Die Pflege des Inneren

 

 BETENDER RUF

 

(5:30 Min. der Stille)

 

Aufgrund des Ortes, an dem das wohnt, was wir „Leben” nennen, und der daraus folgenden Dynamik, die sich ergibt, die sich ergeben muss, nämlich die kontinuierlichen Anpassungen angesichts… schlicht und ergreifend der Trockenheit, oder der reichhaltigen Regenfälle, oder angesichts der Wärme und der Kälte, der so unglaublichen Biodiversität und der so erstaunlichen menschlichen Diversifikation…       –zusammengefasst, sehr zusammengefasst, klar- zeigt uns das, was wir „Leben“ nennen eine, ununterbrochene Dynamik der Aktivität.

 

„Eine ununterbrochene Dynamik der Aktivität.“

Aber es geschieht –es geschieht-…, dass selbst mit dieser Kraft, diesem Einfluss und dieser Charakteristik dieses „Lebens”, welche diese Ressourcen, diese Differenzierung, diese Anpassungen hat, dass sich, trotzdem diese vitalen Essenzen diversifizieren, expandieren, anpassen, erlangen, erreichen, verändern, ja, ja, ja-… die Bewusstseinsebenen der Menschheit dennoch richten –„sie richten sich ein (span. ‚se establecen“) –wie eine Stallung, wie sich aufstellen, wie sich hinstellen- Zeiten, Generationen hindurch...!

Das, was wir heute establishment nennen: der stabile Mensch, der aufgestellte Mensch, mit seinen Normen, Gewohnheiten, Gesetzen, Angewohnheiten. Aber es ist auffällig –da die Beschaffenheit des Lebens diese ununterbrochene Diversifikation, diese Replikation, diese kontinuierliche Umformung auf der Basis aller variable Kriterien ist, die sich ereignen-, dass sich die Bewusstseinsebenen und die Normen, das Verhalten und vor allem die Gedanken und die Gefühle… in einem Kerker befinden.

Ja klar! Im Mittelalter war das anders, ja. Aber es mussten eine Reihe von Generationen vergehen uuuuuuuunnnndddd… und, und, und, und, und…

Und zum Beispiel die Katholische Kirche macht mit ihren Normen weiter und die Sultanate mit ihren Steinigungen…

 

Das betende Warnsignal zentriert sich darauf zu sehen, wie das Subtilste, das, was am meisten geschätzt wird, das, was uns wirklich offenbar macht, dass wir leben… das ist, was am meisten blockiert ist, was am meisten verurteilt wird, das Moralischste… ist. Und das andere also verändert sich kontinuierlich –so wie wir es kürzlich kommentierten- und es wird nicht lange dauern, da werden wir einen Quantencomputer haben, der nur durch die Projektion von Intentionen in der Lage sein wird, die Operationen durchzuführen, die wir benötigen, die wir fordern. Wir müssen keine Tasten oder sonst etwas anschlagen.

Und klar, das, verglichen mit den Rauchzeichen… Menschenskind(!), klar gibt es Veränderungen. Und es scheint nicht, dass wir zu den Rauchzeichen zurückkehren werden.

 

Es geht noch weiter: Die Trinkwasser Aufbereitung, die Konstruktion von Häusern, die Kanalisation der Rückstände… –vier Sachen mehr-, die Verbesserung der Kleidung, die Verbesserung der Qualität der Nahrungsmittel… –so, eh(?)- haben in knapp einem Jahrhundert bewirkt, dass sich das Durchschnittsalter der Spezies verdoppelt hat.

Aber aufgepasst(!) –und das ist… na gut(!), das ist wichtig –wir nehmen das „sehr” weg, weil es nur wenig Effekt hat-, also „das ist wichtig”. In diesem organizistischen Wechsel ist es eigenartig –es bleibt uns nichts weiter übrig, als mit einem bestimmten Dualismus weiterzumachen-, welcher Teil… welcher Teil des intelligenten und emotionalen Bewusstseins beigetragen hat oder mitgewirkt hat, damit zum Beispiel dieses Überleben erreicht wird?

Gibt es weniger Eifersucht als vorher? Gibt es weniger Palaver als vorher? Gibt es weniger Wut als vorher? Gibt es weniger Rache als vorher? Gibt es weniger Ungeschicklichkeit als vorher? Gibt es…? Gibt es…? Ach...

Also nein. Also wahrscheinlich nicht.

Zumindest im Verhältnis nicht.

Zweifellos ist die Trennung, die wir zwischen dem Materiellen und dem Immateriellen machen, fiktiv. Beides ist eng verbunden. Ja. Aber die Teilhabe des Wesens, sich dessen bewusst zu werden, um zum Beispiel an seiner Langlebigkeit oder in irgendeiner anderen Sache mitzuwirken, ist klein(!)... verglichen mit dem Rationalen und dem Materiellen und dem Possessiven, das sich in einem übertriebenen Schwindel entwickelt. „Übertrieben“ in Anführungsstrichen.

 

So aus der Vogelperspektive haben wir „gewonnen“ –ohne Kommentar und in Anführungsstrichen- wir haben „gewonnen“ an Vorurteilen, an Fremdenfeindlichkeit, an Wut, an Rache…, selbstverständlich an Gewalt… Weil sich die Gewalt ausgedehnt hat. Es ist nicht mehr nur der Stock und der Steinwurf. Nein, nein, nein, nein, nein. Jetzt ist es der subtile Blick, der geringfügige Kommentar… ufffff!

Das wird unsere Langlebigkeit und unsere Lebensqualität nicht gerade verlängern, nein, das wird sie verwirren(!), wird sie durcheinanderbringen(!), das wird… na gut(!) zu einem permanenten Krieg beitragen –in dem wir uns befinden.

 

Ach…(!) SIE gaben uns… „Fleisch von unserem Fleisch, Blut von unserem Blut, Knochen von unseren Knochen“ und es funktionierte nicht.

SIE gaben uns „Schweiß auf der Stirn und unter Schmerzen gebären“ und es funktionierte nicht!

SIE gaben uns „die gesamte Erde, um auf ihr herumzuirren und um sie zu erobern” und es funktionierte nicht.

SIE gaben uns… SIE sagten: „Na gut! Also Verheißenes Land” und jeder einzelne dachte es wär seine und ebnete das Gegenüber ein. Es funktionierte nicht.

Also die Anstrengung der Götter, Gottes, der Schöpfung war offensichtlich. Eine starke… Anstrengung, eh? Aber so in groben Zügen, nicht? Zumindest in unseren westlichen Kulturen –in anderen ist es ähnlich, eh(?); auch die Reitertruppe der Walküren haben die Dinge nicht sehr verändert!

 

Es geht noch weiter: alles Gute, Fröhliche, Zufriedenstellende und Genussvolle wird verfolgt, beneidet, abgesondert und besessen. Im Allgemeinen, eh?

Umgekehrt, alles Arme, Miserable, Ekelhafte, ‚Schlägereimäßige’, Schädliche ist in irgendeiner Art und Weise die perfekte Rechtfertigung, um genauso weiterzumachen wie immer.

Das heißt, dass die großen göttlichen Investitionen –mit allem Respekt und mit aller… Spekulation- nicht funktionierten. In großer Anzahl.

Wenn wir uns für einen Augenblick irgendein Land in unserem westlichen Orbit vor Augen führen –welcher der Fortschrittlichste (Orbit), aufgepasst, der Fortschrittlichste ist, eh(?)- sehen wir, dass seine Normen, seine Gewohnheiten, seine Gesetze, seine Moral, seine Spiritualität… vielfältige –fast endlose- Indikationen an Paragrafen und Anhängen hat. Und was man sagen möchte ist, dass… achten Sie mal auf eine ganz einfache Frage:

Ist es an irgendeinem Ort möglich…(?) –im Moment begrenzen wir das auf den Westen, in Ordnung? Ist es möglich…(?) –es ist eine transzendente Frage, eh? Man muss sich vorbereiten. Ist es möglich… –macht man es oder macht man es nicht(?), wenn man es macht. Ist es möglich…(?) –Na gut, komm schon(!)-… Eben das! Ist es möglich, ist es möglich, ist es möglich… zu erfüllen –das, was man „erfüllen” nennt- alle Normen, Gewohnheiten und Gesetze, die aufgestellt sind? Alle!

Ich glaube, dass die Antwort offensichtlich ist: sie lautet: Nein.

- Aber sie sind aufgestellt.

- Ja.

- Und wenn Du aus irgendeinem Grund irgendeine von ihnen nicht erfüllst, dann können sie Dir gegenüber ‚vorgefasste Meinungen‘ haben, sie können Dich verurteilen, richten und bestrafen?

- Ja.

- Ach!

 

Das bedeutet, dass sich in letzter und in erster Instanz jeder einzelne anpasst, indem er abstreitet, nicht erfüllt. Aber die, die die Normen –und all das- anlegen, wissen das. Klar! Klar wissen sie das! Und es ist wichtig, dass das geschieht.

Warum? Weil man so bestrafen kann; so kann man ‚vorgefasste Meinungen’ haben; so kann man kritisieren; so kann man verletzten; so kann man… –klar kann man(!)- zerstören; so kann man demonstrieren, dass ich Kraft habe; so kann ich zeigen, dass meine Argumentation die wirkliche ist; so kann man die Qualität seiner Gewalt zeigen.

Das war nicht die Behandlung, die uns die Vorsehung zuteil kommen ließ.

 

Der Betende Sinn schlägt uns vor –ausgehend von den Offensichtlichkeiten, dass das Leben fortdauert, anhält, weitermacht-… dass wir aus unserem Bewusstsein einen transparenten Weg machen, einen Weg der Eintracht, einen Weg des Respekts …; einen Weg ohne Ausnutzung, einen Weg ohne Possessionen, einen Weg ohne Urteile, einen Weg des Zusammenlebens; ein Bewusstsein, das es versteht, sich kontinuierlich zu entdecken, das es versteht, die Freude jedweden Ereignisses, welches sich im Leben ergibt, anzunehmen und zu genießen.

 

Und als Schule des Internen steuert der Betende Sinn unser Inneres an, damit wir diese Gefühle ausüben… und damit wir wirklich befreiende Vermittler sein können(!), Vermittler der Erleichterung(!), des Trostes(!)... der Gesundung, der Heilung.

Vermittler! Nicht aufzwingende von Obligationen, Spender von Strafen oder kostenlosen Kritiken, die die eigene Beunruhigung verdecken.

Auf dass diese Kultivierung „des Inneren“, welches aus dem Einfluss des Mysteriums herrührt, seine Widerspiegelung in diesem Tun hat: in diesem Tun unserer Sinne, wenn wir sehen, sprechen… in diesem Tun unseres Bewusstseins, sich auszudrücken, eine Meinung zu haben…

 

(3:30 Minuten der Stille)

 

Die menschliche ‚Gemeinschaft’ (span. ‚comunidad’[1]), so wie es ihr Name anzeigt, ist –aufgrund ihrer Natur- eine kontinuierlich Gebende, ein sich kontinuierliches Geben in der Gemeinschaft. Und damit das geschieht, damit sich das ereignet –etwas, was nicht geschieht und was sich nicht ereignet, außer in dem individuellen Sektenwesen- müssen wir uns frei von Vorurteilen sehen und bereit sein, uns mit Meinungen, Ideen und Projekten in Einklang zu bringen…, die sich vielleicht nicht in unserem Verzeichnis befinden, aber wir müssen ihnen zuhören; wir müssen zulassen, dass man uns gibt und wir geben. Und in diesem sich gegenseitigen Geben können wir ganz langsam erreichen, dass wir uns wirklich geben; nicht Schläge. Nicht sich geben im Sinne von sich schlagen… sondern sich in dem Sinne geben, etwas Gemeinsames zu finden…(!), das es uns erlaubt, uns zu geben.

Und das geschieht im betenden Ruf, wenn man einen Ruf macht, um in Augenschein zu führen, um zu klären, um anzuregen, um… zu führen. Um Referenzen aufzustellen, die weder zwingend noch obligat sind, noch vergeltend, noch gewinnsuchend. Sie sind Die Hilfe.

Ja, sie sind die Folge der Hilfsmittel angesichts eines Zerfalls, angesichts der Spezies, die ihre Fassung verliert.

 

Im Jahr der Innovation und dem in Gang setzen kann es das beste Gefäß sein, um die Befreiungen zu erneuern.

Um die Wurzeln der Stabilisierung zu lösen, die nichts weiter als ihre eigene Meinung erlauben.

 

(6:30 Minuten der Stille)

 

Auf dass die Begründungen und die aufgestellte Logik, die im Grunde Verfolgungen seitens der Vorurteile und der Strafen sind, nicht die Emotionen, die Zuneigungen, die Bewunderungen, die Wohlgefälligkeiten, die Möglichkeiten annullieren, dass wir uns in der permanenten Liebe der Schöpfung versunken fühlen und damit wir in der Lage sind, das mit unserer speziellen und eigenen Hingabe in unserer Umgebung widerzuspiegeln. Und dass es auf keinen Fall ein Tun… auf Kosten der Verletzung „von” ist.

 

***

 


[1] Im Originaltext wird ‚comun-idad‘ geschrieben. ‚Comun‘  wird übersetzt mit ‚gemeinsam‘,  ‚idad‘; darin steckt ‚y dad‘, ‚und gebt‘.  In dieser Kabbala soll ausgedrückt werden, dass man sich in der Gemeinschaft geben soll oder auch, dass es dem Menschen von seiner Natur aus eigen ist, sich zu geben und er das auch tun sollte.