16. Die Geschenke der Schöpfung sind da, um das Alltägliche zu heiligen

 

BETENDER RUF

 

(5 Minuten der Stille)

 

Angesichts des Betenden Sinns löst sich die menschliche Angst auf, denn der Bezugspunkt im Schöpfer Mysterium wird fließend, wird fühlbar…

Die Aktivität, die menschlichen Errungenschaften und Konsequenzen –als Protagonisten des Lebens- hören auf, der Bezugspunkt zu sein. Sie gehen dazu über, eine eigene Aktion der Natur des Wesens zu sein, ohne dass sie einen Bezugspunkt darstellen.

Obwohl diejenigen, die diese Schöpfer Position als Bezugspunkt nehmen Äquivalente sind, die es denen erlauben, die sich nicht finden, sich auf dem Weg der permanenten Schöpfung zu finden.

Vielleicht ist es zu viel, wenn man „nie“ sagt, aber… es kommt dem näher. Vielleicht wäre es zu viel zu sagen: „Niemals” hat das Wesen ein volles Vertrauen in das Mysterium und in den Glauben, die Großzügigkeit, das Wohlwollen, das permanente Erbarmen gehabt.

Vielleicht, weil es sich klein fühlte, sich ohne Ressourcen fühlte, dachte es…, um aus der blauen Kugel herauszukommen, dachte es, dass alles, was es außerhalb von ihm gab, mächtig, arrogant und strafend sei.

Niemals strömte es Belohnungen, noch Applause, noch Genüsse aus. So wurde nach und nach der Verstand unter der Idee der Strafe ausgearbeitet. Und gleichzeitig trennte es sich von dieser schöpferischen Allgegenwart auf der Suche danach, diese durch seine eigene Aktivität zu ersetzen. Sich an die Stelle von etwas zu setzen, was es nicht kannte, aber das ähnliche Effekte zu dem produzierte, was es fühlte.

Vielleicht… taucht so der arrogante Mensch auf, der alles auf was er trifft dem Erdboden gleich gemacht hat, denn was Güte anbetrifft, ist er spärlich und mit Kriegen im Überfluss bestückt und er ist Produzierender der strotzenden Ängste.

Und so erzeugen sich schutzlose Generationen…(!) unter der Macht von anderen… von anderen wenigen Menschen, die durch ihren Vorschlag, durch ihre Drohung dessen, was in anderen Zeiten andere interpretierten: dass der Himmel unbarmherzig, strafend, Störender des Lebens war, verfälscht haben.

Und so wurden nach und „Schutzlose“ erzeugt. Schutzlose, die sich der Verzweiflung oder dem behaglichen Leben hingeben, einige der Konfrontation.

Dessen ungeachtet wurden auch auf allen Ebenen der Schutzlosen, Wettbewerbe der Kraft veranstaltet, um zu sehen, wer mehr hatte, wer mehr besaß oder… wer mehr Schmerz produzierte.

Unglaublich…(!), das sein Wert, seine Kraft und seine Macht darauf basiert, wieviel Schaden er in der Lage ist zu produzieren.

Das war sicherlich das Modell, das der Mensch –in seinem „immer” oder „fast immer”- in Bezug auf die Schöpfung entwickelte.

Der betende Vorschlag flüstert uns… achhh(!)- die Idee, den Impuls, die Lust, die Beispiele… zu.

Es scheint, dass der Himmel, die Schöpfung nach seinen Liebenswürdigkeiten ruft! Und es scheint –mehr noch, dass es  so „scheint”, es stimmt-, dass der Mensch als Spezies IHR, der Schöpferkraft, den Rücken zudreht, weil er SIE nicht beherrschen kann. Weil er SIE bereits durch sich selbst ersetzt. Weil er SIE bereits als gefährlich, rachsüchtig, strafend verurteilt hat. Und auf dieser Basis hat das Wesen seine gewissenlose Position geschaffen, indem es in seiner Umgebung –jeder Einzelne in seiner Art und Weise und jeder in seiner Möglichkeit- wertlose…. schutzlose Wesen geschaffen hat!

Und jeder Einzelne auf seiner Ebene –unglaublich- lebt diese Dualität, sich bestraft, verfolgt, gedemütigt zu fühlen und gleichzeitig mächtig, arrogant, Strafender…!

Was für ein Drama!

 

Und indem er die Kraft und den Wert eines Jeden auf der Basis des zerstörerischen, hemmenden, zwingenden Potentials, dem Produzieren von  Schutzlosen entdeckt, wenn also irgendeiner von ihnen –von Ausnahmen abgesehen- vor der Frage seines Glaubens, seiner Hoffnung, seinem Verhältnis mit dem Mysterium, mit dem Mystischen, mit dem Göttlichen, mit was Sie auch wollen oder wie Sie es nennen wollen, befindet, dann macht er es immer mit dem furchtsamen Grundzug, dass er irgendetwas Schlechtes getan hat, mit dem Grundzug, es verdient zu haben bestraft zu werden.

Und sicherlich fühlt sich Gott perplex –können wir in unserem menschlichen Jargon sagen!

„Warum fürchtest Du MICH? Warum fürchtest Du MICH, wenn ich Dich schütze!? Warum fürchtest Du MICH, wenn ICH Dich minuziös mache? Warum fürchtest Du MICH? Warum fürchtest Du MICH, wenn ICH auf Dich aufpasse? ICH gebe Dir die Überraschung zu leben und wach zu werden und den Zauber, Dich zu verlieben! Warum fürchtest Du MICH!!!?”

Irgendwie so etwas könnten wir hören und interpretieren.

Es scheint so –von Ausnahmen abgesehen- dass… man es niemals(?) –vielleicht nicht so  lange- verstanden hat, weder wortwörtlich, noch den Geist des Wortes zu interpretieren –und was noch schlimmer ist: ohne Buchstaben-, hat man es nicht verstanden, das Entgegenkommen der Schöpferkraft zu interpretieren. Und aufgrund seiner Größe hat sich das Wesen einschüchtern lassen. Und wenn es dann anfängt zu beten, dann nennt es das nicht „Ruf”, sondern, dass es das Wesen ist, das betet, das fragt, das sagt. Und voran gingen seine Beileidsbekundungen der Sünden, und gleichzeitiger Bitte um vorausgehende Milde.

 

Ist es vielleicht so –wenn wir uns an Christus erinnern- ist es vielleicht so, dass irgendein Vater oder irgendeine Mutter seinem/ihrem Kind einen Stein oder eine Viper zu essen geben würde? Wäre es nicht das Üblichste, ihm Brot… und eine Zärtlichkeit zu geben?

Also gut, wenn das so ist, wenn man das ins Unendliche amplifiziert –amplifiziert ins Unendliche(!)- dann geben SIE uns, ohne uns zu verurteilen.

Die Religionen haben uns die Sünde eingeimpft; sie verbannten uns in Interpretationen vom Göttlichen, unter dem Sinn, dass wir schlecht wären. Und so wurde die betende Pilgerschaft schmerzhaft…

Und was noch auffälliger ist: um „würdig für” zu sein, musste man ein großer Leidender, ein großer Kranker sein! Um „würdig für” zu sein, musste man verfolgt, misshandelt, gefoltert werden…! Und wenn man wegen seines Glaubens tot wäre, dann wäre es noch besser.

Gott will keine toten Heiligen!!

Die Geschenke der Schöpfung… sind da, um das Alltägliche zu heiligen!! Um die Gesundheit, die Hilfe, den Kuss, das Gedicht, das Zusammenleben, das Tun zu heiligen...!

Wir könnten sagen –ohne zu beabsichtigen, dass es so wäre, aber um uns ein bisschen an den Betenden Sinn anzunähern-… wir könnten sagen, dass die Schöpfung, dass der göttliche Einfluss keine Unvollkommenheiten kreierte. Er kreierte keine… Spielzeuge für Strafen. Er schuf keine unnützen Marionetten. Er schuf keine Wesen, um sie einzuschüchtern(!), sondern um sie zu verherrlichen…

 

(2 Minuten der Stille)

 

Ahhh…! Aber an diesem Punkt ist das menschliche Vorgehen bereits groß geworden, er (der Mensch) ist schon erwachsen (span. ‚adulto‘), jetzt kann er das Schicksal schon verfälschen (span. ‚adulterar’), verändern und modifizieren! Ah! So wie die Götter.

Er muss nicht mehr konsultieren, er muss, er muss nicht mehr zum Orakel von Delfi gehen, er muss nicht mehr die mysteriösen Stäbe oder die Karten des Glücks und des Unglücks lesen. Schon braucht er keine Orakel mehr. Er ist schon erwachsen. Er weiß es schon! Er weiß schon! Er braucht keine Bezugspunkte mehr!

Er publiziert schon seine Werke… Er braucht keine Überprüfung! Er braucht keine Rücksichtnahme! Er kümmert sich um „seine Dinge“, gleichgültig und die Umgebung zurückweisend, die ihm nicht „dienlich” ist.

Er weiß alles! Ach…!

Aber wie hart sind seine Tränen, wenn ihn das Unvorhergesehene überrascht. Und trotz alledem berichtigt er nicht. Oder aber er interpretiert, dass man ihn bestraft hat. Noch nicht einmal, dass er sich selbst bestraft hat.

 

Und ach...! Ach! Wenn sich der Mensch selbstgefällig, solvent fühlt. Ach!! Wenn er fühlt, dass es nichts und niemanden braucht. Ach! Wie nah ist das Fiasko! Wie nah ist die Tragödie!

 

Und mit all seiner Macht und mit all seiner Eitelkeit bevölkerte er die feste Erde und er beherrschte und eroberte sie…(!) und er füllte sie mit Bauten. Und angesichts eines unerwarteten Nießens zog er sich in ihnen zurück, erschrocken, ängstlich, misstrauisch. Er fürchtete um sein Leben. Niemals kümmerte er sich darum, etwas über das Leben zu wissen. Vielmehr es zu beherrschen, es auszunutzen und es zu nutzen. Und jetzt machte er sich Sorgen darum, es zu verlieren! Schwach!

Ein gutes Beispiel seiner versteckten Macht: die Mehrheit, der Mehrheit, der nie gesehenen Mehrheit schutzlos zu machen!

Und klar, die, die am meisten Furcht haben, sprechen von der „göttlichen Strafe“. Die Mächtigsten sprechen nicht. Sie warten auf die Resultate! Sie warten darauf, dass die Schutzlosen anflehen und bitten und um Erbarmen bitten. Und die Mächtigen geben ganz langsam ihre Lösungen, die durch Zufall auftauchen.

Alles bleibt im Haus der menschlichen Macht, ausgenommen die alten Mütterchen und Väterchen, die nur die Strecke zum Tempel haben.

 

Pathetisch, nicht…? Pathetisch!

Ein gut organisiertes Schafott.

Indem man, ist ja klar, Nachdruck auf die fokussierte und partielle Vision legt, niemals auf die amplifizierte.

 

Und ja: in dem Maße wie wir ausnahmsweise die Überzeugung in den Glauben wiederherstellen, dass die Schöpfung großmütig ist, großzügig ist, nachsichtig ist, jeden Tag präsent ist…(!) und den Genuss, die Fantasie, die Illusion und das verliebte Vorgehen verschafft…

ES klagt –ach, zu sagen, dass das Göttliche klagt, wie fürchterlich(!)-… ES grämt SICH, die Dreistigkeit, die Eitelkeit und den Hochmut des Schmerzes zu sehen, den der Mensch jeden Tag in SEINEM Namen erzeugt(!), indem er ersetzt, weil er schon groß ist, zu sehen, wie er bereits ausreichend unabhängig ist. Es hat nicht bemerkt, das Wesen, dass das Göttliche keine Abhängigkeit sucht. Immanenz! In SEINER eigenen Schöpfung das Beste zu tun. ES suchte den Konsens. SICH zu fühlen und dass jeder Einzelne ES in seiner eigenen Vorstellungskraft fühlt.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Es wird spät! Ja, es wird spät, wenn man nicht bald… DEM, DER uns ruft, zuhört „DEM, DER uns ruft.”

Es wird spät, es wir spät, wenn man nicht bald DEM zuhört, DER uns ruft.

Es wird zum Kreuz der Folter der Angst, wenn es spät wird.

Es wird Hauch des transparenten und genussvollen Verses, wenn es früh wird.

Und in dem „früh” gibt es weder Herrschaft noch Macht, es gibt keinen Grund, der das Fühlen demütigt…

Es gibt volles Vertrauen… in DAS, WAS ruft, in DEN, DER ruft! Und dank dessen fühlen wir SEINE Natur in unserer winzigen Proportion.

Und dank dessen ist die Ernte fruchtbar, die Zuneigung flexibel, die Liebe ist… unendlich.

Für Momente wird es spät und für Augenblicke wird es früh.

Wenn es spät wird… dann debattieren die Wesen unter ihren Mächten und dem Verzicht.

Wenn es früh wird, gibt es keine Dualität. Es gibt keine Dualität. Es gibt vorgesehenen Glauben.

Und indem man unter dem Betenden Sinn bleibt, wird es immer bald.

Und es wird immens spät, wenn das Wesen sich erwachsen fühlt. Sehr spät.

 

Es wird früh…

Es ist früh

 

***