Wir sind das, was geschehen ist

 

BETENDER SINN

 

(5:30 Minuten der Stille)

 

Und für gewöhnlich wird das Neuartige, das vor kurzem Geschehene gelebt und aufgenommen, so als ob sich „vorher” keine Situationen ereignet hätten… die in ihren Momenten auch wichtig, aufregend oder neu waren.

 Das „Erlebte“ –von „Erlebnissen”- in jeder unmittelbaren Neuigkeit zu berücksichtigen, gibt uns eine erweiterte Perspektive unseres Wesens, unseres Daseins.

Wenn man umgekehrt das Unmittelbare, das Günstige des Augenblicks ohne das Bewusstsein des Geschehenen lebt…, dann geschehen Anekdoten, dann geschehen abgesonderte Tatsachen, die eine Realität „schmücken“, die das Wesen nicht integriert.

Das Lineale, in dem man uns erzogen hat und in dem sich der Verstand geübt hat, um die Vergangenheit  zu verschmähen, ohne zu bemerken, dass wir „das” sind: was wir durchgemacht haben. Und wir werden weiterhin das sein, was wir durchmachen… Aber wir würden nicht das durchmachen, was wir durchmachen, wenn wir nicht in dem integriert wären, was „geschehen ist“.

Es scheint ein Zungenbrecher, aber man kann es kurzum zusammenfassen, indem man sagt, dass… „wir das sind, was geschehen ist”. In Folge dessen geschah es nicht, sondern es befindet sich hier. Wenn wir das sind, was geschehen ist und wir uns dessen bewusst werden, werden wir das, was geschieht mit einer Weite und einer kreativen Neuigkeit leben.

Dank dessen, was geschehen ist –was nicht vorbei ist- haben wir diese Gestaltung, dieses  Bewusstsein, die Art von Werten, von Evolutionen…

Man könnte es in anderer Art und Weise sagen, indem wir bestätigen, dass wir aus „Stoffresten der Vergangenheit“ gemacht sind. Das ist überzeugender, nicht?

 

Der Betende Sinn von heute lässt uns darüber nachdenken, was jedes Wesen auf der Basis dessen ist…, was wir gelebt haben.

Er spart –als Schöpfermysterium- keinerlei Detail aus, so unbedeutend es auch sein mag, weil all diese Details Teil von dem gebildet haben, was wir sind.

Wir haben uns weder geirrt noch liegen wir richtig, noch haben wir es gut oder schlecht gemacht. Wir haben die Folgen von dem  durchlaufen, was die Vorsehung markiert hat… und wegen der Möglichkeiten, die wir gewählt haben.

Damit haben wir das Mysterium in uns aufgenommen, das Mysterium, weswegen sich diese ganze Reihe an Geschehnissen ereignet haben, die aus uns das machen, was wir sind.

Und was… und was wollen wir sein? Wollen wir… jede Gegenwart sein, die sich auf der Basis dessen einbringt, was wir sind?

Wollen wir eine amplifizierte Vision dessen sein, was wir leben?

Wollen wir entdecken und damit SIE uns entdecken, um „Zukunft” zu machen, bevor sie geschieht?

 

(3 Minuten der Stille)

 

Die Blumen werden nicht welk, sie lassen ihre Blätter fallen, um die Arroganz zu vermeiden.

Und jedes Blütenblatt ist… eine Unmenge an Düften, die gelebt wurden… und die in der gesiebten Farbe dieser entblätterten Blume präsent sind.

 

Ach…! Vielleicht schaffen es die  Eindrücke, die uns orientieren, uns zu einer Fülle in den Erfahrungen zu orientieren, ohne sie weder zu katalogisieren noch sie zu verurteilen, sondern um sie in unserer ach so armen „Klugheit“ aufzunehmen!

Auf diese Art und Weise werden wir Mikroorganismen sein, die weder urteilen noch verurteilen, sondern die sich versunken fühlen in einem mysteriösen Speiseschrank… wissend, dass sie dort geschaffen wurden, dass sie dort kreativ, inspiriert sind.

 

(4:30 Minuten der Stille)

 

Jeder Einzelne in seiner Art und Weise fragt sich, was er ist. Das ist in Ordnung… diese Überlegung. Aber unter dem betenden Instinkt muss man sich damit beschäftigen –in dem, was man ist- konsequent zu sein, in der Realisierung eines jeden Tages, im Zeugnis ablegen eines jeden Moments.

Jedes Wesen ist offensichtlich eine Referenz des Mysteriums, des Schöpfer Mysteriums. Und jedes Wesen hat eine Verantwortung(!) –ohne dass das ernst klingen soll-… „widerzuspiegeln” was es Dank des Mysteriums ist. Und es könnte sagen: „Ja, ich bin ein Mysterium. Ich kenne etwas von dem, was mir passiert ist, und das bin ich jetzt. Und ich nähere mich meinem Mysterium an… indem ich Zeugnis ablege von dem, was ich gekommen bin zu sein.

Ich bin zeitlos, ich bin alterslos, ich bin grenzenlos…

Ich atme nicht vergeblich, noch schlägt mein Herz aus Routine.

Ich bin ein geschöpfter Aufenthalt, dem ich verpflichtet bin, um meine Unwissenheit auszudrücken(!)… und um mich der Neuigkeit eines jeden Tages im Sinne einer erhabenen Kunst hinzugeben, wie es das Leben ist.

 

(4:30 Minuten der Stille)

 

In neuen Universen eines jeden Tages integriert, werden wir die ausreichende  Porosität haben, um in den Neuigkeiten, in den Innovationen übereinzustimmen.

Wir werden uns inspiriert fühlen und werden aufhören, die Ereignisse für „gut” oder „schlecht” zu halten, indem wir sie als vorgesehen annehmen –da sie es sind- und indem wir uns von den gutgeheißenen, festen, undurchlässigen(!) Schichten trennen.

 

(3:30 Minuten der Stille)

 

Wenn wir als Menschheit, als Widerspiegelung des Mysteriums zum Bewusstsein anderer werden, das Bewusstsein der anderen in uns aufnehmen, zuhören, miteinander sprechen, gestalten, Ideen haben…, werden wir die Erfahrung leben, abgesehen davon sich als Ausdruck des Ewigen einzigartig zu fühlen, uns gleichzeitig auch als „Menschheit“ zu fühlen, um so einen wirklichen Humanismus zu bilden!

Weil in dem Maße wie ich „Menschheit” fühle –weil ich in meinem Wesen andere Köpfe aufnehme- und ich bemerke, dass ich etwas mehr bin, als ein ungewöhnliches Ereignis, nämlich dass ich verbunden bin mit dem, was wir „Leben“ nennen, wird das Begreifen offensichtlich werden, die Verschwörung wird möglich und die Güte erblühend.

So werde ich mich an dem Genuss des anderen oder der anderen erfreuen. Ich werde angesichts der Entdeckung jener lächeln, weil auch ich die anderen bin. Weil ich nicht nur ich bin.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Jeden Tag ein Versprechen sein…  und Zukunft ermutigen!

Eine mysteriöse Offensichtlichkeit sein… in jedem Vorschlag.

Das Erbe eines jeden Erlebens offensichtlich machen!

Uns entschieden als Universen zeigen. Als ‚Ver-se (‚sich sehen‘, ‚verse‘), ver-sos’ (‚Gedichte, Verse‘)… die weit über die Möglichkeiten hinausSEHEN, weit über das Wahrscheinliche hinaus.

Sie sehen darüber hinaus.

 

(3:30 Minuten der Stille)

 

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