21. Das Leben hängt an einem seidenen Faden

 

BETENDER RUF

 

Und es ist mehr als wahrscheinlich, dass das Wesen der Menschheit seine Kapazität der MACHT  in Frage stellt –was eine gute Nachricht ist.

Bis jetzt –von „diesem Jetzt”- war der Sinn der Macht… –allgemein gesprochen- war er unaufhaltsam. Und er war unaufhaltsam und… die Macht war bezüglich ihrer Hegemonie über jeden Zweifel erhaben. Aber hier ist es, sei es nun, weil es die Macht selbst inszeniert hat, sei es, weil der Stil –vielleicht ist es das-… der machtvolle Lebensstil Risse bekommen hat, sei es, weil sich die menschliche Macht selbst, wenn sie sich mitteilt, geirrt hat. Tatsache ist, dass sich die Panik eingestellt hat.

Wenn die Macht schon vor Zeiten nach und nach die Freiheiten „für Sicherheiten” beschneiden wollte –Sicherheiten(?)- akzeptiert man jetzt… –wahrscheinlich im ersten Moment-, dass man bereit ist, alle Freiheiten als Tausch für Sicherheiten zu geben.

Aber was für eine Art Sicherheiten? Und dort ist es, wo wir uns in der Ausnahme befinden. Indem das Wesen der Menschheit diese Veränderung, diesen Austausch an Freiheiten für Sicherheiten betrachtet bemerkt es, dass sie nicht sicher sind.

Ach!

Dass es durch sie nicht gesichert ist. Dass sie schon besser sind als so viele Freiheiten, aber sie sind nicht sicher.

Vielleicht, mehr denn je –pufff(!), um „quantitativ und qualitativ zu sagen” gemäß der Geschichte- mehr denn je –denn je, uff(!), mehr denn je hängt das Leben an einem seidenen Faden.

- Wie bitte, wie bitte? Aber das wandte man dann an, wenn es um jemanden sehr ernst stand, wenn er einen Unfall hatte …

- Ja. Und es geschieht weiterhin. Aber jetzt sind die Idee und das Erleben die, egal wie es einem geht, dass Dein Leben an einem seidenen Faden hängt. Und Du kannst es nicht mit mehr Fäden absichern: ein Faden.

„Und welches ist dieser Faden?” –fragt sich das Wesen. Und hier ist es, wo es in den Betenden Sinn eintritt.

 

Ach! Die Menschheit hatte sich alles in allem erklärend, rational, logisch in einem organismischen Physiologismus strukturiert. Und in all das hat sie nach und nach Variablen gepackt: dieser fiel vom Pferd, jener stolperte und bemerkte es nicht, der nächste vergaß und schlug sich, jener fing mit Schwindel an, der Nächste wurde nicht wach und… und was ist los? Was ist los?

Klar, als sie nicht ausreichend Wissen hatte gab sie die Erklärung… „na gut, das war der Wille Gottes. Er ist der Faden. Oder ER ist der, der den Faden stützt.“

Aber im Verlauf der Zeit, wurde das Wissen der Menschheit des Physiologismus, des Verhaltens stark und mächtig: Barrieren, Pistolen, Antibiotika, Chirugien…  alles  im Hinblick auf Sicherheiten.

Schon die Freiheit zu praktizieren von… „auf dass es so sei, wie Gott es möchte”,  nein. Es wird so sein, wie wir es möchten. Voilàvoilà

Und das, was geschieht, ist es das, was wir wollen?

Der Vorherrschende, der Hochmütige, der Stolze, der Befehlende… ist es das, was sie wollten? Sich einschließen, sich absondern, sich distanzieren, einer dem anderen gegenüber misstrauisch sein, sich anzweifeln…?

Nein. Nein, das ist nicht das, was sie wollten. Sie wollten sich der ganzen Weisheit „bemächtigen”, des ganzen Wissens, des gesamten Augenblicks des Lebens. Sie wollten alle Fäden der Sicherheiten haben. Von Ausnahmen ausgenommen, hat sie die Freiheiten nie interessiert. Die waren ein Risiko! Ach ja! Man verlor die Herrschaft, man verlor die Kontrolle. Ein freies Wesen ist zu jedweder Handlung in der Lage. Ein sicheres Wesen hat garantierte Handlungen, seine Reaktionen wurden erforscht.

Dies „Angst vor der Freiheit”, über die man schrieb, stimmt genau.

Zu spielen, dass man frei ist, mit dem, was auf einen einstürzt? –würde das Sprichwort sagen. Nein. Man muss auf Nummer sicher gehen.

Wenn das Spiel „auf Nummer sicher“ geht, dann ist es kein Spiel.

Die Qualität des Spiels wird an seiner Unvorhersehbarkeit gemessen!

 

Und so haben sich Gesellschaften auf der Suche nach dem Sicheren entwickelt: eine sichere Arbeit, sichere Zukunft, eine sichere Pensionierung, eine Versicherung des Eigentums, eine Unfallversicherung… die Versicherung der Versicherung!

Aber plötzlich waren die Versicherungen ruiniert. Und alle –die große Mehrheit- erschraken sich.

Und die einzige große und wunderbare Idee der Versicherung war die, sich einzuschließen, sich abzusondern…, denkend, dass das Leben vom Dach, von der Tür, vom Fenster abhängen würde. Schon, irgendetwas von „einem Faden“ kam ihr in den Kopf, aber… das wurde zurückgewiesen.

Aber es ist möglich, dass es jetzt –im Kleinen, mehr im kleinen Bewusstsein- immer mehr gibt –dass das mit „dem seidenen Faden“ wohl stimmt“.

Es scheint so als ob sie (die Menschheit), den seidenen Faden verwickelt und kaputt macht, indem sie ihn ignoriert. „Über den Daumen gepeilt” –sagte das Sprichwort. Das bedeutet, „aus der Vogelperspektive”-, ist das Leben das Sicherste, was es im Leben gibt! Jejeje.

Das Leben… das Definierte passt nicht in die Definition, aber dessen ungeachtet ist das Leben das Sicherste, was es im Leben gibt. Oh! ¡Oh!

- Außerdem haben wir gute Fortschritte in der Sicherheit gemacht. Man lebt immer länger und man reproduziert sich weniger…

- Oh…!  Und ist das ein Fortschritt?

Ja. Man entdeckt, dass man länger lebt, aber… mit einer… sehr unsicheren Abhängigkeit.

Das Ergebnis und das, was der Betende Sinn von uns fordert, ist, –so als würde er durch den seidenen Faden sprechen-, dass das Leben im Bewusstsein des Wesens offensichtlich gemacht hat, dass sich mit seiner Daseinsweise und wie es sein Leben lebt, seine immense… Zerbrechlichkeit zeigt!

Und das mit Sicherheit –das ist bereits für eine Minderheit, das ist für eine Minderheit oder das denkt nur eine Minderheit-, wenn sie frei, befreiend handeln würde, dann bräuchte sie noch nicht einmal das Konzept der Sicherheit. In sich gäbe ihr die freie Ausübung alle Arten von Garantien.

 

Aber dieser Stil, der fast in Ausnahmen ausgeübt wurde –oder vielleicht ein bisschen mehr- wurde zurückgewiesen, wurde für unverantwortlich, gefährlich, schlecht gehalten.

„Die Kontrolle der Freiheiten wird uns die ausreichende Sicherheit erzeugen, um uns nicht zu irren.“ Zum Beispiel. Das könnte ein Satz sein.

„Die Kontrolle der Freiheiten…”. Es ist so, dass die Freiheiten nicht unter der Ebene der Kontrolle stehen können!

 

Ja, das stimmt theoretisch –und das ist nicht neu-, die Freiheiten werden konfisziert, veräußert, durch kleine Mächte, Konsum, Vergnügen geschminkt… und in letzter Instanz –das mit dem letzten ist eine verbale Ressource-… und in letzter Instanz wird akzeptiert, dass, na gut(!), dass alles einen Anfang, eine Entwicklung und ein Ende hat.

 

(2:30 Minuten der Stille)

 

Ja, man hängt mit den Verzeichnissen des Hochmuts und der Eitelkeit, welche die Person entwickelt, an einem seidenen Faden, der mehr oder weniger kräftig ist. Das scheint ein Urteil von definitivem Charakter zu sein, aber es ist einfach nur eine Zusammenfassung.

In dem Maße wie sich das Wesen in seinen Freiheiten ausübt –welche nicht seine sind(!), die ihm das Leben selbst, die Schöpfung gibt- und seinen Ursprung anerkennt und es vor der Schöpfung… unterwürfig, bescheiden… und angesichts des Lebens selbst gläubig wird…

Aber ein Gläubiger „im Bewusstsein seines Projektes”, welches bereits geschrieben steht, vielleicht in irgendeinem Winkel des Genoms oder ‚extra-genomatisch’ im Genom der Seele: jene, vor der man so viel Angst hat sie zu akzeptieren; jene, die den vitalen Hauch verleiht; jene, die unsere Knochen stützt, unser Blut sichert und die erlaubt zu lieben.

Ja. In dem Maße, wie das Wesen sein Leben gemäß seiner Prinzipien ausübt…           –welche nicht seine sind, sondern Prinzipien des Lebens, des mysteriösen Ursprungs, die uns aber mobilisieren, dass wir uns im Lieben ausüben-, und in dem Maße wie wir Ausdruck von all dem sind, wird der Faden stark, er wird kräftig. Man verliert das Bewusstsein von Zerbrechlichkeit.

Das bringt auch keine sichere und mächtige Position mit sich. Nein! Das ist nicht im Verlauf. Das ist nicht in diesem mentalen Verlauf. Das befindet sich in dem Faden zu lieben. Und das bringt den Respekt einer jeden Bewegung mit sich, den Respekt eines jeden Augenblicks; die Behutsamkeit einer jeden Aktion; die kreative Improvisation der gesunden Intention.

Das bringt mit sich, dass alles möglich, wahrscheinlich ist. Dass das NICHTS die Unendlichkeit beherbergt. Und folglich besitze ich keine… keine Position.

 

(7 Minuten der Stille)

 

Wird es so sein… mehr als anzukommen, dass sich eine ungewöhnliche Situation erzeugt? Was, wenn jetzt, um die Macht zu garantieren, gesagt wird, dass man bereits darauf hingewiesen hat, dass man bereits vermutete, dass man bereits…

Aber wird es so sein, dass… –man muss insistieren- dass diese Gelegenheit weit über unsere Irrtümer als Zivilisation, als Prozess der Menschheit hinausgeht und uns der Betende Sinn die Notwendigkeit vorschlägt, dass wir eintreten, uns auf diesen unsichtbaren Faden zu beziehen, auf dieses nicht voraussagbare Gebet, durch dieses präzise Gebet und durch ein kontemplatives Tun, das unser Bewusstsein ausdehnt, das uns in den Abgrund der Schöpfung versetzt, ohne dass wir fallen?

Wird es so sein, dass wir uns in diesem Moment befinden? Das muss man sich fragen: Wird es so sein, dass wir uns als Spezies und von Person zu Person in diesem Moment befinden…?

 

AAAAAABaaaaaaaa…

 

Ein Mantra, das danach sucht, in dem Einklang des Schöpfer Mysteriums zu suchen…; das sich bereit erklärt anzunehmen, dass das Leben Lieben ist und dass sich in ihm die Unsterblichkeit befindet, und dass es keine Definition[1] hat, sondern vielmehr  die Neigung zu schützen.

 

Die Schöpfung ruft und, damit wir uns von dem Gewöhnlichen ‚abheben’, damit wir uns in dem Subtilen ausüben, um uns in der Reinlichkeit auszuüben, um unsere Einzigartigkeit zu respektieren.

Um uns „unendlich” zu machen; unendlich im Zusammenleben, in dem Projekt, in dem Ideal…

Ohne Arroganz, ohne Sodbrennen, ohne Vorurteil, ohne Angriffe.

 

Einzig mit dem Gemüt der ‚beseelten’ Seele, entwaffnet, befreit.

 

 

***

 

 

 

 


[1] Hier steckt das Wort: ‚De-fin‘, ‚Ende geben‘ drin