Über die Konflikte und die Schwierigkeiten. Die Hand des Glaubens

 

BETENDER RUF

 

(7 Minuten Stille)

 

Ein großer Teil des „Erfolgs” –Erfolg(?)- dieser Kultur, dieses Lebensstils, dieser Art und Weise zu denken, dieser Art des Bewusstseins… wohnt in den Schwierigkeiten und in den Problemen: Zwei Mauern, die in Wirklichkeit nicht existieren.

Diejenigen, die sich zu Vorherrschenden, in Mächtigen oder Gesetzgebenden ernennen… oder sich eingeschlossen als Garantie anbieten, werden ihre Schwierigkeiten bereiten und sie werden Probleme erzeugen, damit es eine Auswahl, eine Trennung, eine Schichtenbildung (Stratifikation) gibt, die ganz und gar vernünftig ist…

Dergestalt, dass jedwede Art der Machtausübung –so wie der große Junge der Bande oder das größere Mädchen der Gruppe, übergehend auf den großen Bruder, gefolgt vom Bruder, der befehlenden Mutter, den nahen Verwandten, den signifikanten Vorfahren: Großväter, Großmütter, Onkels-… Sehen Sie mal, wie wenige wir aufgeführt haben und die Probleme, die wir bereits haben, die jeder Mal wahrgenommen hat: „Sieh mal, was… was wir für einen Onkel hatten…”. „Jener Vater, also der ließ uns noch nicht einmal…”

Wenn man dem später die Neuigkeiten von menschlichen Paaren und ihren ‚Kon-flikten’, ‚Schwierig-keiten’ und ‚Problemen’ beifügt –um die zu imitieren, woher sie gekommen sind- haben wir eine sehr hübsche (span. ‚maja‘) Spezies…

„Maja”: sagt man von jener Femina, die gut aussieht und die attraktiv ist, ohne deswegen eine Sache zu sein wie ahhhhh(!), aber sie ist hübsch. Man setzt auch das männliche ein „majo”: Jener, der nett ist und… na gut(!), ein bisschen geschwätzig und ein bisschen freundschaftlich. Das bedeutet nicht, dass sich ein „majo“ mit einer „maja“ zusammentut und ein „majón” rauskommt. Nein, nein, nein.

Der Terminus „Majo” ist ein Terminus, der zur Freundschaft anstiftet… zur Beziehung… –oberflächlich, selbstverständlich, nichts mit Intimitäten. Um sich gut zu verstehen. Aber er löst nicht. Nein. Du sagst jemandem mehrere Male: „Majo(!), Majo(!), Majo!”. Und der macht weiter das, wozu er Lust hat:

- Schau mal, Du bist „majo“, eh?! Du könntest die Dinge besser machen.

- Also bitte!

Also wenn man sehr, sehr, sehr, sehr großzügig ist, dann ist die Spezies „maja”. Sie hat die Flugzeuge erfunden, die Helikopter, die U-Boote, die Schiffe, die Blitzableiter, das Telefon… Das sind hübsche (span. ‚majas‘) Sachen! Keine ist unbedingt notwendig, nein. Aber… da sind sie.

Wenn irgendein Prozess initiiert wird: „Ich werde das geheime Leben der Flöhe studieren” –zum Beispiel. Und es wird… also wir haben einige Dinge gesehen, es wird sicherlich Tausende von Arbeiten über das geheime Leben der Flöhe geben, vielleicht nicht mit diesem Namen, aber das Leben der Flöhe. Demnach kann ich anfangen zu sagen: „Also hör mal(!), das ist schwierig, eh?” Weil klar, das Leben der Flöhe mit dem menschlichen Leben zu vergleichen, ist manchmal nicht einfach.

- Bah! Mensch, es gibt Schlimmeres!

So fängt es harmlos an.

In dem Maße wie die Person nach und nach das geheime Leben der Flöhe studiert, wird sie auf verschiedene Arbeiten und Forschungen stoßen –alle von zweifelhafter Richtigkeit- die ihren Verstand hin zu einer unausweichlichen Flohzucht bringen. Also legt sie einen ‚Flohmesser’ an, um die mysteriöse Aktivität der Flöhe zu messen. Eine Zuchtstätte für Flöhe in einem Keller des Hauses.

Klar(!), man muss vorsichtig sein, weil sie springen und einer von denen geht dann nach oben in die Wohnung. Man muss sich mit Spezialkleidung um sie kümmern, so wie bei den Bienen. Sicherlich hat niemand von Ihnen diese Erfahrung gemacht, Flöhe zu züchten, aber man züchtet sie, eh? Na gut, weil sie später viele Vorteile bringen können. Weil man sie dann später irgendwo aussetzt, und wenn die Personen die Flöhe dann loswerden wollen, brauchen sie ein Medikament. Du hast das Medikament… und du bist der Züchter. Du verwandelst dich in „Züchter”, (span. „criador“), „criaedor[1]”… –als Schöpfer (span. ‚creador)- in diesem Fall von Flöhen. Aber das bringt seine Probleme mit sich, weil man dich entdecken kann, man kann dich sogar verurteilen.

Sehen Sie mal, wie schnell die einfache und unschuldige Tatsache Flöhe zu kultivieren, „viral” wird. Das ist ein Beispiel. Und alle Schwierigkeiten und Probleme die das schafft.

Der der Floh an sich war niemals ein Problem. Es ist „der Floh”.

Das Problem besteht darin, wenn Du jemanden Maulesel (span. ‚pulgoso‘) nennst oder... lass Deine schlechte Laune sein (span. ‚quítate las pulgas‘)… oder „ich werde Dir ein paare Flöhe ins Ohr setzen…” Da beginnt dann die Schwierigkeit. Oder das Problem kann auftauchen.

Na gut, mit diesem in Klammern setzten… –lassen wir die Flöhe im Moment bei Seite- mit diesen Klammern können wir in dem röchelnden Beispiel, das wir gegeben haben sehen, wie leicht die Schwierigkeit und das Problem auftauchen.

Ein Wesen kann enorm(!) schwierig werden. Enorm schwierig! Weil es in allem eine Schwierigkeit sieht.

- In allem?

- Ja. In allem ist „in allem”! Und es macht aus allem ein Problem.

Es ist schwierig zu wissen, warum die Astrophysiker noch nicht „das Gesetz von allem“ (span. ‚la ley del todo‘) entdeckt haben, wenn es doch so viele „todistas[2]” gibt. Abgesehen von denen der „terraplana[3]” –einem Stück Land (span. ‚el terraplén‘)-, gibt es… einen Haufen(!) „todistas” –aber einen Haufen, Millionen-, die aus ihrem Leben und aus dem zu leben und dem Zusammenleben ein Problem machen.

- Aber existiert das Problem überhaupt?

- Nein.

- Also wie kann es da sein, dass…?

- Ja. Weil er möchte, dass es so ist, der anderen möchte, dass es soundso ist, der andere ist der Meinung, dass… Also taucht dort in dieser „maja” Beziehung das Problem auf.

Wie „majos(!)“, eh?

Man könnte einen anderen ausrufenden Ausdruck sagen, der besagt: „Sieh mal einer an, was wir uns für ein Leben geben”. Nicht im Sinne des „guten Lebens“, nein, nein: „Das Leben, das wir –die einen den anderen- bereiten!”

Sicherlich ist es selten so zu denken, aber der Betende Sinn weist uns heute auf die Mühelosigkeit hin, mit der wir unser Denken, unser Fühlen, unser Tun, unser Zusammenleben, unsere Hoffnung, unser Projizieren erschweren und problematisieren können…

 

Ist es möglich zu erforschen oder zu denken, dass die Schöpfung sich verschworen hat, um aus dem Leben einen Konflikt, eine Schwierigkeit, ein Problem zu machen?

War das der Witz des Lebens…?

Wir könnten sagen, dass es „so sicherlich nicht ist”.

Wie auch immer wir die Entwicklung des Lebens sehen, jede Spezies hat ihren Lebensraum, ihre Gewohnheit... Es gibt ein Gleichgewicht –unter normalen Bedingungen, etwas, was jetzt nicht geschieht, klar-… es gibt ein Gleichgewicht, das genau erlaubt, sich anzupassen, um die Fortdauer des Lebens aufzunehmen.

Ahhhh! Wir könnten also das Wort „Schwierigkeit” zum Beispiel durch „Gleichgewicht” austauschen. Und jedes Mal –sagt uns der Betende Sinn-… jedes Mal, wenn wir eine Schwierigkeit sehen, dann wechseln wir das Wort –wir nehmen einen neurolinguistischen Mechanismus vor- und wir sagen „Gleichgewicht”.

Und jedes Mal, wenn wir sagen: „Ich habe ein paar Schwierigkeiten”… hören wir eine innere Stimme, die sagt: „Bring Dich ins Gleichgewicht… ‚majo‘! Bring Dich ins Gleichgewicht... ‚maja‘!”

- Aber die Probleme sind schwierig, nicht?

- Die Probleme?

Zunächst wissen wir bereits, dass sie nicht existieren, dass sie sich wegen Stratifikationen der Macht bilden. Und es wird sehr problematisch in Harvard reinzukommen, und jetzt hat man entdeckt, dass es ein Einflussnetz gibt, um in einen der besten Studienorte der Welt, etc. reinzukommen.

 

Wenn man entschiedener Art und Weise möchte, dass die Dinge in einer Art und Weise sind und man bereit ist dafür intensiv zu arbeiten, dann wir das Problem auftauchen, weil diese Dinge auf anderen treffen wird, die dasselbe bezüglich ihrer Projekte denken. Demnach wird der Konflikt auftauchen. Es kann sein, das einige etwas abnehmen, andere nicht…

Und wenn...bevor man sich in Seele, Herz und Leben dem persönlichen Glaubenssatz widmet, wie die Dinge zu sein haben –vorher, vorher, vorher, bevor die Probleme auftauchen, klar, danach ist es schwierig(!)… und wenn… man zuhört und die einen denen anderen wieder zuhören… und wenn wir in diesem Zuhören lernen… und Neuigkeiten, Innovationen, Originelles beitragen(?), die später realisiert werden können oder nicht, das ist nicht wichtig. Irgendeine wird schon in die Lostrommel des Akzeptierten eintreten.

In Folge dessen könnten wir sagen, dass wenn wir uns vor einem Problem vorfinden, wenn wir wissen, dass es nicht existiert, fügen wir ein Wort hinzu „zuhören”.

Indem wir von seiner nicht Existenz ausgehen –des Problems-, wenn wir der Schilderung desselben zuhören, wird sich dieses (Problem) fragmentieren und wir werden ganz leicht –ja, ganz leicht- Lösungen… finden.

Aber vorher –das ist klar- musste es ein „Gleichgewicht” geben.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Die Konflikte tauchen ganz offensichtlich aus den aufgezwungenen Forderungen, richtenden Meinungen, aus dem Extremismus heraus auf… die systematisch nur mit dem Eigenen einverstanden sind, und alles was nicht so ist, das verurteilen sie.

Wie traurig! Ein Leben dem gewidmet zu verurteilen.

Wenn der Konflikt auftaucht –wenn man vorher die Übung des Gleichgewichts und des Zuhörens in Bezug auf die Schwierigkeiten und die Probleme gemacht hat -... wenn der Konflikt auftaucht, müssen wir –na gut, das passiert von alleine- ausweichen: „Ah! Sie kommen von hier, sie kommen von dort, sie greifen hier an, sie greifen dort an…”

 

Wenn wir bei dem Konflikt ein Verhalten des „Respekts” ansetzen, und wir sind mit dem da nicht einverstanden, wir teilen das von dem anderen nicht, aber wir respektieren es, weil es Gesichtspunkte sind, die uns das Zuhören bereits beigebracht hat und der Seiltänzer hat es uns auch gezeigt, dann wird der Konflikt… und er löst sich auf, indem man respektiert –weil er auch nicht existiert.

Wenn wir also den betenden Anregungen des Gleichgewichts, des Zuhörens und des Respekts folgen, werden die Schwierigkeiten, die Probleme und die Konflikte wahrscheinlich zumindest weniger sein, erträglicher, sie werden lösbar sein.

Wir werden eine lösende Kapazität haben, um das Leben vibrierend(!), dankbar(!), freudig(!) aufrecht zu erhalten; sich über die Zufriedenheit der anderen freuend.

„Sich über die Zufriedenheit der anderen freuend.“

Dergestalt, dass ich mich freue, wenn Du zufrieden bist, wenn nicht, dann nicht. Denn bevor ich respektiert habe, habe ich gesprochen, habe ich dialogisiert und ich habe ein Gleichgewicht gehalten.

 

(4 Minuten Stille)

 

Sicherlich konnte jeder in diesem Interim der Stille eine Praktik des Gleichgewichts, des Zuhörens durchführen, und respektvoll angesichts jedweden Konflikts, Problems oder jedweder Schwierigkeit zu sein, die er/sie hat, und er/sie werden gesehen haben, dass hmmm(!)... hmmm(!)hmmm(!)…, dass sich das nicht plötzlich aufgelöst hat, wie eine Zauberkunst –wenn man außerdem weiß, dass sie (die Schwierigkeit) nicht als eigene Wesenheit existieren, dass sie kein Produkt der menschlichen Realisierung sind.

 

Ja. Der Betende Sinn angesichts dieses: „Mmm(!)... Ja, pah! Aber es fehlt… es fehlt etwas…” Der Betende Sinn hat uns die menschliche Facette abgedeckt, aber wir benötigen einen Katalysator –um es so zu nennen-, einen Vermittler, einen Austauscher, etwas, was das Zuhören, das Gleichgewicht und den Respekt verbindet und was sich an der Zufriedenheit der anderen erfreut:

„Der Glaube.”

 

Ihn zu definieren, ihn studieren zu wollen, ihn verstehen zu wollen… ist Eitelkeit. Das ist nicht möglich. Er befindet sich nicht auf diesem Rang.

Der Glaube, um es so zu sagen –ohne zu beabsichtigen ihn definieren zu wollen-, ist diese Hingabe, dieses bedingungslose Verhalten angesichts des alltäglichen Lebens. Er ist dem verliebt Sein am nächsten, oder wenn man sich geliebt fühlt, oder wenn man sich in diesem anderen Zustand befindet, der weder einer Belohnung, noch eines Gewinns, noch einer Forderung bedarf.

Dieser Glaube, der angesichts des Konflikts Güte in dem anderen mit sich bringt    –„angesichts des Konflikts bringt er eine Güte in dem anderen mit sich”. Angesichts des Problems schlägt er vor, die Versionen gleichzeitig anzunehmen, ihnen allen Respekt zollend.

Die Wege können parallel gehen, sie können Kreuzungspunkte haben, Treffpunkte, einige magische Punkte. Einige können nach oben gehen und anderen nach unten; einige nach rechts und andere nach links.

Jedweder Weg hat seinen Wanderer und in seiner Ausübung als solcher Pilger wird er immer Motive finden, um durchzuhalten und er wird auf andere treffen, die anscheinend einen anderen Weg gehen.

 

Wenn wir das ausgleichen, wenn wir den Konflikt vermeiden und respektvoll die Pilgerschaft eines jeden Einzelnen annehmen und die Treffpunkte, die sich Dank des Glaubens ergeben müssen, werden diese möglichen Konflikte, Probleme, Schwierigkeiten… luftig, sie werden Hoffnung.

Ah! Überraschung! Wenn sich die Hand des Glaubens, so als handelte es sich um Alchimie, wenn sie sich mit den beschriebenen menschlichen Mitteln niederlegt: Gleichgewicht, Zuhören, Respekt…, mit dem Zauberstab des Glaubens, dann verwandelt sich all das in hoffnungsvoll.

Und dem Respekt fügt man einen hoffnungsvollen Respekt bei, und dem Gleichgewicht ein hoffnungsvolles Gleichgewicht, und dem Zuhören, ein hoffnungsvolles Zuhören. Weil wir mit Glaube gegangen sind.

Und um mit Glaube zu gehen ist es nicht notwendig –so wie wir es am Anfang gesagt haben, als wir über den Glauben sprachen- über ihn nachzudenken, ihn zu verstehen… Nein, nein, nein, nein, nein…! Es ist leicht. Ja. Warum? Weil Sie und Sie und Sie lebendig sind, nicht? Sie haben das Bewusstsein zu leben. Aber Sie leben, weil jemand an Sie glaubt –an jeden Einzelnen-, dass er seinen vitalen Inhalt, der unabdingbar und notwendig für alle ist, erfüllt.

Die Schöpfung glaubt! SIE ist Glaube(!), an das Leben und daran zu leben. Allein damit… sind wir unausweichlich Wesen des Glaubens.

Und in dem Maße, wie wir wissen, dass es so ist und wir das ausüben, zumindest das Wort(!), wird die Hoffnung sprießen. Und mit ihr... –und mit ihr- klärt sich der Konflikt, das Problem, die Schwierigkeit.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Als Betende, die sich zum Ruf einfinden, hören Sie bereits zu, neigen Sie zum Respekt und… machen Gleichgewichte.

Der Glaube handelt… und die Hoffnung wächst.

 

 

 

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[1] Neue Wortbildung aus „criador“, „Züchter“, und „creador“, „Schöpfer“.

[2] Neue Wortbildung

[3] Bezieht sich darauf, dass die Erde nicht rund, sondern flach ist

[4]