Das Leben hört niemals auf sich zu bilden

 

BETENDER SINN

 

In dem Maße wie wir herumstreifen, wandern, reisen –physisch wie „in der Phantasie”: fabulierend, phantasierend-… in diesem Maße werden wir nach und nach Empfindungen, Eindrücke und… Unterschiede in Beziehung  auf das, was wir machen, in Beziehung auf das, was wir denken, in Beziehung auf das, was wir vorschlagen, entdecken.

Gemäß dem müsste jedes Wesen mit der Zeit eine Anhäufung  –vergeben Sie mir die Wiederholung- … von Wundern sein, weil es Neuheiten, Variablen, Unterscheidungen in sich aufgenommen hat, etc.

Und das geschieht wirklich im Leben. Nicht in den menschlichen Wesen… –von Ausnahmen abgesehen-, aber schon in anderen Lebewesen, die nach und nach „lernen”: ihr Organigramm des Lebens lernt und passt sich an, um… zu überleben, um sich anzupassen, um aus ihrer Erfahrung zu Leben ein Ereignis des „Genusses” zu machen.

Das machen die Mücken, die Ameisen, die Bienen… jedwedes Lebewesen. Aber, aber, aber(!)…, das ‚Aber‘ liegt darin, wenn wir zum Lebewesen, zum Säuge-Wirbeltier, zum „Menschen” kommen, geschieht das nicht so.

Es ist noch mehr: Es hat so eine Zeit des Aufwallens bis mehr oder weniger zu seinem mittleren Alter, welches sich heute bei 40 Jahren befindet –denn das maximale liegt bei etwas über 80 Jahren und in den wohlhabenden Welten, klar, in anderen Welten ist die mittlere Lebenserwartung niedriger.

Aber das: auf der Ebene des Entwurfs, den wir jetzt haben, betend, ist er in diesem mittleren Alter so wie komplett. Ja. Und er weiß bereits, ob er heiraten muss, ob er nicht heiraten muss, ob er Kinder haben wird, ob er keine Kinder haben wird, ob er in dieser Firma weitermachen wird oder nicht in dieser Firma weitermachen wird; er weiß bereits, ob die Todesstrafe gut ist oder ob die Todesstrafe schlecht ist; er weiß bereits, ob er die Steuer betrügt, ob er die Steuer nicht betrügt, wenn er sie nicht betrügt, ob es gut ist, ob es schlecht ist, ob die Politiker…; dort weiß er schon, ob er von der Rechten ist, ob er von der Linken ist, ob er für Botafogo oder Real Madrid ist… Er weiß bereits alles!

Was geschieht?

Da er alles weiß –„da er alles weiß”- quillt alles Neue, das kommt –Verzeihung wegen des Wortes „neu”-, alles, was er in sich aufnimmt, was er entdecken wird –weil wenn man „neu” sagt… wird es neu für seine Struktur sein, aber vielleicht ist das, was er in sich aufnimmt nicht neu-,… alles Neue(!)… quillt über.

Ah-ah! Was heißt das, dass er überquillt?

Ja! Er wird ‚in-kom-petent’. Er quillt über… Und er kann nicht mehr und er kann nicht mehr und schon… schon ist sein Chip bereit und er möchte der Partie nicht mehr folgen.

Und er quillt über und dann kann der Heilige Geist selbst in Form von sprechender Taube kommen und auf Slowakisch oder auf Trinitarisch sprechen, er wird eine Pistole ziehen und die Taube töten, weil er sie für eine Gesandte des Teufels hält:

„Neeeein, aber es war doch der Heilige Geist! Wie konntest Du auf ihn schießen! Also Alter, sei nicht so roh…!”  Würde ihm der andere sagen. Aber die Taube ist schon tot

Ist es so?

Ja. Es ist so sehr so, sogar… Mehr als sogar(!), es ist so sehr so, dass sogar wenn man zu dieser Formation in Blüte kommt, die Person dann anfängt an Wert(!) zu verlieren…! Ah, ja…!

„Und dieser Spieler ist schon… also der ist schon 31! Also verliert er schon an Wert, er ist nicht mehr 100 Millionen wert!” „Er ist bereits 35 Jahre alt und schon… er läuft nicht mehr wie mit 20!”

Ah…! Im Fall anderer  Berufe:

„Nein, nein, nein, nein, nein, nein…! Also der ist schon zu alt und… er ist nicht auf der Höhe! Er ist nicht auf der Höhe.”

Weil man bereits davon ausgeht, dass er überquillt. Demnach:

„Ich möchte nicht, dass mich ein Arzt mit viel Erfahrung sieht oder ein älterer Arzt. Ich möchte, dass mich ein junger Arzt sieht, eine junge Ärztin. Weil die auf dem Laufenden ist, weil der/die weiß.”

Und die Erfahrung quillt über und von Ausnahmen abgesehen, tatsächlich selbst die Gesellschaft, selbst die gesellschaftliche Organisation… In anderen Zeiten war es nicht so, aber jetzt ist es schon so! In anderen Zeiten erzog der Ratschlag der Alten, er ordnete an… Fertig. Jetzt muss man die Alten „eliminieren”.

Wie der japanische Premierminister in einer berühmten Rede schon vor einigen Jahren–nicht vielen, vier oder fünf- sagte, als er sich an die Rentner wandte, an die Pensionierten, an die Pensionäre. Er sagte ihnen: „Meine Herrschaften, Sie konsumieren viel, Sie verbrauchen viel(!) von dem Geldschrank des Staates, Sie sind sehr teuer für die Gesellschaft. Bitte, sterben Sie.”

Bei alledem war der Premierminister 74 Jahre.

Ja, wir werden jetzt nicht die Euthanasie in Mode bringen, weil sie schon in Mode ist.

Demnach scheint es, es scheint(!)…. –und das ist ein Lockruf, den die Schöpfung vom Mysterium aus macht- es scheint so, dass sich der Mensch, das menschliche Wesen „abgerundet” hat. Ja, es hat sich abgerundet. Und dann wird alles, was es sehen, hören, lesen wird… überlaufen… und überlaufen… und überlaufen.

Vor gerade einmal ein paar Tagen erzählte man uns eine Anekdote von einem Ereignis in China: ein prominenter Professor aus Irland, der viele Jahre in China lebt… Diesem Professor schlug man für sein Institut –in China(!)- vor, ein paar Qi Gong-Übungen zu machen... –in China(!)-, um die Elastizität, die Plastizität und die Harmonie des Gleichgewichts des Wesens herzustellen. In China! Ein humanistisches Institut. Ein Institut, das sich mit der Entwicklung der zwischenmenschlichen Beziehungen beschäftigt. In China! Was war die Antwort des beauftragten Professors?

- Oh, nein, nein, nein, nein, nein, nein! Nicht, dass sie uns mit einer Sekte verwechseln. Außerdem bin ich katholisch, ich bin Christ und… dafür kann ich mich nicht hergeben.

Das geschah gerade mal vor eineinhalb Monaten in Shanghai, in China. Diesem Herrn… quillt… die Lymphe über(!) –um etwas zu sagen. Er muss das Haar fettig haben, er muss viel schwitzen, er wird keinen guten Körpergeruch haben… und wahrscheinlich… wünschen wir ihm das Beste, aber wir befürchten das Schlimmste.

Stellen Sie sich das mal vor!

Es ist so, als ob wir einem Geschäftsmann in Kolumbien die Idee vorschlagen würden, alle drei Arbeitsstunden, alle vier Arbeitsstunden in seiner Firma –um die persönliche Leistungsfähigkeit zu verbessern-, dass er sich eine halbe Stunde Pause im Rhythmus der Cumbia[1] gibt. Ja. Und nach einer halben Stunde… dass sie eine halbe Stunde hätten, damit die Leute ein bisschen tanzen. Das würde die Sesshaftigkeit und so vermeiden. Und der Geschäftsmann würde sagen:

- Cumbia…? Hier in Kolumbien, Cumbia?

- Ja. Wir werden auch nur eine spielen: „Es war die Piragua von Guillermo Cubillo, es war die Piragua, es war die Piragua…”.

Die Piragua! Schrecklich!

Und der Geschäftsmann würde sagen:

- Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein! Ich bin Katholik, apostolisch und römisch! Wie kann ich das erlauben…!

Das können Sie sich nicht vorstellen, stimmt’s? Also stellen Sie es sich vor. Weil die Geschichte, die ich Ihnen gerade erzählt haben absolut wahr ist. Sie geschah in  Shanghai und man erzählte sie mir vor drei oder vier Tagen. Unglaublich! Und wir sprechen vom Qi Gong, in China, wo sich jeden Morgen die Stadt Shanghai mit Menschen füllt –im Allgemeinen-, um irgendeine Form oder irgendeine Variable des Qi Gong oder des Tai Qi zu praktizieren…. Irgendeine Kunst des Odems!

Aber dieser Herr, der da so etwas über 40 Jahre da ist, der hat das noch nicht mitbekommen, oder er hat es mitbekommen, aber… er ist bereits formiert.

 - Ah! Hast Du gesagt „formiert”?

- Ja!                  

 - Aaaaachhh! Also das ist es, das ist es…! Das menschliche Wesen formt sich…         –klar(!)-, genauso wie sich der Fötus formt und nach 9 Monaten… also jetzt formiert sich das Wesen mit 40 und fertig; alles, was Du ihm beifügst ist… „Borretsch Wasser!”

„Borretsch” ist ein Kraut, eine Pflanze, die im Prinzip wenig Wert hat, die aber in Form von Suppe gut ist.

 -Die Sache ist, dass… dass er nicht mehr zulässt! Er lässt nicht mehr zu!

- Aber das ist… der Tot.

- Oh... oh ja, oh ja. Ja.

- Aber das ist schwerwiegend.

- Ja…!

 

Der Betende Sinn weist uns darauf hin, dass das Leben des menschlichen Wesens, das Leben im Allgemeinen, niemals endet sich zu formen. Aber in dem Moment, in dem es sich formt, stellt es Muster der Form auf(!) und das Leben deformiert sich… und es wird gegenüber… Neuigkeiten undurchdringlich!

Sehen Sie mal wie eigenartig! Eine Notiz, um diese betende Offenbarung aufzuschreiben. Eine Notiz. Also sehen Sie mal, vor einiger Zeit wurde die Nachricht bekannt, dass die Elefanten…. –ich glaube, dass alle wissen, was ein Elefant ist- die Elefanten, es scheint so –es scheint nicht so, sie haben es gesehen-, dass sie kaum an Krebs leiden. Stellen sie sich mal so etwas Komisches vor! Das heißt, wie konnten sie  soweit kommen, das zu studieren.

-Die Elefanten?

-Ja. Mit so einer beeindruckenden Masse, klar(!), die brauchen eine immense Reproduktion an Zellen! Also die bekommen praktisch keine Tumore!

Und sehen Sie sich umgekehrt mal die menschlichen Wesen an. Wer kennt nicht irgendjemanden, der eine Neoformation hat oder an einer gelitten hat?

- Und das, warum?

- Ah(!) –die menschlichen Wesen haben entdeckt-, weil sie ein Gen haben… ein Gen, das sich aktiviert –oder besser gesagt ist es aktiviert- und jedes Mal, wenn eine verdächtige Zelle auftaucht, die nicht günstig für das Leben ist, kümmert sich dieses Gen darum, über ihr eine Apoptose auszuführen, das bedeutet, sie zu fressen und sie in ein anderes Produkt zu verwandeln. Nicht „sie töten“; es tötet sie nicht –diese Terminologie müssen wir… Es „phagozytiert“ sie. Es, das Gen, setzt eine Reihe von Mechanismen in Gang und die Zelle wird phagozytiert.

-Ah…! Wie gut!

-Es wird zum Alliierten –außer- dem berühmten p53, welches ein Gen ist, das sie haben… Es ist ein ausgezeichnetes Antitumorales Gen: p53. Sie hätten ihm einen liebevolleren Namen geben können, nicht(?) … „p53”? Das ist so ein bisschen… „p53”. Na gut, ein hauptsächlicher Alliierter von p53, der in den menschlichen Wesen aktiv ist, aber dessen Aktivität offensichtlich, wie wir sehen, unzureichend ist.

- Gut, und…?

- Und es geschieht –wegen dem, worüber wir sprechen-, dass sie anfingen zu suchen, wo sich dieses Gen befindet, das die Elefanten haben, das wir nicht haben.

Überraschung…! Bevor gefragt wird, wo es sich befindet, wann ist es aktiv? In der embryonalen Etappe. Genau dann, wenn eine unaufhörliche Zellreproduktion stattfindet, dort ist dieses Gen aktiv, sehr aktiv(!), und es erlaubt nicht, dass andere Dinge kreiert werden, welche nicht die sind, die sich kreieren sollen.

Später, wenn sich die erste Bildung des Wesens vollzogen hat, also gemeint ist der Embryo, und das Wesen dann vor dem Licht erscheint und geboren wird, zieht sich dieses Gen in das sogenannte „Abfallgenom“ zurück und es bleibt dort in einem latenten Zustand.

„Abfallgenom”, das dafür gehalten wurde, dass es Reste andere Lebensformen waren, die wir im Laufe der Geschichte in unserem menschlichen Genom mitgeschleppt haben, und von denen man später gesehen hat, dass es sich um eine Information handelt, die, obwohl sie keine Formen und Materie kodiert, obwohl es sie nicht kodiert, dass aus ihm –aus diesem Teil des Genoms- die Anordnungen hervorgehen, damit die, die sehr wohl Formen und Strukturen kodieren, es tun. „Dass sie es tun.”

Und das ist es, was wahrscheinlich geschieht, wodurch das Auftauchen der Neoformationen kontinuierlich, konstant und schon üblich ist. Bei den einen ist es der Pankreas, bei anderen ist es die Leber, bei anderen die Lunge…

-Aber was ist das denn? Eine Epidemie?

-Ja.

-Warum?

Weil der Mensch sein Leben strukturiert und geformt hat und er da stehengeblieben ist. Und das Leben wurde nicht dafür entworfen, sondern es wurde dafür entworfen, unendlich zu wachen! Im Denken, im Wort und im Werk, „ohne Unterlassung”.

 

Und der Mensch, da er schwer gegen seine Formation verstoßen hat, die permanent embryonal sein müsste, wird zu einem Backstein, er wird „Spanier”, er wird „Deutscher”, er wird „Kolumbianer”, er wird „Norweger”, er wird „Finne”, er wird „Portugiese”… und ist dann fertig.

Er wird zu einem Ärgernis. Er ärgert! Ja, weil er nichts beisteuert. Er ist eine Mauer. Er ist eine Wand!

Er wurde erwachsen und… hörte auf in sich aufzunehmen, zu renovieren, zu reaktivieren, zu regenerieren… Mamma mía! Wie schrecklich!

In Folge dessen müssen Sie sehr ernsthaft Ihre Auffassungen in Bezug auf jedwede Sache überdenken! Und Sie müssen diese Blöcke schmelzen lassen und sie porös werden lassen… damit sie sich renovieren, wachsen, sich entwickeln, sich bewundern können. bewundernswert sein!

Bewundert uns die Schöpfung etwa nicht „trotz allem”. Und sie muss uns sehr bewundern, weil wir hier immer noch weitermachen.

 

Wenn das Leben nicht meins ist(!) und es wird die Gelegenheit zu improvisieren, zu wagen verliehen … dort wird uns gezeigt, dass es nicht meins ist und dort ist es, wo ich aus meinen Ziegelsteinen permeable Poren machen muss, die es mir erlauben, mich auf die Pfade der Schöpfung zu wagen, auf die ‚Möglichkeiten’ zu leben… in einer kontinuierlichen Sehnsucht nach Kreativitäten zu leben.

 

Ja.

***

 


[1] Kolumbianischer Volkstanz