Das Leben, ein Verstreichen der Schöpfung

 

BETENDER RUF

 

(3:30 Minuten der Stille)

 

Geboren zu werden, um das Leben zu lieben (span. „ama-necer“), war vielleicht ein Verstreichen der Schöpfung; ein Verstreichen der Schöpfung als ein Ausdruck mehr… der Unendlichkeit, des Ewigen.

Jedwede Theorie, die sich darin vertieft, über das Leben zu sprechen oder zu werten oder zu erklären, pflegt komplizierte Mechanismen zu machen. Und wenn wir einmal genau hinsehen, fast immer stehen alle unter der Sichtweise… –das ist unglaublich, nicht(?), aber es ist glaubhaft- angesichts der Sichtweise des Bewusstseins der Menschheit, angesichts des Bewusstseins „Sapiens”.

In Folge dessen wird das Leben von Schwierigkeiten, Problemen, Organisationen, Entwicklungen, Möglichkeiten begleitet… Na gut, fast, fast… wäre das Leben nicht aufgetaucht, wenn das Leben selbst nicht diese Anstrengung gemacht hätte. Und die Tatsache als solches das zu sein bringt… wir wissen das bereits: Blut, Schweiß, Tränen, Furcht, Verzweiflung, Beklemmung, Eifersucht, Wut(!) mit sich…

Unter diesem Blickwinkel des Bewusstseins wird es schwierig zu leben. Und tatsächlich geschieht es so in dem Auftauchen des Leidens, des Mangels, der Fülle… Missverhältnisse, die erschweren, schaden, urteilen und das Leben zwingen.

 

Der Betende Sinn von heute nähert uns an das mögliche Bewusstsein des Lebens –nicht das menschliche, sondern unter dem Betenden „Göttlichen” Sinn-, zu leben an: Jenes Leben, welches schwer wird oder „noch schwieriger(!)“, so als wäre es ein Zirkus permanenter Hindernisse.

Aber es ergibt sich… –wenn wir mit dem Konkretesten beginnen- aber es ergibt sich, dass noch unter den schlimmsten  Umständen –„schlimmsten” unter dem Gesichtspunkt des menschlichen Bewusstseins-, wie die gefrorenen Pole, wie die tiefen Meere, wie die Vulkane, es ergibt sich, dass es da so „ganz leicht“ Leben gibt. Das Logische wäre zu denken, dass wenn das Leben schon unter günstigen Konditionen so hart, so schwierig und so kompliziert ist, also dass es dann unter extremen Bedingungen kein Leben gäbe. Und es gibt es. Übrigens elegant, prächtig, überraschend.

Das wäre der physische Teil.

Und das Physische ein bisschen entlastend, aber ohne es außer Acht zu lassen, können wir bemerken, dass es sich trotz des menschlichen Bewusstseins von Blut, Schweiß und Tränen ergibt, dass sich die Spezies des Lebens überall vermehren, sich multiplizieren, zurechtkommen, dass sie immer fähiger werden…

Es ist noch mehr: man entdeckt immer mehr, dass alles Gewimmel des Lebens ein großer Kochtopf ist, in dem weder das notwendige Feuer, noch die notwendigen Zutaten fehlen.  Trotzdem –trotzdem-, geht die Idee, dass das Leben kompliziert, schwierig ist, offensichtlich weiter. Und klar, es wird kompliziert, schwierig, unausstehlich …

Unausstehlich…?

Und wer macht es unausstehlich? Das Leben selbst…? Oder sind die Bewusst Seine des Lebens –in diesem Fall menschliche-, diejenigen, die die ‚Unausstehlichkeit’ des Wesens übermitteln?

Aber wir machen weiter. Es stellt sich heraus, dass –ohne den Faden zu verlieren, aber dann schon auf einer anderen Ebene-, abgesehen von den unzähligen Spezies stellt sich heraus, dass unsere… ihrem wachsenden Galopprennen des Wachstums folgt und die Geburten die Anzahl der verstorbenen Personen um das doppelte übersteigt. Wodurch die Zunahme der Bevölkerung immer mehr wird.

Aber war nicht sehr schwierig? War es nicht sehr kompliziert? War es nicht…?

Oh, ja. Ja, ja. Die Idee von „kompliziert”, „schwierig”, „überdrüssig”… findet immer mehr an jenen Orten Anerkennung, wo es Überfluss gibt, wo es Ressourcen gibt           –zumindest anscheinend. Und demnach ist das Leben weniger vorteilhaft und man muss es kalkulieren, man muss es mathematisieren.

Aber wir machen weiter. Auf einer anderen Ebene…

- Andere…! Andere?

- Ja, andere.

Auf einer anderen Ebene, die, die klug, mit Bedacht, „Sapiensmäßig“[1] überlegen, dass das Leben Geburt, Wachstum, Entwicklung und tot ist, also… also wie schade! Also das ist hart, nicht? Es ist hart! Schwierig! Denn wenn die Abnahme folgt… ufff(!), werden sie Dich ganz langsam verlassen, sie werden dich scharf kritisieren… Sie werden dich, sie werden dich, sie werden dich…

Es ist hart für den Naturheilkundlichen-Naturalistischen-Materialistischen zu sehen, wie kompliziert und… absurd(?) das Leben ist, obwohl sie –in dieser Position- leben, ohne zu wissen warum! Ja, sie leben und… das schon, hart.

Unter diesem Gesichtspunkt –und bei anderen, die wir sofort sehen werden-, erweist sich das Leben als ein tägliches Trauma, ein täglicher Schmerz: wegen diesem, wegen jenem, wegen dem anderen… Es ist so, als würdest Du gehen und bei jedem Schritt prallen Deine Zehen gegen Steine.

Ah(!), aber… voilà, voilà, voilà, voilà, voilà(!), auf dieser Ebene der Ebenen kommen wir zu den Gläubigen.

Wir werden sie alle zusammenbringen: alle jene, die glauben, dass das Leben ein Ereignis ist, das durch das Göttliche geschaffen wurde.

- Und...?

Ehhh… Jetzt kehrt wieder „Blut, Schweiß und Tränen” zurück. Na gut. Das scheint nicht viel besser als die vorherige Ebene zu sein.

Ja, also sehen Sie mal. Weil zu leben für die Gläubigen… eine Strafe ist. Vielleicht bemerken die Personen das nicht, aber unter dem gläubigem System jedweder Tendenz                    –christlich, jüdisch, moslemisch, hinduistisch- bedeutet zu leben eine Strafe, später dann, wenn Du Dich gut benimmst, dann geben sie dir einen Preis.

Aber es taucht eine sehr transzendente betende Frage auf. Ja. Was für eine Notwendigkeit –auch wenn, klar, wir es nicht wissen können, aber diese Frage ist gültig- was für eine Notwendigkeit hatte die Gottheit, das Leben zu kreieren, um es dann es dann zu ärgern?

SIE kreiert das Leben, SIE vermasselt Dir das Leben, SIE macht es hart(!), schwierig und… na gut(!), später sagen sie, dass „sie Dich entschädigen“, aber im Prinzip ist Dir das nicht klar. Vielleicht sieht man es später sehr klar, aber auf den ersten Blick…

So könnten wir denken, dass die Idee des Lebens eine böswillige Planung der Gottheit ist. Klar! Weil Dir Blut, Schweiß, Tränen, Geburt, Wachstum,  Niedergang und Tod zu geben… da ist es schon egal, welches der Ursprung ist. Und währenddessen zelebriert man das Leben: „Weil das Leben… Als wirklich, sieh mal wie das Leben ist… Wir werden das Leben studieren…” und so weiter und so fort…

Aber das ist schon eine schwere Arbeit! Aber wenn wir doch nicht in der Lage sind, weder das Wasser unter den Durstenden noch das Brot unter den Hungernden zu verteilen! Das menschliche Zusammenleben ist schon ein…  Desaster!

 

Welches Interesse hat man –unter diesem Gesichtspunkt- zu leben? Ist es interessant zu leben?

Was würde geschehen –als Annahme- was würde geschehen, wenn das Wesen nicht diesen Mustern, die wir gerade beschrieben haben, folgen würde? Und das Leben sehen würde, wie wir es am Anfang gesagt haben: ein Verlauf der Schöpfung… leicht, sanft, kreativ, neuartig,ewig. Ewig.

Vielleicht entspricht das mehr der Göttlichen Schöpfung, als einer göttlichen(?)… Schöpfung, die bereits das Karma mit sich bringt, die die Unendlichkeit der… Defekte(!)… mit sich bringt… und die zu einem Bollwerk an Fehlerhaften wird, wie es die Gesellschaften sind –egal welche.

Was für eine Notwendigkeit hatte die Schöpfung, etwas Fehlerhaftes zu schöpfen? In diesem Fall beziehen wir uns speziell auf den Sapiens, auf die menschliche Spezies.

Manchmal scheint es so, dass das Leben eine schwere Last ist, die man transportieren muss, so gut wie möglich hinter sich bringen muss, aber mit dem Wissen, dass das Schlimmste kommen wird.

 

Unter dem kulturellen-gesellschaftlichen Gesichtspunkt ging das Leben auch dazu über, nichts wert zu sein, etwas wert zu sein, einen Preis zu haben oder verachtenswert zu sein. Und es durchläuft weiterhin diese Zustände. Klar, abhängig davon, wo sich die Veränderung befindet. Die Veränderung der Auffassung. Das hängt davon ab(!)... ob wir uns das Leben in Äthiopien, im Sudan, in Grönland, in Paris oder in New York vorstellen.

Auf jeden Fall gibt es heute im XXI. Jahrhundert ein Bewusstsein –so wie der leichter Nebel einer Kontaminierung- in der das Leben schwierig, schwierig, schwierig ist. Zufriedenstellend, zufriedenstellend, zufriedenstellend.

Es ist eigenartig, dass –nachdem was wir gerade gesagt haben- der am meisten benutzte Slogan in den stärksten Gebieten, in denen mit den meisten Ressourcen, mit den meisten… gesagt wird: „Jeder kann das Leben leben, das er möchte. Lebe wie Du möchtest!”

Ach ja? Stimmt das? Nein, nein, nein, nein, nein! Es wäre amüsant, aber nein, Du wirst nicht leben wie Du willst, Du wirst nicht leben wie Du fühlst, Du wirst nicht in dem leben, was Du denkst. Du wirst gemäß Deiner Fähigkeit, Deiner Ressourcen, Deiner Mittel, in Bezug auf ein brodelndes Gewitter von Donnern, Blitzen und der übrigen durch die Spezies selbst kreierten Auswirkungen leben. Die Dir gleichzeitig die Hoffnung vermittelt… –nein, es ein viel zu wichtiges Wort-, sie gibt Dir die Möglichkeit, dass Du glaubst, dass „ich mit meinem Körper machen kann, was ich will; ich komme und gehe wohin ich will…“  

Nein, nein, nein! Nein, nein, nein, nein!

Das ist so ähnlich –und dort wird alles kompliziert- wie falsche Freiheiten. Der Staat fabriziert… –das ist ein Monopol- er fabriziert Tabak, richtig? Ja. Und er hat offizielle Einrichtungen –Läden- und verkauft Tabak und er weist darauf hin, dass der Tabak Krebs erzeugt. Es ist noch mehr, er schreibt drauf: „Der Tabak tötet.“ Und dann schafft er Zentren, um diejenigen zu kurieren, die dabei sind, sich umzubringen. Nebenbei wird der Staat reich.

Eine einfache Frage: Wenn man weiß, dass das tötet und der Staat der Beauftragte dafür ist, zu wachen –ja, zu wachen(?)- über die Gesundheit, das Wohlergehen, dem Komfort zu wachen… all das Gute der Bürger, warum lässt er das zu und verkauft ihnen Gift?

Erinnern Sie sich an jenen Satz des Christus(?): „Wer gäbe seinem Kind den Schwanz einer Schlange zu essen, wenn es nach Essen verlangen würde?”  Nein, nicht wahr? Oder würde er ihm Steine geben? Nein. Das Normale –normal(?)-, na gut, wenn das Kind nach Essen verlangt, dann wäre es das Angemessenste, ihm Nahrung zu geben und nicht ihm Gift zu geben. Man fragt es noch nicht einmal: „Möchten Sie Gift oder Nahrung?”

Klar, das ist das Beispiel. Wir können Tausende mehr bringen. Nicht nur vom Staat, sondern vom Zusammenleben, das dir verbietet, von der Gewohnheit, die dich zwingt, dem Gesetz, dass dich verurteilt… und ein langes et cetera. Das Leben wird sehr schwierig. Zu leben wird sehr schwierig!

Und es war einfach[2]fásil“, ja, mit „s” scheint es einfach. Es war ein Verlauf. Wir werden es einfach machen.

- Magst Du Reis? Iss Reis. Ich mag Schokolade.

- Nein! Iss Reis wie ich.

- Ahhh!

Kleine Probleme fangen an.

Das Menü ist immer diskutabel. Unglaublich!

Wenn also das Menü immer diskutable ist, bufff(!), das Göttliche… was ist das dann?

Wenn sich das Göttliche vielseitig gestaltet hat, bis es sich in ein Menü verwandelt hat… und man macht daraus ein Problem, dann ist offensichtlich, wenn man sich den Ursprung der Schöpfung ansieht, in dem Mysterium, also dann ist es nicht nur ein Problem, sondern es ist etwas… Problematisches.

Von daher zieht sich das Wesen in seinem Wissen und in seinem Bewusstsein zurück und… erklärt dem Leben den Krieg.

- Wie bitte?

Ja. Die Schlussfolgerung und die Kulmination von diesem ganzen Prozess ist, dem Leben den Krieg zu erklären und zu versuchen, ihm ein Ende zu bereiten, weil es schlecht ist. Es ist eine schlechte Erfindung… die schädigt, die verletzt, die wehtut, die dich Leiden lässt…! Also wird man ihm den Krieg erklären müssen und es zunichtemachen müssen.

Es wird schon gemacht, nicht wahr? Ja. Der Mensch kümmert sich bereits darum. Nach und nach, klar. Oder manchmal protestiert jemand und sagt:  „Neeeiiiinnn. Aber dabei bleibt es dann: ein kleiner Protest. Aber jemand schreit: „Nein, aber it is a wonderful world!!”„Nein, nein, das Leben ist wunderbar!” Und ein anderer schaut verächtlich und sagt: „Ist der Dumm!”

Wer macht das Rennen(?) –als Ausdruck. Wer nimmt den Gewinn mit? Der Verzweifelte, der Folterer, der Misshandler. Der, der dich heute, morgen und übermorgen misshandelt, aber dann… streichelt er dich, ist nett, ist entgegenkommend…. Ach…!

Vor einigen Tagen war das Leben furchtbar, aber heute ist es wunderbar. Das ist der Prototyp der Misshandlung, in der sich die Schädigung so sehr etabliert, dass man aufstellt, dem Leben ein Ende zu setzen –wir erklären dem Leben mit Unterbrechungen den Krieg! Wir werden nur die Form, Art und Weise des Lebens akzeptieren, die mich interessiert. Jenes, welches sich nicht so darstellt, wird zurückgewiesen. Infolgedessen wird es Krieg geben.

Ja, es ist eigenartig. Das menschliche Wesen kann dem Leben den Krieg erklären, aber es kann das Leben nicht beleben. Es belebt sich selbst. Selbst. Etwas belebt es!

Wäre es möglich –als Möglichkeit, klar- für einen Moment zu denken und zu fühlen(!)…, dass das Leben dieses Verstreichen des Universums ist(?), das nicht daran gebunden ist, ob es gut, schlecht, mäßig ist…. Nein, nein, nein, nein, nein. Es befindet sich nicht auf dieser Ebene. Das kann keine göttliche Strafe sein.

Haben SIE uns etwa die Gebete gegeben, um uns wegen der Strafe zu trösten? Oder rufen SIE uns danach zu beten, um uns von der Strafe zu befreien, weil wir alltäglich gegen eine Norm des Lebens verstoßen!?

 

Ja. Sie rufen zum Beten, damit jedes Wesen die Strafen entdeckt, den Krieg, den jeder einzelne dem Leben erklärt, welches er behüten muss und mit dem es sich in Beziehung setzt.

Und dafür gab uns die Schöpfung diesen Zaubertrank der Liebe, der tatsächlich so kontaminiert wurde, dass er sich bei sehr vielen… na gut, unzählbaren Fällen, in ein tödliches Gift verwandelt hat.

Wie der Krieg.

So könnte man sagen, dass…: „Aus Liebe zum Leben, setzte ich ihm ein Ende.“

Aber wenn wir für einen Augenblick den Betenden Sinn aufgreifen, dass SIE uns rufen, damit wir auf der Basis der Dynamik zu lieben eine Verwandlung des Krieges in ein einfaches Verstreichen der mysteriösen Schöpfung machen…

Ja. Vom Intellekt her weiß man das, kennt man das, klar. In der Praxis nicht.

Der Betende Sinn ruft uns zur Praxis, danach, all diese Fragen zu erleben. Weil mit ihnen allen eine Verwandlung möglich ist.

Eine liebende Verwandlung…, die aufhört zu richten, Vorurteile zu haben, zu verurteilen, zu bestrafen …

Hör auf, Krieg gegen das Leben zu sein… und werde zur Kommunion mit dem Schöpfer Mysterium.

 

(2 Minuten der Stille)

 

***

 


[1] Im Original heißt es: „sapiencialmente“. Das bezieht sich auf den homo sapiens, aber auch auf das Wort „saber“, „wissen“.

[2] Im Original steht „fásil“ statt „facil“, „einfach“. Das Wort „fásil“ gibt es so nicht im Spanischen, wird aber weicher ausgesprochen  als „fácil“.