Das Wesen sondert sich in seinem fliegenden Prozess ab

 

BETENDER RUF

 

Die Schöpfung in ihrem unendlichen Tun amüsiert sich in ihren Manifestationen… mit dieser gütigen und erbarmungsvollen Vorsehung, die uns einhüllt, die uns beschützt, die uns inspiriert, so als wären wir unendliche Schichten, die sich eine um die andere hüllt, und das machen sie kontinuierlich.

Sich also vorstellen, dass jedes Wesen eine Einhüllung unendlicher Umstülpungen ist, das sich kontinuierlich… auf unterschiedlichen Ebenen… einhüllt. Und jede Einhüllung ist außerdem… ist eine Botschaft, ist ein Schlüssel, um das Mysterium anzunehmen und um die Zeichen zu leben, auf die wir treffen, um das Zeugnis abzulegen, das entspricht.

 

Der Betende Sinn zeigt uns dieses Bild… mit der Intention, damit wir von diesen Auffassungen ablassen, von diesen verankerten Strukturen „anstatt einer Umhüllung“. Jene, die einen sagen lassen: „Also ich bin eben so.“ Jene, die keine Variablen, Veränderungen, Transformationen, Mutationen und Transmutationen erlauben: all das, was mit sich bringt, sich auf einer ewigen Reise zu befinden und in unterschiedlichen Positionen, in einer kontinuierlichen Art und Weise.

Was selbstverständlich einer Anpassung bedarf, eines Wohlwollens, einem sich widmen.

 

Und es geschieht für gewöhnlich, dass sich jeder einzelne in Sicherheit bringt…    –das ist keine Zuflucht- in seiner Persönlichkeit, in…

So bin ich, so habe ich es gelernt…

Und wirst Du denn nicht mehr lernen…?

„So sehe ich das.”

Und wirst Du nicht mehr sehen wollen…?

„Weil ich gehört habe…”

Und wirst Du nicht mehr hören…?

 

Diese Rigidität der Einhüllungen… ist für den, der sich in ihr befindet und für die Umgebung –der er es erschwert, eine Folter. Und „Folter“, weil… stellen Sie sich einen Wurm vor, in dessen Projekt es sich befindet zu fliegen. Stellen Sie sich vor, dass sich der Seidenkokon bildet und er in diesen Zustand der „Puppe” eintritt, dieser… Transformation, der Transmutation und dass er dort –so wie es geschieht- gefangen bleibt –so wie es geschieht, wenn der Mensch die Seide machen will.

Aber wenn man das bei der Rigidität der Persönlichkeit anwendet, ist es eine grausame Lebenserfahrung, wenn man bereits katalogisiert, kodifiziert… und behindert ist, um zu fliegen.

So bleibt er in seinem Moment der ‚Puppe’. Dort wird er vielleicht –hoffentlich- als Seide für ein Kleidungsstück dienen. Dort wird er für die Wiederaufbereitung verbleiben. Dort wird er –sicherlich- mit dem Eindruck verbleiben, dass etwas fehlte: es fehlte das Fliegen, es fehlten die Flügel, es fehlt die Farbe des Hauchs zu sehen, es fehlt das Fühlen…! Der Odem, der uns zum Fliegen bringt, es fehlte das Transzendentale, es fehlte die Erfahrung, welche wirklich die ist, welche die Bestimmung des Lebens darstellt.

Es scheint viel zu fehlen, nicht?

Der Schutz der Angst, verschanzt in der Persönlichkeit der „Sicherheit“. Ach!

Dieser Verzicht auf die Angst scheint unmöglich. Dieser Verzicht auf die Angst und dieser Verzicht auf den Flug scheinen unvermeidlich. Und sogar ein Erwerb. „Vor allem anderen die Sicherheit.“

Und seit wann… –müsste man sich fragen- seit wann trägt das Leben –das Leben(!) den Slogan „der Sicherheit”? Seit wann?

Wenn das konkretisierte Leben nicht weiß, was es ist(!)... noch wer es ist… noch warum es sich hier befindet! Was für eine bösartige Beschlagnahmung verleitet das Wesen dazu, sich in seinen Schichten zusammenzurollen und sich nicht zu trauen, rauszukommen, sich zu entfalten!?

Ach! Wenn das Herz es nicht verstehen würde, sich auszudrücken, um zu pumpen und um sich auszudehnen, um das aufzusammeln, was es pumpt, was wäre dann unser Herzschlag? Wir hätten keinen Herzschlag! Wir wären ein Wasserteich, der der Nährboden für Insekten und andere Wesen wäre.

Aber –ach(!)- jeder Herzschlag, begleitet von jeder Atmung, hüllt uns eins ums andere Mal ein(!)… um uns den Sinn des Flugs zu geben, um uns den kreativen Sinn unseres Tuns zu geben, welcher aus dieser Auffassung der Schöpfung über das, was wir sind, hervorgeht.

Wenn der Schutz des Wesens in seiner „Persönlichkeit” wohnt… und diese konstant bleibt, verzichtet es darauf, zu leben. Dann errichtet sich jedes Wesen in „Protagonist“, in „den Leuchtturm“, „das Referenzial”. Es beabsichtigt  unveränderlich zu sein, mit unveränderlichem Charakter. Es ist eine Form, die der Mensch dem Göttlichen gegeben hat: wie etwas, das da auf seinem Thron sitzt und befiehlt und anordnet. Und unter diesem Kriterium gestaltet sich jeder einzelne, er personalisiert sich und er errichtet sich –mit seinem Lehnstuhl- in einen an den Krieg gewöhnten, in  schüchtern, in Abenteurer, in… Und dort bleibt er! Um zu leben… –wie schade(!)- als Referenz… für wen?

Meine Referenz ist der Wind, der mich zum Fliegen bringt.

Meine Referenz ist der Hauch, der mich zum Träumen bringt.

Meine Referenz ist die Liebe, die zu mir kommt und die ich hervorbringen kann.

Und so ist es möglich… dass man sich verändert. Sich selbst jeden Tag neu sehen. Sich wechselhaft sehen. Sich erneuert sehen! Sich beleuchtet sehen.

Wir sollten die Umhüllung eines jeden Tages sehen.

Wir sollten das Gewebe einer jeden Umrundung sehen.

Wir sollten sehen, wie sich diese mit den ältesten verbindet.

Wir sollten sehen, wie sie sich erweitern, sie dehnen, sich mehrmals falten und sich falten… so wie unser Atmen, so wie unser Herzschlag, so wie die Kontraktion einer Kraft und die Entspannung einer Freundlichkeit.

Und dabei ist es so, dass man für diese Position, die uns der Betende Sinn vorschlägt, nichts Spezielles machen muss. Man muss sich nicht quälen, man muss sich nicht opfern… Man muss sich einfach tragen lassen.

 

Sicherlich haben alle ein Papier gesehen, das vom Wind getragen wird; jetzt fliegt es höher, jetzt streift es den Boden, jetzt beruhigt es sich, jetzt hüpft es…

Also ein weißes Papier, das dorthin geht, wohin der Schöpferhauch uns trägt und es wird jeden Tag seinen Bericht schreiben, wie eine mit einer Botschaft beladenen Flasche, die ins Meer geworfen wurde und von der man nicht weiß, wo sie auftauchen wird.

Es sind so viele(!)... Konditionen, die sich das vergöttlichte Wesen geschaffen hat, um nicht aus seinem Kokon zu schlüpfen, um sein Gefängnis nicht zu verlassen, dass es ihm als eine Verletzung erscheint, aus seiner Zelle herauszukommen.

Es glaubt, dass seine Kondition die ist, gefangen zu sein.

Es hat im Gefängnis Einfluss, klar(!) und dort fühlt es sich mehr als sicher, vorausschauend: es sieht voraus, was geschehen wird, weil die anderen so sind wie das Wesen selbst ist. Jener ist gewalttätiger, der andere ist zurückhaltender, jener andere ist… Aber es wird keine Überraschungen geben.

Ist das der Bereich des Lebens? Ist das die starke, mächtige Persönlichkeit, die dem Göttlichen ähnlich ist? Ist das Göttliche etwa stark, mächtig?  Hat es diese Qualitäten?

Ah! Aber die Persönlichkeit endet… –auch wenn sie es nicht sagt, aber der betende Sinn möchte uns das sagen- sie sagt schließlich: „Es ist sicherer im Gefängnis zu sein. Schau Dir mal an, was draußen passiert. Bufff! Dich kann ein Auto überfahren. Bufff! Man könnte Dich kritisieren. Du wirst an Dir arbeiten müssen…! Die drei Mahlzeiten, wenig Arbeit… und man weiß wer wer ist.

Was für ein Risiko rauszugehen! Außerdem die Gesetze-Gesetze und die authentischen Koordinaten sind die des Gefängnisses, es sind die, die uns beschützen. Draußen herrscht das Chaos. Draußen sind die Kreativen, die Künstler, die Schönheit, die Innovation… Ufff...! Ich bleibe bei meinen Vorurteilen und füge die der anderen noch hinzu. Und damit mein Zellenbegleiter oder der der Zelle gegenüber oder der der anderen mich berät, damit ich mich nicht mit jenen anderen Gefangenen aus dem anderen Flügel zusammentue. Und selbstverständlich, nicht dass es ihm einfällt zu beantragen rauszugehen oder zu konditionieren oder auszureißen… Nein.

Damit immer die heiligen Normen und Gesetze des Gefängniswärters bewahrt bleiben, der die guten belohnt und die Schlechten bestraft.

Keinerlei Ausrutscher! Weil sie Dich in Einzelhaft stecken können. Und Du kannst von allen kritisiert werden, brüllend wie Wölfe.“

Aber wenn Du mutig bist –sagt das Gebet- dann wirst Du bemerken, dass diese Wölfe nicht beißen, dass es aufgeblasener Neid ist, dass es umherirrende Gerechtigkeiten sind, dass es leidvolle Seelen mit Kummer sind, die versuchen jedwede fliegende Erleichterung zurückzuhalten.

 

Die Welt urteilt über Dich, wenn Du sie als Richter akzeptierst; wenn dem nicht so wäre, könnte sie es niemals tun.

Wie unglaublich(!), nicht? Dass die sogenannte „Welt”, die von Menschheiten erzeugt wird, ihre „intra-Welt” und die neue Welt mit unbeweglichen, rostigen(!), schmerzhaften Kleiderständern… verurteilt.

Und so wurde eine immense Kruste auf der Welt geschaffen(!), um zu vermeiden, dass jedwedes innere Heulen(!)... bitterlich nach dem Ursprung „des Mysteriums“ weinen könnte. Und es war eine Kruste und es ist eine so große Kruste(!), dass jedwede Botschaft… abprallt oder wenn sie es schafft, durch die Kruste zu kommen, dann findet man sich ganz schnell ein, um sie zu verurteilen, sie abzusondern, sie zu exekutieren.

Vor allem anderen das Überleben der Kruste!

Die Menschheit braucht keine Götter mehr, noch Mysterien, noch… Nein! Sie hat sich in ihrem fliegenden Prozess eingeschlossen. Sie hat sich ausgespült und sie spült sich alltäglich mit der Nahrung der Angst aus.

Und der Ratschlag und die Meinung dessen, der sich unfähig fühlt aus seiner Position herauszugehen ist mehr Wert –das ist mehr Wert-, als wenn Gott selbst käme und ihm sagen würde, welches der Weg der Emotion, des Fluges ist!

In der Kruste kommt man dahin viel mehr an das Gerücht zu glauben, als an den Ursprung des Gerüchts.

 

Es ist dringend notwendig… zu heilen.

Die Kruste hatte wohl und hat ihre Moment –nicht wahr(?)-, aber später regeneriert sich das Gewebe und die Kruste fällt ab. Und es wird eine neue Haut geboren, nicht wahr? Eine neue Schicht hat sich gebildet. Eine neue Umhüllung… hat uns uns erholen lassen.

Die unterschiedlichen Bezugspunkte, die wir in unserem Dasein betrachten –ohne dass wir teilhaben; unsere eigene Natur drückt sich aus- sind Modelle, die uns ohne Anstrengung tragen können, ohne verzichtet zu haben… sondern umgekehrt, indem wir neue Positionen erreicht haben.

Das Vögelchen bleibt nicht im Nest mit der Schale auf dem Kopf. Nach und nach werden seine Eltern es zum Abgrund des Nestes bringen und sie werden es anstoßen, damit es fliegt. Und es wird fliegen… ohne es gelernt zu haben.

Der Wind wird sich um seine Flügel kümmern.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Der Frühling mit seinen Winden und seinem Regen… und der Ankunft der Schwalben kündigt uns neue und innovative Perspektiven an.

Die Schöpfung in ihrer Hartnäckigkeit für das Leben muss seitens des Wesens, eine minimal ermutigende Antwort haben, damit sich dieses wirklich lebendig fühlt und nicht als Gefangener seiner Umhüllungen.

 

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