhängig macht(!), dass es sich mit Angst füllt –so als würde all das nicht zu ihm gehören- und deswegen muss man es beschützen?[1]

 Von der Sorgfalt –dieser ‚Sorg-falt’), was ein Zeichen für Sanftheit, für Respekt, für Verpflichtung ist-, von dieser Sorgfalt ist man zu einem Kontingent der Verteidigung übergegangen… das in Wirklichkeit aufhört zu hüten.

Die Sicherheit, das Kriterium der Sicherheit ist so spezialisiert worden, dass es nicht mehr zu hüten weiß.

Das Misstrauen ist so ausgedehnt –so ausgedehnt(!)-, dass… jedwede Nähe, Umgebung oder jedwedes gemeinsame Projekt ein Grund zur Beunruhigung ist.

 

Ach…! Wenn die Großartigkeit der Schöpfung so handeln würde, hätten wir nie existiert.

Ach...! Warum nimmt die Spezies… keinen Bezugspunkt in dem Geschöpften und zieht es vor, sich in dem Gedachten zu verschlingen?

Das wäre so als würde man sagen… dass sie unfähig ist etwas, jemanden zu lieben, der nicht sie selbst ist.

Es ist so, als würde man den Trabanten, den Asteroiden, den Kometen, die Sterne leugnen…

Es ist, als würde man die Wellen des Meeres leugnen, dem Wind sein Fließen absprechen, dem… Wasser seine Transparenz.

 

Das dunkle Mysterium verschiebt uns…

SIE tragen uns hin zu einer absolut unbekannten Reise. Und wir können nichts machen, um das zu verhindern. Die Proportion dieser Pilgerfahrt ist so groß, dass wir sie einfach nur kontemplieren können (span. ‚podemos‘) –ohne Macht (span. ‚poder‘).

Und ich kontempliere wie SIE mich tragen, wie SIE mich bringen, wie SIE mich anordnen, wie SIE mich überraschen, wie meine „Sicherheit“ unnütz ist…

 

Man sagt, dass die unvorhergesehene und unerwartete Ausnahme „die Regel bestätigt“.

Und wenn wir einmal genau hinschauen, dann sind die Ausnahmen da… und laufen  kontinuierlich herum. Und der Mensch in seiner Sicherheit,  sucht die Regel. Und wenn er glaubt, dass er sie hat, taucht eine andere Ausnahme auf. Und in Wirklichkeit ist jedwede Regel, die er aufstellt, eine Anhäufung von unvorhergesehenen, unerwarteten Ausnahmen…

Aber wenn er sich gegenüber diesem ganzen Ereignen verschließt, dann ist es so, als würde er das Wasser leugnen! Es ist so ähnlich, als ob man sich weigert zu essen, zu schlafen, zu spielen…

„Ein Raubüberfall auf das Leben.“

 

Der Betende Sinn ermuntert uns mit Nachdruck(!)... dass wir aus dieser verschlungenen Konzentration herausspringen und dass wir die Richtung ändern, um zu einer expansiven Spirale zu werden.

Aus einer verschlungenen Konzentration heraus die Richtung hin zu einer ausgedehnten Spirale zu verändern. Was bedeutet, dem Bezugspunkt zu folgen… in dem wir eingebettet sind.

Sich als Pilger hin zum Schöpfer Mysterium zu fühlen, im Schöpfer Mysterium… bedeutet zu entdecken, dass man gehütet wird, ausgehend von der kleinen Intimität unserer Atome  –die ihre Bewegungen, ihre Dynamiken regulieren- bis hin zu den großen Vorstellungskräften, die uns dazu bringen können, uns im Schoß des NICHTS zu fühlen.

Es scheint ein Rausch(!), aber gleichzeitig koexistieren sie, sicher, sorgfältig,  exakt. Nein, nein es gibt keinen Raum für das Misstrauen.

Das Wasserstoffatom fühlt sich sicher mit seinem Elektron. Es fordert keine Sicherheiten, um seine Identität zu garantieren. Es ist für das bereit, wofür es benötigt wird. In einem Augenblick ist es Brennstoff, wie es in einem anderen Moment Wasser des Lebens ist.

 

Von der inneren Faltung hin zur Entfaltung neuer Räume… bringt mit sich, sich in der Fülle zu fühlen, sich mit der großen Pilgerschaft zu identifizieren, die uns unter dem Betenden Sinn zur kulminierenden und ewigen Kontemplation führt.

 

Das Mysterium verschiebt sich wie ein großes Theater(!)… das uns mit augenblicklichen Beispielen auf die Große Funktion hinweist! Die, in der wir alle die Große Schöpfung kontemplieren.

 

Wir können in diesem Ereignis ausdrücken und uns ausdrücken… indem wir rufen:

 

AIIIIAIAIIIIIII… AIIIIAIIAIIIIIIIIIIII… AIIIIAIIAIIIIIIIIIIIIIII

 

Die Sicherheit ist eine selbstverherrlichende Täuschung einer absurden Faltung, die es nicht versteht, ihre Reise des Lebens zu kontemplieren, die die authentische Pflege vergisst.

 

Nur das Lieben behütet. Nur das geliebte Wesen behütet…, das nicht danach eifert zu besitzen; das nicht danach sucht zu zerstören; das sich durch die Anziehung führen lässt, durch die gegenseitige Notwendigkeit, durch die Bewunderung.

 

(3:30 Minuten der Stille)

 

Und mit dem Bewusstsein einer ausgedehnten Spirale verscheuchen wir von unserer Identität aus in diesen kritischen Punkt zu fallen, nämlich zu bersten(!), der Verzweiflung(!), sich aufzulösen…

 

(2 Minuten der Stille)

 

Auf dass die wohlwollende Schöpferhilfe –die permanent und konstant ist- für uns durchlässig wird… und wir sie bewusst in unser Bewusstsein aufnehmen.

 

Auf dass die Pilgerschaft befriedigend… notwendig(!) ist, so wie es das Leben  benötigt, nach seinen unsterblichen Essenzen zu streben.

 

 

***

 

 


[1] Zum besseren Verständnis hat die Übersetzung diesen Satz freier übersetzt