Güte angesichts der Schöpferrüberraschung

 

BETENDER RUF

 

(8:30 Minuten der Stille)

 

Zweifellos ist eine der Sprachen, in der sich die Schöpfung im Leben ausdrückt, die Überraschung: Diese Situation, die uns überrascht, die uns verwundert oder… die uns berührt, die uns fremd ist, die uns aus der Monotonie herausholt, aus der Gewohnheit, uns aus der Wiederholung herausholt, die uns in die Position versetzt, in der sich das Universum ausdrückt.

 

Es ist klar, dass die Ebene der Überraschung von einem zum anderen Wesen unterschiedlich ist, so sehr, dass für einige bestimmte Ereignisse keine Überraschung sind und für andere schon.

Der heutige Sesshafte, sapiens ist daran gewöhnt… seine ‚aufge-stellten’ Projekte zu dominieren, zu kontrollieren, zu lenken, zu haben…; jedwede Ebene der Überraschung ist nicht sehr willkommen: jedwede Innovation, jedwede Neuigkeit, jedwede Veränderung…

Vielleicht hat die mündliche Tradition „Das Orakel der Veränderung” hervorgebracht: damit wir durch das Leben eine Ressource haben, in der wir eine Zugehörigkeit zur Schöpfung haben.

Und so ist es, wie uns das I-Ching überrascht, uns Situationen ankündigt, die wir nicht kannten, die unvorhergesehen waren, die unerwartet waren.

 

Der Betende Sinn von heute teilt uns die Notwendigkeit mit, dieses Bewusstsein der Sicherheiten zu reinigen, der Institution, der Wiederholung… und es bezieht sich einfach nur auf zwei Punkte, die wir die ganze Zeit in Händen halten:

Eine, das Leben: Was ist das Leben?

Es gibt Tausende von Definitionen.

Aber trotzdem man im Leben so viel Kult um den Tot herum macht, schafft man es nicht, es zu definieren… und es verleibt weiterhin in einem Mysterium… in Bezug auf die Notwendigkeit, dass es existiert, dass es da ist, in Bezug auf die Nützlichkeit seines Daseins… die des Lebens.

Das einerseits. Und andererseits unser Ort von…

- Und wo, wo… wo ist das Leben?

- Wo befindet es sich? Hier!

- Und wo noch?

- Wo noch? Sie mal, ich bin nie aus diesem Dorf rausgekommen. Ich habe nicht die leiseste Idee.

- Meinen Sie das bezogen auf diesen Planeten, auf diesen…?

- Ja! Dieses Dorf, ja(!)..., das mit seinen 500 Millionen Quadratkilometern erscheint als ein… Aber Mensch(!), es ist ein Dorf –damit will ich sagen, dass es klein ist, messbar, es ist… nichts weiter im Moment.

 

Klar! Wenn wir mal auf unsere operativen Bewusstseinsebenen schauen, gemeint ist unsere Fähigkeit der Beziehungen, unsere Fähigkeit der Vorstellungskraft, unsere Fähigkeit der Realisierung, unsere Fähigkeit der Kunst –um uns ein bisschen in diesem neuen, unterschiedlichen, etc. Zustand zu orientieren-, dann werden wir bemerken, dass die Überraschung die Runde macht.

Genau dann als das Wesen ‚nomadisch’ war –und so wird es noch deutlicher, in Gedanken, Wort und Werk und etc.-, klar(!), musste es immer auf Neuheiten treffen.

Als es sesshaft wird… –durch die Agrikultur, wegen der Jagd, wegen der Beherrschung- als es sesshaft wird, klar, da nehmen die Möglichkeiten der Variationen ganz von selbst ab. Und viele von ihnen sind leicht assimilierbar und andere, obwohl sie einen geringeren Tiefgang haben, können dahin kommen, ein Drama oder eine Tragödie darzustellen.

Es ist ein wichtiger Teil der… Güte(!), sich nicht zu verirren und in Regeln und Normen… aufgestellter Verfügungen abgesondert zu sein.

Wenn es (das Wesen) zulässt sie auszudrücken, wird es ‚nomadisch’ –was sein Ursprung ist- und assimiliert… Neuigkeiten, Unvorhergesehenes, Eigentümlichkeiten, Ausnahmen…

 

Angesichts einer Unkenntnis über das Leben und einer totalen Irreleitung im Universum, zuzüglich einer unbedingt notwendigen Güte… werden wir damit danach trachten, da wir noch „gezwungenermaßen“ Nomaden sind, kontrolliert sesshaft zu sein.

 

(6 Minuten Stille)

 

Mit der bereiten Güte stellen wir uns bereit, die unterschiedlichen Innovationen, die Neuheiten, die Überraschungen wie eine Sprache zu interpretieren…, die nicht nur für einen geschrieben steht, sondern, die… wir sagen, für alle geschrieben steht, aber mit signifikanten Unterschieden zwischen den einen und den anderen.

 

Wenn wir mit Güte zur Verfügung stehen –und das ist signifikant, denn schon das Wort „Güte” wird überrascht haben- ist angesichts der Überraschung das Signifikanteste, wenn man ihr eine gütige Form gibt, wie auch immer die Ebene der Überraschung sein mag, wird sie mit Güte imprägniert sein, weil die Güte nur Güte interpretiert.

Es scheint eine Falle, aber nein, nein. Das ist es nicht.

 

(10:30 Minuten der Stille)

 

Mit dieser Betenden Strategie, in dem Maße, wie das ausgeführt wird, könnten wir sagen: „Die Güte des Wesens wird vorausgesetzt” –also ob man sagen wollte: es wird gütig sein, egal was geschieht.

 

(9 Minuten der Stille)

 

Und wenn man die Überraschung aufsammelt, sich mit ihr in der Subjektivität und in der Führung des Besten, des Notwendigen… zu realisieren. Auch wenn wir an einem Ort verankert sind, wird unser Bewusstsein ‚nomadenhaft’ bereit sein, neue Perspektiven aufzunehmen, die auf diese Sesshaftigkeit Auswirkungen haben und die ihre Merkmale der Blockade, der Gesetze der Verbote modifizieren…

Die Verinnerlichung des Bewusstsein, der Schöpferüberraschung an einem Ort des Universums, wo sich das Leben erzeugt, muss uns in Bewunderer verwandeln, in Bewunderer des Unvorhergesehenen, des Innovierten –falls es dafür gehalten wird- und vor allem des Unbekannten.

 

Für gewöhnlich ist es in der dominierenden Sesshaftigkeit –es ist Gewohnheit-, dass jedwedes Ereignis, das sich ergibt, bewertet, kalkuliert wird, dass seine Auswirkung gesehen wird…

Wenn wir uns unter einem anderen Bewusstseinszustand befinden, was uns der Betende Sinn vorschlägt, dann wird man wahrscheinlich nicht verstehen, nicht begreifen und nicht verstandesmäßig teilen. Aber das Wichtige in diesem anderen Zustand der „Überraschung“ ist es, das ich bewundere (span. ‚admiro‘), dass ich sehe (span. ‚miro’), ich staune und dass… ich es zulasse zu fühlen!

 

Diese betende Bewusstseinsposition bringt uns dazu… unsere Referenz wachsam und aufmerksam zu haben: Die Schöpfung. Das Schöpfermysterium; es zu fühlen, es wahrzunehmen, zuzulassen, dass es sich in unserem Bewusstsein manifestiert.

Aber dafür müssen wir uns in der Güte befinden, im Mysterium… und in der Bereitschaft „von”.

 

(4 Minuten Stille)

 

***