Es werde Licht

 

BETENDER RUF

 

(4 Minuten der Stille)

 

Aufgrund der Konditionen des Lebensstils, den die Spezies nach und nach entwickelt hat, verwandelt sich die Erfahrung zu leben sehr oft… in eine schwere(!)… Last. Oder manchmal in eine leichte Last… auf Kosten dessen, das Gewicht in anderen zu erhöhen.

Es hat sich nach und nach mit Beherrschen, mit Kontrollen, mit Zwängen, mit Verteidigungen, mit Angriffen beladen…; es hat sich nach und nach mit Neid, mit Eifersuchten und mit Verzweiflung beladen. Und gleichzeitig versucht es sich durch Zwänge, Obligationen und Manipulationen gegenüber anderen, zu entlasten.

Und so wird die Idee generalisiert, dass die Erfahrung zu leben eine große Last ist. Zu leben bedeutet sich zu beladen[1]… und zu beladen…

Aus der lebendigen Erfahrung wird eine harte und unausstehliche Last.

Das bringt –wie wir sehen- Traurigkeit, Manien, Lebensangst, Beklemmungen, Angstzustände und Verzweiflung mit sich, indem man mit Gewalt danach sucht… die Auffassung der Last zu erleichtern.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Zu leben wird vorsätzlich und besorgniserregend gefährlich.

Dieser Stil wird nach und nach zur Gewohnheit. Und mit ihm… wird jedwedes Ereignis mitgerissen, denn in vielen Momenten ist es eine Erleichterung, wenn man aufhört zu leben.

So denkt es das Wesen… und so fühlt es die Umgebung oder so „beklagt sich“ die Umgebung je nach den Umständen.

 

(2:30 Minuten der Stille)

 

Die Lebewesen der Umgebung, keine menschlichen Wesen, manifestieren diese Verhaltensweisen nicht, ausgenommen die, die in irgendeiner Art und Weise domestiziert werden: Tiere oder Pflanzen, sogar Mineralien.

Und von daher ergibt sich das Hervorbrechen des Lebens als ein außerordentliches, ungewöhnliches, einzigartiges Ereignis! Zumindest in den Sternenumgebungen, die wir mehr oder weniger kennen.

Und dieses Aufkeimen macht es ohne Last. Es macht es mit Gaben, mit Ressourcen, mit Mitteln, mit Fähigkeiten …

Aber bald… entdeckt das menschliche Wesen, dass es seine Ressourcen und seine Mittel vermehren kann, indem es andere… beugt, kontrolliert, beherrscht. Und vor allem(!) andere Menschen.

Und so stellt sich der Krieg der Kriege ein, der, der das Zusammenleben nicht als eine wirklich lebensbejahende, kreative Ressource… und von unzählbaren Ressourcen betrachtet, sondern der in seiner Gruppe bald –größere oder kleinere- Streitgespräche aufstellt, der den Wettkampf aufstellt,  der die Beherrschung aufstellt, der die Manipulation…

Vom vitalen Gesichtspunkt aus ist es… unsittlich! Es ist unwürdig...!

Aber… da es eine generelle Angewohnheit ist, die Beziehungen, die Interpretationen zu verfälschen und später zu den Spannungen, zu den Diskussionen, zu… zum Krieg überzugehen! Das ist Krieg. Wir müssen nicht weiter drum.

Es ist als hätte sich das Wesen mit einer eigenartigen Tendenz imprägniert, mit irgendeinem mysteriösen Elixier oder irgendeinem eigenartigen Fluch. Da es, obwohl es sieht, dass es sich zerstört, mit dem kleinsten Triumpf begnügt… wissend, dass es eine Beute für einen anderen Plünderer sein wird.

So ein evolutioniertes Gehirn, voll von Ressourcen, von Neurotransmittern: Dopamin, Acetylcholin… -puff(!), was für eine Verschwendung, um in einer Diskussion, in einem nicht einverstanden sein zu kulminieren. Wie ekelhaft!

Das heißt, all diese Windungen, diese ganze Entwicklung von allem, all diese zerebrale Faltung, all diese… alle diese Literatur, all… all… all das, was ist das? Merde?

War die Renaissance, die Illustration, der Modernismus, der Existentialismus zu irgendetwas nütze… oder triumphiert nur ‚Stupidismus’?

 

Ja. Der Betende Ruf von heute bezieht sich auf diese… „Angewohnheit“ von diesem langen Gesicht, das der aufsetzt, weil es nicht so läuft bei ihm, über die schlechte Laune, die der andere rausholt, weil ihm das nicht gefällt…

Dämchen und Herrchen der noblen Abstammung ohne blaues Blut...

Mit Blut der Erdmandelmilch!

 

Es könnte doch –nicht wahr(?)-, das Wesen könnte doch in einem Moment der Klarheit, klar(!)- bemerken, was das Leben bedeutet; es könnte sich darum kümmern, was es etwas schuldig war, oder dass es da etwas geben muss –etwas, etwas(!-), was da ist und was… und was da ist, einverstanden? Um nicht auf Worte zurückzugreifen, die, obwohl sie schön sind, bereits verdorben sind und… bah(!), die man so runterrasselt.

 

Dieses Wunder… ist dort, es ist hier, dieser Moment von… „es werde Licht –und es wurde”.

Und es ist… kontinuierlich da…

Und der Mensch in seiner Eitelkeit sieht es nicht, er fühlt es nicht…!

Er versucht seine eigenen, welken Lichtgeneratoren zu produzieren, die ihn bald verlassen oder konkurrieren…

 

Ach…! Und in einem anderen Moment der Klarheit(!)… –„und es werde Licht”, und es wurde- und in einem anderen Moment der Klarheit kann man wahrnehmen, dass… dass es nichts gibt, was zu viel wäre! Dass jeder Teil, von was auch immer, verbunden… ist, verbunden ist durch eine Mysteriöse… Situation, und dass das kein Zufall ist!

Die… unendlich vielen und kleinen Teile ziehen sich an. Und gleichzeitig identifizieren sie sich! Simultan.

Aber das alltägliche menschliche Verhalten sieht das nicht… obwohl es ihm so nah ist(!), es das in sich hat!

 

Und wenn man nur… wenn man nur ein bisschen beobachtet, am Ende dieses leuchtenden Moments –„und es werde Licht” und es wurde-… dann ist das, was wir erreichen können zu denken(!) –strukturiert-... das, dass wir all das, was wir „Leben” nennen, was sich mit jedem Teil, der sich präsentiert und mit jedem einzelnen, der benötigt wird … und mit jedem einzelnen, der sich… anzieht, erzeugt… „Zuneigung“ nennen, das nennen wir „Liebe”, das nennen wir… „Emotion”, „Bewunderung”… aber später, ganz schnell bekämpfen sich dieses Worte… ausgenommen(!) –klar-, dass sie irgendjemandem nützlich sind.

Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem die ‚Unerträglichkeit’ der Zuneigung der anderen, das Lachen der anderen, der Humor der anderen, zu einem Feind wird.

Die Besitzebene der Wahrheiten ist so groß, dass es wirklich erschütternd ist.

„Und es werde Licht(!)”… und es wurde Licht.

„Und der sah, dass es gut war.”

 

Aber sehr schnell(!) stellte die menschliche Kultur -(k.K.[2])-… auf, dass das, was für den einen gut war, schlecht für den anderen war

Erneut der Krieg…, die Angst…, die Flucht…

 

(2 Minuten der Stille)

 

Es scheint so, dass jeder einzelne „ganz treu” seinen Egoismen und seinen persönlichen Interessen folgt, abgeschnitten von allen Verbindungen, die unweigerlich da sind.

„Es scheint so”… Mehr als dass es „so scheint”, geschieht es so.

Und da das Wesen so handelt, verspannt es sich, verwickelt es sich…, wiederholt es sich…, lässt es sich gehen. Oder es stößt Schreie des Hochmuts aus(!), indem es versucht zu erpressen… oder indem es versucht Mitleid zu erwecken!

„Alles in allem eine Entehrung.“

Oh, ja! Vielleicht ist die Ehre ja nicht mehr… es ist ein veraltetes Wort.

 

Und in diesem mysteriösen Netz, diesem eigenartigen Gewebe, dass… ausgehend von „Den Ewigkeiten” weiter webt. Etwas, was nicht in den Kopf reinpasst, aber von dem wir sagten, dass es unerreichbar ist. Aber man muss es auch nicht erreichen.

Es kommt…

Ohne ES… gibt es kein Leben.

Und ES ruft uns, es ruft uns auf, es macht uns wachsam, es belebt uns(!), es entdeckt uns…(!)

 

(2:30 Minuten der Stille)

 

Nicht das Licht ersetzen. Sich mit ihm fühlen. Und in ihm die Allianz zu leben, ohne Last(!) aufstellen, des befreienden Lebens, das sich in der Verbindlichkeit, im… Respekt entwickelt, weil man da ist, in der Bewunderung für das, was uns umgibt, den Dank, was SIE uns bewilligen.

 

 

***

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


[1] Auf Spanisch heißt es: „cargarse“, „sich beladen“, „sich kaputtmachen“, „sich ärgern“.

[2] Kein Kommentar