23. Wenn Splittergruppen den Gehorsam erzwingen...

 

BETENDER RUF

 

(7 Minuten der Stille)

 

Wir wissen nicht… wie genau und in welcher Art und Weise das auftauchte, was wir „Leben“ nennen. Vielleicht war es unter dem betenden Blickwinkel immer… in angehäuften Ewigkeiten da. Unter dem Gesichtspunkt unseres Verstandes, unter dem zu wissen, unter dem der Logik und der Wissenschaft versetzen wir das in einen Zeitrahmen.

Ach! Aber wenn es (das Leben) vor den Augen der Menschheit offensichtlich wird, dann erschafft sich das Leben jeden Tag; es stellt sich kontinuierlich wieder her, vor allem moduliert es sich, es konfiguriert sich einzigartig. Und all das nicht wegen seiner Kondition        –wie das Leben auch immer sein mag, auf das wir uns beziehen-, sondern wegen… der Einflüsse. Vom betenden Gesichtspunkt aus, vom Schöpfer Mysterium aus oder von dem Gesichtspunkt der Wissenschaft und des Wissens aus, aufgrund diverser und vielfältiger Faktoren, die durch den blinden Zufall, durch Zufälligkeit, durch Glück in einem konkreten Punkt Auswirkung haben.

Was stimmt ist, dass sich dieses Leben ausdehnt, es sich anpasst, es wächst… und wächst. Und in seinem Wachsen wird es zum… „Erkennen“. Und jedes erlebende Leben wird offensichtlich und die Vielfältigkeit wird offenkundig. Und jede Besonderheit des Lebens ist direkt oder indirekt mit anderen und anderen und anderen verbunden: Das Netz des Lebens, das lebende Gewebe.

Wir könnten sagen, so wie bei anderen Gelegenheiten in Bezug auf dieses Netz: wir wissen nicht, ob das ganze „etwas“ darstellt…, was wirklich das Leben ist.

Es ist so, als würden wir sagen: es existiert der Knochen, der Muskel, die Sehne, das Blut, die Lymphe… Aber wenn all das sich formt und sich verbindet, dann... taucht ein menschliches Wesen auf.

 

Und in diesem ganzen grandiosen Vorgehen, unter dem Taktstock der Schöpfung, existieren keine Grenzen. Wenn man von ihnen spricht, dann spricht der Mensch so… als würde er seine Unfähigkeiten ausdrücken.

 

Diesen Prozess… des Bewusstseins des Lebens anzunehmen, diese dehnbare Vitalität, entfernt uns offensichtlich von den Kriterien des Scheiterns, der Schranken, der Grenzen… Und obwohl diese Ereignisse stattfinden –und sie finden statt(!)-, stellen sie keine… –sehen Sie einmal genau hin- stellen sie keine Hindernisse für das fortschreitende vitale Vorankommen dar.

 

Er (dieser Prozess) beschert uns keine Quantitäten, sondern er macht sich fest an Qualitäten. Und diese Qualitäten werden immer rekursiver, ‚ermöglichender’, offensichtlicher… in ihrem Schöpfer Bewusstsein.

Wenn sich das Wesen auf seinen Umfang der Macht beschränkt, dann zählt es unten, dann zählt es oben, dann zählt es Gewinne, dann zählt es Verluste, dann zählt es Possessionen… Aber das und diese Visionen sind eine Entführung: eine konzeptuelle Entführung, eine interessierte Entführung, eine unwürdige Entführung(!)… eines Wissens, denn dieses Wissen platziert sich in dem Universellen, es platziert sich in dem Unbekannten und deswegen sondert es sich nicht ab, es wird nicht rezessiv, es wird nicht argwöhnisch in seinem Napf oder in seiner Decke, sondern es betrachtet die Formen und Art und Weisen über die es verfügt… um seine Gaben auszuüben.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Das ist nicht neu. Die Selbstbemächtigung der Spezies ist nicht neu… über alles und über die eigene Spezies.

Aber es stimmt, dass jedes Mal, wenn die Glaubensrichtungen, Illusionen, Phantasien, Projekte schwanken…, dann werden wir verletzlich, weil wir unsere wahrhafte Natur verschieben und wir sie durch unsere Auffassung von Raum-Zeit ersetzen –Anschein.

 

Das Leben… gehorcht nicht. Das Leben drückt sich aus und zeigt sich in diesem ungehorsamen Chaos, Produkt des Schöpfer Mysteriums.

Wenn Splittergruppen des Lebens den Gehorsam erzwingen und so die innewohnende Natur zu leben beschlagnahmen, dann erzeugt sich eine Denaturalisierung des vitalen Ausdrucks. Und die Gewalt, aufgezwungen durch die, die zwingen zu gehorchen und die erzeugte Gewalt durch die, die im Prinzip gehorchen, ist eine entmutigende… Gewalt.

 

Wir befinden uns in einem dieser Zustände. Wir wiederholen: bereits geschehen, bereits ausprobiert, aber vergessen, beschlagnahmt, aufgelöst… Aber in jedwedem Rahmen, in dem man das Leben zwingt, beschlagnahmt, ihm aufbürdet und man von ihm Gehorsam fordert auf der Basis einer Angst vor der Strafe, ist das eine Strategie, die bewegt… und das „zu leben“ in „feindliche“ Konditionen versetzt!

Von daher müssen wir aufmerksam gegenüber unserem Bewusstsein zu leben sein…

 

Ein Bewusstsein, das die intime Sicherheit erlaubt(!)... sich einem Schöpfer Mysterium zugehörig zu fühlen, das permanent und kontinuierlich unser Dasein, unser Wesen, unser Weitermachen(!)… ohne Grenzen potenziert.

In dem Maße wie man dieses Kriterium des Bewusstseins gegenwärtig erhält, nicht theoretisch, sondern aus der Realisierung heraus, werden wir uns in den Konditionen befinden zu orientieren, anzuregen, vorzuschlagen… und vor allem werden wir uns in den Konditionen befinden, weiterzumachen…

 

(2 Minuten der Stille)

 

Die heitere Ruhe, die unerbittlich fortschreitet ist die Garantie der Gewissheit, dass jedweder beherrschender, strafender, beschlagnahmter Anschein nur eine oberflächliche Schicht sein wird… etwas, das vorübergehend versucht hat, unsere Natur in Unordnung zu bringen und sie in eine permanente Aggression zu verwandeln, wenn es doch so war –und so ist-, dass das Leben eine Konsequenz einer konstanten Kommunion ist.

 

(3 Minuten der Stille)

 

Es ist kein Wohlwollen, das sich in dem Wahnsinn der Verzweiflung erzeugt.

Es ist kein Wohlwollen, das auftaucht… aufgrund der Unterdrückung, durch den Zwang und durch die Angst.

Es ist kein Wohlwollen, das „gerade mal“ überlebt…

Und eigenartiger Weise macht es das… wie dieser Spinnenfaden, der zart erscheint, der aber stark ist. Und er macht das, weil dieser Lebensprozess nicht festgemacht ist, er nicht von dieser Welt ist…

 

Wir leben, um uns auszudrücken und um uns „hier“ zu zeigen, aber „wir sind nicht von hier“.

Wir sind ein Ausdruck des Schöpfer Mysteriums, ohne Ort noch Platz.

Wenn wir uns so fühlen, dann lässt uns das unendlich, ewig, wohlwollend zu leben fühlen. Und nicht als verarmte Beschlagnahmte, die auf den Tot der Verzweiflung warten.

 

Das Bewusstsein dieses Lebens muss sich mit heiterer Ruhe ausdrücken, die sich beim Tagesanbruch ereignet und die sich ereignet, wenn es Nacht wird… aber überzeugend!

 

Die überzeugende Ruhe des Ereignisses… zieht sich nicht zurück, flieht nicht. Sie macht weiter!

 

Sie entspricht –fleht der Betende Sinn mit seinem Ruf- ein lebendes Zeugnis zu sein, lebend, nicht imperativ, nicht dominant; schon im Dialog, schon in Kommunion, schon…. Überzeugung…

 

Mit diesem unvergänglichen Argument, das pocht… das im Leben pocht, seitdem es seit immer existierte.

 

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