Das Leben ist keine Strafe

 

BETENDER RUF

 

(1 Minute der Stille)

 

Das menschliche Wesen, in dem Maße wie es evolutionierte, sich anpasste und sich auf der festen Erde niedersetzte… an ganz unterschiedlichen Orten, stellte –mit ziemlicher Schnelligkeit- Normen, Verhaltensweisen, Kategorien auf...

Es dachte, dass seine obsessive und progressive Ausdehnung… alle Ereignisse „kontrollieren” musste.

Und so interpretierte es die Verfinsterungen, die Gewitter, die Erdbeben, die Regenbogenfarben, die guten und die schlechten Ernten…

Seine Fähigkeit, die Umgebung und sich selbst zu kontrollieren… war und ist eine evolutive Konstante, obwohl die Ereignisse in der Mehrzahl der Fälle nicht mehr vom Gesichtspunkt des Universums, vom Mysterium aus interpretiert werden,  sondern alles wird interpretiert –fast immer- vom Gesichtspunkt dessen, was man weiß, was man kontrolliert, was man versteht, was man ist. Manchmal, wenn man… einige Schriften oder Kommentare hört… scheint es, als ob die Kommunikation eine Basis der Urteile wäre. Klar, das Urteil erlaubt Dir nicht, einen Dialog aufzustellen. Nein! Das ist das Urteil!

- Nein, weil alle Menschen gleich sind. Nein, weil alle Frauen gleich sind –zum Beispiel. Die einen haben es mit der Macht und die anderen haben es mit der Kontrolle, der Possession.

- Stopp mal, stopp mal, stopp mal, stopp mal…!

 

Einerseits verlaufen die Entwicklung des Wissenschaftlichen, des Technologischen, des „Kreativen” –wir werden es so nennen- schwindelerregend. Aber andererseits das Sinnliche, das Emotionale, das, was uns wirklich bewegt –weil eben das das Entdecken, das Herumstreifen, das Lernen bewegt-… das wird verurteilt.

 

Und klar(!), das Bewusstsein eines Wesens kann es mit 15 oder 20 Urteilen aufnehmen. Es ist nicht nötig weiterzudenken. Es ist auch nicht nötig, mehr zu fühlen. Und jedwede Sache, die es fühlt, wird eintreten und ein Vertragspartner des ersten Teils sein       –wie es die Brüder Marx sagten.

Der Sinn weißt uns darauf hin, dass… es ein Joch ist –ein Joch(!)-, das ist ein vorzeitiges Urteil, wo alle mit den Urteilsprüchen anderer schuldig sind, jeder Einzelne.

Zum Beispiel überraschte uns diese Tage das Reich Brunei mit neuen Vorschriften und Urteilen „moslemischen“ Ursprungs –wie sie sagen, interpretierend, klar. Demnach gibt es für Homosexuelle die Todesstrafe durch „Enthauptung”. Und für die Ehebrecher im Allgemeinen auch, wodurch das Urteil… –abgesehen von anderen Urteilen, wie den Finger abschneiden oder eine Hand oder ein halbes Gesicht oder was es auch sei, je nach begangener Straftat…

Ja, ja, aber Vorsicht! Nicht, dass wir alarmiert sind und denken, dass das das Schlimmste wäre. Zweifellos ist es grauenhaft. Aber wenn wir das auf andere Ansichten übertragen, dann werden wir wahrscheinlich auf andere sybillinischere Urteile treffen: das heißt, mehr solche, die gut aussehen, aber von schlechten Tatsachen sind.

Das Urteil und die soziale, kulturelle Strafe und die des Zusammenlebens sind… ein konstantes Hindernis für das Zusammenleben.

 

Und das Eigenartige ist, dass das soziale menschliche Zusammenleben eine Ebene erreicht hat, auf der jeder Einzelne den anderen –oder alle(!)- verurteilt und selbstverständlich stellt der ein Urteil und die Strafe auf.

Jetzt befinden wir uns hier zum Beispiel in den Wahlen. Und was hören wir… von denen, die die Normen, Gesetze, Gewohnheiten, Erlässe, Urteile… der iberischen spanischen Gemeinschaft leiten werden? Was hören wir? Urteile. Urteile der Angriffe der einen Partei auf die andere, der Strafen, der Bescheide, der Vorsicht!

„Wählt mich, denn ich werde Euch vor dem Terror des anderen beschützen.“

Der andere sagt:

„Ach woher! Ich bin ein Lamm. Wählt mich, denn der Andere ist ein Dämon.”

 

Selbstverständlich ist die Sprache außerdem gefräßig und sicherlich hat sie einen „ansteckenden Effekt”, nicht wahr? Und an kleinen Orten konfrontieren sich Urteile, die einen den anderen gegenüber.

 

Was war das da noch mit… „Unschuldsvermutung”? Nein…! Also… existiert das? Neeeeeiiiinnn! Immer wirst Du auf jemanden treffen, der Dich verurteilt.

„Kann bitte jemand über mich entscheiden und mich verurteilen?”

Bitte geben Sie jetzt keine Antwort. Sie werden es gedacht haben, aber antworten Sie nicht.

 

Und der Betende Sinn versetzt uns permanent auf Messers Schneide, auf den Rand. Er ist weder die eine noch die andere Seite der Medaille. Er sucht danach, dass wir rollen. Er sucht danach, dass wir uns in einem permanenten Entdecken befinden.

Und zum Zeitpunkt, wenn man die alltäglichen Ereignisse interpretiert, dann ist die Frage, die das Gebet an den Betenden anregt folgende:

Wie… wie stellen Sie es an, um kein Urteil zu fällen, um nicht zu verurteilen, um nicht zu bestrafen mit Ihrer Indifferenz oder mit Ihren Worten, etwas… oder Situationen oder Ereignisse, die Ihnen nicht behagen, die Ihnen nicht passen, die Ihnen nicht gefallen[1]die Ihnen nicht, die Ihnen nicht, die Ihnen nicht, die Ihnen nicht…?

Es ist nämlich so, dass jeder Einzelne „die Gebotstafel hat“. Voilà! Alle sind ‚Herr Mosis’ und ‚Frau Moses’. Sie sind auf den Berg und auf die Spitze gestiegen und der Herr, Javeh hat ihnen seine Tafeln gegeben. Jeder Einzelne hat eine Tafel und die beginnt bei 1 und hört bei 15, bei 30 oder bei 12 auf. Das kommt darauf an.

Demnach macht ihm alles, was in seiner Umgebung stattfindet, die Tafel im Kopf kaputt, wenn das nicht mit der Tafel übereinstimmt! Einfach so ein ganz einfaches Beispiel, nicht wahr(?), das man unmöglich vergessen kann.

„Mal sehen, was machst Du? Mal sehen, wie verhältst Du Dich? Mal sehen. Ich werde auf meine Tafel schauen.”

Du schaust auf Deine Tafel und sagst:

„Also nein. Also hier wird gesagt, dass das nicht so ist. Also, wie möchtest Du es…? Mach ich Dir die Tafel kaputt und Du beugst den Kopf oder verfolge ich Dich, um Deine Tafel kaputt zu machen?“

Oje!

Es scheint ein bisschen wie die „Steinentferner”, nicht wahr? Aus der Epoche der „Endozenen” –ich weiß nicht, welche Epoche das wohl sein wird, aber es muss eine furchtbare Epoche sein, nicht?

Ja. Aber wenn Sie einmal hinschauen, alles ereignet sich auf der Basis von… Tafeln, Brettern, kleinen Schreibtafeln oder Tablets.

 

Weil klar, wenn Du dem anderen die Tafeln im Kopf kaputt gemacht hast –weil das nicht mit Deinen… denen übereinstimmt- musst Du wieder hin, um andere Tafeln zu holen. Sicherlich werden sie Dir dieselben Tafeln –oder ähnliche- geben…, weil du nicht stehengeblieben bist, um zu interpretieren, um auszuwerten, um zu erwägen, was diese Tafeln bedeuten. Und selbstverständlich –also das nicht, nein(!)- hast Du den anderen auch nicht gefragt: „Hör mal, wie sind Deine Tafeln?”

So haben wir ganz offensichtlich –auf der Basis der Bretter, Tafeln, Tablets, kleinen Bretter- die ziemlich unterschiedliche Interpretation ein und derselben Sache… an einem Ort, an einem Platz oder an einem anderen.

 

Sehen Sie mal, es gibt da so eine Sache wie die der großen Zahlen, nicht wahr? Dank der Polygamie, konnte sich die Spezies bis zu 7,3 oder 7,4 oder 7,5 Milliarden –so ungefähr vermehren. Hochgerechnet kann man global sagen: 100 Millionen neue Personen –ohne 100 zu erreichen- finden sich auf dem Planeten ein und es begeben sich ungefähr 57-58 Millionen auf eine andere Realitätsebene. Insgesamt 50 Millionen Neue, die offensichtlich nicht aus der Monogamie entstanden sind, denn sonst wäre nicht genug Zeit, es kann nicht sein.

Ein jähes, plumpes Beispiel. Am Kilometerstand 537-A, von da ab, können die Monogamen die einzigen sein, die existieren, die einzige Tafel. Und wenn sie halb monogam sind, vielsichtig…

- Was ist das denn?

- Ich weiß nicht, aber stellen Sie sich das vor.

… also haben Sie schon gesündigt und so.

Aber einige Kilometer darüber hinaus –Kilometer, eh(?), aber nicht viele Kilometer(!)-… einige Kilometer darüber hinaus, also da ist es nicht so –da ist es nicht so.

 

Das ist dasselbe wie jetzt. So wie in anderen Zeiten die Erde für die einen flach ist und für andere ist sie rund. Ehrlich gesagt kann uns das einerlei sein, deswegen nennen wir sie „terraplén[2]“. Das heißt also, dass wir auf einer ‚Terraplen‘ leben.

Und wir sagten „einerlei”, weil, na gut, wir sind da aufhängt…

Also wirklich… also wirklich, das menschliche Wesen glaubt –wegen seiner Urteilssprüche… –ein Urteilsspruch ist eine Justizangelegenheit. Das versteht man, oder(?)-, ja, na gut- wegen seiner Urteilssprüche (span. ‚sentencia‘) –nicht von Unschuld (span. ‚inocencia’), sondern von Schuldhaftigkeit-, es glaubt wirklich… –um es so auszudrücken, in Stein-Termini, wo wir jetzt sind- es glaubt, das Gott sich geirrt hat, dass ER alles schlecht gemacht hat…?

Was für eine harte Arbeit seitens des Menschen, die Belegschaft für Gott in Ordnung bringen (span. ‚arreglar‘) zu müssen! Wie konnte Gott einen Mann und eine Frau machen, die, die… die, ach du meine Güte(!), die, ach du meine Güte…!? Wie konnte ihm das einfallen?

Also muss der Mensch –mit seiner Intelligenz- die Frau in Ordnung bringen (span. ‚arreglar‘[3]) und den Mann in Ordnung bringen (span. ‚arreglar‘). Und an einigen Orten bringt er sie in einer Form in Ordnung (span. ‚arreglar‘) und an anderen Orten bringt er sie in anderer Art und Weise in Ordnung.

Wenn Du zum Beispiel nach Galizien fährst, dann sind die Frauen in einer Art und Weise angezogen (span. ‚arregladas‘): alle in schwarz und alle in Trauer, weil es immer jemanden gibt, der gestorben ist. Wenn man umgekehrt nach Andalusien fährt, also… also die sind nicht so angezogen (span. ‚arregladas‘)…, also die warten, dass ‚La Feria’ (spanisches Volksfest) kommt, um den Schnickschnack und andere Dinge anzuziehen... Blumen und auf Pferden reiten… Na gut, sie laufen auch nicht jeden Tag so rum.

Ahhh…! Deswegen kommt das so häufig in vielen Religionen vor –zumindest in der judisch-christlichen Religion schon-, dass man „Gott helfen muss“.

- Helfen?

- Ja. Weil ER so viel kreieren musste, dass er Irrtümer beging. Verstehst Du?

Es ist wie das Genom: das Genom, je mehr und mehr es sich reproduziert, begeht es mit der Zeit Fehler: es macht Kopien, die nicht angemessen sind, es fängt an Dinge zu schreiben, die es nicht sind… für Kinder, verstehst Du? Demnach klar, wie gut, dass der Mensch als Spezies wachsam ist… und weiß, was angebracht ist. Wenn nicht, was würde da aus Gott werden?

- Wuau!

 

Ja. Die Religionen sind Hunde. Ja. Da wir „wuau“ gesagt haben… Sie sind Hunde, Hunde, Hunde. Ja, weil sie all die Menschen mit Urteilssprüchen Gottes in Ordnung (span. ‚arreglar‘) bringen. Und die Menschen versuchen diese Urteilssprüche zu erfüllen… oder nicht!

Das Resultat ist, dass… alle schuldig sind. Und es geht noch weiter –es geht noch weiter-… im schlimmsten Fall sagte man: „Jeder ist unschuldig.“ Aber das war in der Stratosphäre. Es wurde gesagt: „Jeder ist unschuldig, solange ihm nicht das Gegenteil bewiesen wird.“ Aber sobald man dir die Tafel zeigt, werden sie dir eine Abreibung verpassen. Du wirst schon sehen.

Also ist es im alltäglichen Leben so: „Jeder ist schuldig, solange er nicht das Gegenteil beweist“ –solange der Schuldige nicht beweist, dass er nicht(!) schuldig ist.

Aber da wir in unserer Zivilisation des XXI. Jahrhunderts schon vorangekommen sind, ist der Urteilsspruch: „Jeder ist schuldig und muss nichts beweisen.

Er ist schuldig! Weil er sicherlich gegen irgendein Gesetz verstößt, gegen irgendeinen Urteilsspruch.

Leiten Sie also ab: Wenn jeder schuldig ist, dann sind alle schuldig gesprochen. Wenn alle schuldig gesprochen wurden, dann haben alle eine… eine Strafe.

Ach, wie schade (span. ‚qué pena’), ach wie schade! Ach wie schade, wie schade, wie schade!

Das stimmt! Und Du siehst, dass der eine deswegen traurig (span. ‚pena’) ist und der andere hat ein Leid wegen des anderen und der andere wegen des anderen… Aber bitte! Ach, wie schade, schade, schade…!

 

- Ahhhh! Deswegen gibt es so-so viel Leid (span. ‚pena’), nicht?

- Ja. Weil alle verurteilt sind. Es gab ein Strafurteil… Na gut, zuerst gab es ein Vorurteil, dann gab es ein Urteil, dann gab es ein Strafurteil und dann gab es eine Strafe. Demnach steht es um Dich so: du bist eingesperrt.

 

Ah! Der Betende Sinn sagt uns, dass, na gut, das ist eine Form, in der sich das menschliche Wesen organisiert hat, aber das hat nichts mit der Schöpfung zu tun. In der Schöpfung gibt es nichts, was eingesperrt wäre, es gibt nichts, was strafverurteilt würde, es gibt nichts verurteiltes(!), es gibt nichts, wovor ein Vorurteil bestünde.

Die Kometen bewegen sich auf ihren Wegen; die Planeten schmücken sich mit ihren Girlanden aus Satelliten; die Nebeligen verschwören sich in ihrem Sternenstaub… Alles scheint in einer wundersamen und präzisen Art und Weise zu fließen und bedarf für sein Mysterium keinerlei Gesetz, Norm, Urteil, Strafurteil, Bestrafung.

Wenn es das… „wenn es das benötigt hätte, dann hätte sich das Leben nicht erzeugt.“

 

Können Sie sich einen Skorpion vorstellen, der neidisch auf einen Elefanten ist, weil er keinen Rüssel hat und nur einen Stachel? Nein, nicht wahr? Sicherlich folgen die Skorpione ihrem Weg und die Elefanten dem ihren. Aber es ist schwierig sich ein menschliches Wesen im Zusammenleben vorzustellen, teilend, das kein Vorurteil hat, kein Urteil fällt, kein Strafurteil und keine Strafe über eine relativ nahe Umgebung oder ferne(!) Umgebung fällt!

Jetzt haben wir Trump. Und schon hängt über ihm ein Strafurteil, ihm wurde der Prozess gemacht, es wurde ein Urteil gefällt, er wurde verurteilt… Also zum Beispiel lebenslänglich! Und wenn der nicht gefällt, dann wenden wir das bei Putin an. Oder… na gut(!), es hängt davon ab, welche Tendenz jeder einzelne hat, nicht?

Sehen Sie wie einfach das ist? Das in großem Umfang. In kleinem Umfang machst Du das mit Deinem Freund, mit Deiner Freundin, mit Deinem Bekannten, mit Deinem… mit Deinem. Mit Deinem-mit Deinem und mit Dir selbst.

 

Und außerdem existiert –unglaublich, nicht(?)- die Erpressung.

- Was bedeutet das?

- Ja, ja. Die Erpressung besteht darin, da Du schuldig und verurteilt bist, bist Du eingesperrt. Also erpresst Du Deine Aufseher, diejenigen, die Dich eingesperrt haben           –die ihrerseits von anderen eingesperrt wurden, nicht wahr? Du verurteilst sie, indem Du sagst:

„Hör mal, nicht dass Du mir die Diät änderst, nicht dass Du meinen Ausgangstag änderst, dann werde ich ärgerlich, eh? Du wirst mir enorme Scherereien machen, wenn Du nicht zulässt, dass mir meine Frau das Vollkorn Reisbrötchen bringt, um das ich gebeten habe.“

 

Ist es daher zwischen Strafen und Strafen und Strafen und Strafen… –klar, produziert durch das Gefängnis, Gefängnis, Gefängnis, Gefängnis-… ist es da möglich hinter Gittern das Licht des Tagesanbruchs zu sehen? Ist es möglich zwischen Gitterstäben die Sterne… blinken zu sehen? Wenn es doch so ist, dass das Fenster Deiner Zelle auf eine Wand ausgerichtet ist?

 

Es ist… –es ist schwierig das Wort zu finden- es ist irgendwie „fällig” –weil das mit „dringend” nicht mehr funktioniert- ein „Fluchtkomitee” aufzustellen.

Der Flucht?

Ja, aus diesem Gefängnis zu fliehen(!), sich die Zügel dieser Strafe abzunehmen, von diesem Strafurteil, aus dieser Verurteilung, aus diesem Vorurteil, aus diesem Urteil. Als das wurde manipuliert.

 

Fluchtkomitee…, welches uns erlaubt, zumindest den Tagesanbruch (span. ‚amanecer’) zu betrachten, das, was als Produkt aus dem geboren wird, zu lieben und diese Abenddämmerung, die uns in den göttlichen Schlaf von einer Initiation vertieft, damit wir uns in dem folgenden Wachzustand in unseren Illusionen, in unseren Phantasien, in unseren Neuigkeiten ausüben können.

 

Das Leben ist keine Strafe.

Zu leben(!) ist kein Gefängnis beladen mit Verurteilungen.

Das Dasein ist keine Strafe[4] eine nach der anderen, mit einer Sünde dazwischen, die den Seufzer erleichtert.

Zu leben ist kein permanentes Misstrauen und ein permanenter Verdacht.

Zu leben ist nicht, den Respekt zu verlieren… und die Empfindungen zu überhören.

Zu leben bedeutet nicht eine Kette aus Gliedern… die eine immense Kugel mit sich schleppt, die uns kaum vorwärtskommen lässt.

 

Der Betende Sinn bringt uns zum Lieben(spa. ‚amar‘) als klarsichtiges Zeichen eines Daseins und eines Vibrierens ohne Vorurteile, ohne Verurteilungen, ohne Strafurteile.

Denn jedes Mal, wenn sich dieses Lieben erzeugt, sich zeigt, auftaucht…, wenn es die Charakteristika des „Unvorhergesehenen”, des „Unerwarteten”, des „Unglaublichen” hat, und wenn wir damit in der Lage sind, zusammenzuleben und die Strafe aufzulösen, dann ist es dort, wo das Wesen dieses Mysterium interpretieren muss… –interpretieren als Interpret(!): das Mysterium zu lieben, was tatsächlich das Mysterium zu leben ist. Manchmal benutzen wir Worte, um eine Sache von der anderen zu trennen und es ist nicht nur ein Wort: Leben.

Etwas Mysteriöses SAH und GAB SICH und das Leben tauchte auf.

 

(4:00 Minuten Stille)

 

Und für gewöhnlich –da man sie schätzt, wie man sieht- ist die Strafe so groß(!), dass es nach lebenslänglich klingt. Und jedwedes Fünkchen, um die Kettenglieder mit dem Hauch der Liebe weicher zu machen, wird ganz schnell… verurteilt, so sehr, dass die Traurigkeit (span. ‚pena‘) mehr wird.

 

Wir als Menschheit haben die Liebe  im Leben, die Die Liebe des Lebens, des Ewigen Mysteriums, angehalten. Wir haben sie angehalten und wir haben sie verurteilt, wir haben sie notariell beurkundet. Wir haben sie eingeschlossen, obwohl wir wussten, dass es sie das Leben kosten würde… und wir an ihrer Stelle einen Gott aus Stroh oder einen Gott aus Fleisch und Knochen stellen würden, der wie wir ist.

Grausame Spezies!

Aber ach…(!) –dieses „aber” ist dieser Hauch- das Ewig Schöpferische hat uns nicht… hat uns nicht verlassen. Es hält uns mit seinen Gebeten, seinen Meditationen, mit seinen Betrachtungen zurück.

Es beharrt eins ums andere Mal darauf, uns zu anderen Ebenen zu bringen… ohne Strafurteil, ohne Bestrafung.

Es liebt uns… bedingungslos.

 

 

***

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


[1] Singend

[2] Anmerk. Übersetzung: „Terra“, „Erde“, „plen“ kommt von „plano“ und bedeutet „flach“.

[3] Anmerk. Übersetzung: „Arreglar“ kann sich auch auf die Kleidung beziehen „angemessen angezogen zu sein“.

[4] Im Spanischen: ‚Pena‘, ‚Strafe‘, ‚Leid‘.