Das Leben benötigt es nicht, dass man sich um es kümmert

 

BETENDER RUF

 

(4:30 Minuten der Stille)

 

Und durch die sukzessiven und fortschreitenden Mächte über seine eigene Spezies und vor allem über allem Lebenden, die das Wesen der Menschheit annahm, annimmt und voraussichtlich weiterhin annehmend wird, hat es ein permanent beschäftigtes (span.  ‚ocupado‘), besorgtes (span. ‚pre-ocupado) Bewusstsein.

Es ist wie eine Invasion dem gegenüber, was nicht eigen ist. Die Beschäftigung (span. ‚ocupción’) als eine Form „besorgt” (span. ‘preocupado’) zu leben. Aus dem Leben eine Sorge (span. ‚preocupación’) zu machen. Und offensichtlich dann später eine permanente Sorge.

Man könnte sagen –übertriebener Weise-, dass der heutige Mensch das Leben als verloren ansieht und er muss es retten. Übertriebener Weise.

Diese Sorge (span. ‚preocupación’), diese… invasive, arrogante Beschäftigung… erlaubt nicht, dass sich das Leben in seinen Ressourcen, seinen Mitteln, seinen Gaben zeigt.

Und anstatt die unterschiedliche Möglichkeiten als Quellen hervorgehen zu lassen, beschäftigen (span. ‚ocupar‘) sich diese, sie sorgen (span. ‚preocupar‘) sich… aufgrund der konstanten Ausübung der Macht.

Der berühmte Spruch „Wollen ist Macht“ (span. ‚querer es poder’), schließt ein Wollen des Besitzes (span. ‚querer de posesión’), Positionen zu besetzen (span. ‚ocupar posiciones’) mit ein, was nicht die Idee ist davon ist, mit eigenen Ressourcen und Entdeckungen zu übertreffen. Nein. Es ist die Idee zu besetzen und die Herrschaft auszubreiten. Sei es nun aus Ideologien heraus, sei es aus Religionen heraus, sei es aus Meinungen heraus….

Sich in diesem Betenden Sinn von heute für einen Augenblick vorstellen, dass Sie plötzlich wundersamer Weise keine Sorgen (span. ‚preocupación‘) haben. Sie lachen, nicht wahr? Weil es unmöglich ist. Das Leben würde den Sinn verlieren. Wenn ich nicht um irgendetwas besorgt (span. ‚preocupado‘) bin, würde es an Sinn verlieren. Ich muss beschäftigt sein (span. ‚estar ocupando’), ich muss mich um das Leben kümmern (span. ‚estar ocupandome’), wo es das Leben doch nicht benötigt, dass man sich um es kümmert.

Die Macht ist so durchdringend, dass man uns permanent daran erinnert, dass wir uns um unsere Gesundheit Sorgen machen müssen (span. ‚preocuparnos‘), uns um die Intelligenz und die kognitive Entwicklung unserer Kinder (span. ‚preocuparnos‘) sorgen müssen, uns Sorgen machen müssen, ob sie legasthenisch (span. ‚disléxicos’), (span. ‚apréxicos’[1]) oder anorektisch (span. ‚anorexico‘) sind, uns Sorgen machen wegen… Das bedeutet… gibt es etwas, um das man sich keine Sorgen machen muss? Gibt es irgendein jungfräuliches Gebiet, das weiterbestehen kann, ohne sich darum zu kümmern (span. ‚ocuparse‘)?

Man hat das Gefühl… –ohne zu wissen, warum man dieses Gefühl hat, man hat das Gefühl-, dass wenn wir beobachten oder kontemplieren wie die Dinge verlaufen, wenn wir uns irgendeines kleinen Wissens über die Aktivität einer Galaxis oder dem leuchtenden Verhalten der Sonne bedienen hat man das Gefühl –das Gefühl-, dass all diese Prozesse… nicht besorgt sind.

Es scheint als würden die Sterne und die Milchstraße unbeschäftigt (span. ‚desocupadamente‘) leben…

Sorglos dreht sich die Erde und verschiebt sich…

Ja! Wird es wegen jenes Big Bang und jener immensen Kraft sein, welche sie zum Drehen und drehen und drehen und drehen bringt? Wird sie eines Tages aufhören sich zu drehen? Können Sie sich das für einen Moment vorstellen, dass die Erde stehen bleibt?  Wir werden runterfallen… Ahhhhh..!

Vielleicht bemerken wir in dem Augenblick das Nutzlose dieser Macht. Aber währenddessen lebt das Wesen der Menschheit gefangen in seiner eigenen Sehnsucht danach, sich der vitalen Räume von allem, was sich in seiner Umgebung findet zu bemächtigen und sich zu kümmern:

- Ach! Ich mache mir Sorgen (span. ‚preocupado‘) um Deine Zukunft.

- Und warum kümmerst Du Dich nicht um Deine? Was für eine Marotte, nicht?

- Also ich mache mir Sorgen (span. ‚me preocupa’), was aus Dir wird, wenn Du aus dem Haus gehst.

- Also… kümmere Dich (span. ‚preocúpate’) darum, Deinen Haushalt zu führen.

Es ist unglaublich…!

Das wird mit Solidarität, Mutterschaft, Vaterschaft, ‚Stieftochterschaft’… das bedeutet, mit der familiären Mischung gewürzt. Demnach hast du das Recht, dich zu kümmern (span. ‚ocuparte’), dir Sorgen zu machen (span. ‚preocuparte’), den Spuren des Winterschlaf abhaltenden Bären, der vor 5000 Millionen Jahren existierte, zu folgen. Noch nicht einmal ihn lässt Du in Ruhe.

- Und was aßen die Neandertaler?

- Ich weiß es nicht! Was sie fanden!

- Also ich wollte wissen, warum die Ernährung evolutionierte, bis man zum Salat kam.

- Also… ja… ja… Sehr interessant. Sehr besorgniserregend (span. ‚preocupante)‘.

 

Und so sieht man trübsinnige Menschheiten, wie sie auf Wegen, in Aufenthalten, in Flugzeugen, in Zügen vorbeiziehen… besorgt (span. ‚preocupado‘), beschäftigt (span. ‚ocupadas‘)!

Ja, vielleicht ist das eine Vision, die ein wenig apokalyptisch ist, aber was stimmt ist, dass die Beschäftigung (span. ‚ocupación‘), die immer systematische Intervention in Angelegenheiten, die uns nicht obliegen –und diese Sorge (span. ‚preocupación‘) ergibt sich, um… unsere Kriterien aufzuzwingen(!)...- ist, abgesehen davon, kolonialisierend zu sein, versklavend.

Das Resultat all dieser Prozesse… ist, dass man eine Homogenisierung erreicht hat. Und wenn du dir keine Sorgen machst, dann befreist du dich (span. ‚te desocupas’) und dann gibst du deine Verantwortungen auf, etc. Das stimmt nicht.

Das Eigene anzunehmen, was uns entspricht… ist eine Wonne zu leben. Aber da es unfähig dazu ist, stürzt es sich auf die Sorge (span. ‚preocupación‘) zu besetzen (span. ‚a ocupar’), die Position anderer zu besetzen. Und man beschäftigt uns (span. ‚nos ocupan’)! Und man beschäftigt uns (span. ‚nos ocupan’)  jedes Mal, wenn wir etwas machen wollen! Und das muss man bemerken, zumindest um zu wissen, dass man mich domestiziert.

Und was man in pyramidaler Form, direkt, indirekt… macht und dass sich außerdem die meisten Bändiger auch untereinander bezähmen, wodurch es scheint, dass wir uns in einem Labyrinth „ohne Ausweg” befinden.

 

So orientiert uns der Betende Sinn hin zu… anderen Bewusstseinsarten wie der zu beten, was uns unsere Position entdecken lässt, die uns in unserem Mangel, in unserem Rhythmus(!) und unserer Gewohnheit warnt!

 

(4 Minuten der Stille)

 

Mit der Stille… besänftigen wir das Ärgernis und wir lassen uns –vielleicht- tragen bis… zu einer Indifferenz der Sorgen (span. ‚preocupaciónes‘), der Beschäftigungen (span. ‚ocupaciónes‘), der Kolonialisierungen. Und wir öffnen uns gegenüber diesem Fluchtweg aus dem Labyrinth hin zu… unbekannten(!), ja, mysteriösen, ja, aber schöpfenden der Bewusstseinszuständen… Ja.

Und es ist eigenartig–von radikalen, religiösen, dogmatischen, etc. Sorgen (span. ‚preocupaciónes‘) abgesehen, buff(!)-, dass… „hin zu diesen Bewusstseinszuständen” zu fühlen, zu bemerken. Und wir verallgemeinern, weil…. sie so unendlich sind, dass man sagen könnte, dass jedes Wesen seine eigenen hat, die Ähnlichkeiten haben, aber… sie sind unterschiedlich.

 

(2 Minuten Stille)

 

Für einen Augenblick, wenn wir aufhören uns Sorgen zu machen (span. ‚dejar de  preocuparnos‘), wenn wir uns nicht den Beschäftigungen (span. ‚ocupaciones‘) und Sorgen (span. ‚preocupaciones‘) über uns selbst hingeben –und zumindest können wir das denken-, und in dem Maße, wie sich das ereignet, treten wir in eine andere Wahrnehmung ein: Jene, die uns ohne Vorurteile aufnimmt, jene, die uns in unserer Befähigung akzeptiert; jene, die unseren mysteriösen Ursprung erinnert…; jene, von der… wir fühlen, dass sie uns wahrhaft liebt…! Und dass wir keinen Zollbreit unserer Liebe beifügen können –welche Widerspiegelung dieser Kraft ist- zu der notwendigen Liebe, um das Leben zu erzeugen.

 

Unsere Abhängigkeiten auflösen, um uns zwischenabhängig zu machen… in dem Sinne, uns zusammengehalten(!) zu fühlen, in dem Sinne, uns in mysteriöser Weise im Einklang zu fühlen.

 

(4 Minuten der Stille)

 

Wir suchen und… wir  erflehen, auch wenn die Schöpfer Hilfe da ist… und in dieser Suche öffnen wir uns dem mantrischen Klang, der uns hin zum Mysterium aufstellt, dahin, uns frei zu machen (span. ‚des-ocuparnos’) von dem, was uns beschäftigt (span. ‚ocupar’), von dem, was uns Sorgen macht (span. ‚preocupa’)… und um es dem Leben zu erlauben zu leben… ohne die pathologischen Verbindungen der Einfassungen der Macht (span. ‚poder‘), die aufgestellt werden, um zu können (span. ‚poder‘), zu können, zu können…

 

Wir hören dreimal zu und dann machen wir weiter:

 

SUAAAAAEEEEEEEIIIIIII

 

(4 Minuten der Stille)

 

Und es ist gut, sich an jenes evangelische Zitat zu erinnern, in Bezug auf die Ungewissheit und die Unruhe der Apostel darüber, was sie essen würden und wie sie sich kleiden würden. Und angesichts dieser Ruhelosigkeit war die Antwort sehr einfach:

„Warum sorgt (span. ‚os preocupais‘) Ihr Euch, was Ihr essen und was Ihr anziehen werdet? Merkt Ihr denn nicht, wie die Schöpfung die Vögel mit ihren Federn gekleidet hat; SIE hat die Erde mit Saatkörnern gefüllt; SIE gipfelte mit ihrer besten Gala, den Blumen und deren Pracht?

Glaubt Ihr nicht, dass Ihr auch mit dieser Möglichkeit dotiert seid?”

 

Ganz bestimmt! Aber… die intelligente Entwicklung der Macht hat aufgehört zu glauben… und sie glaubt nur an sich selbst oder an andere, die Macht über andere aufweisen.

Und so wird das Labyrinth aufrechterhalten, es wird der Verstand errichtet, es wird die Gewohnheit errichtet…

Die Sicht wird umnebelt und noch nicht einmal die Sorge (span. ‚preocupación’) dauert an, um aus dieser Tortur herauszukommen.

 

Sich intensiv… mit den kreativen Ressourcen beschäftigen.

An die… Eindrücke der Liebe(!) glauben…, die keine Heldentaten von einem selbst sind, sondern die Aufenthalte des Beistandes der Schöpfung sind.

 

(4 Minuten der Stille)

 

***

 


[1] Neue Wortbildung, deren Bedeutung unbekannt ist