12. Wenn wir Schöpfer-Ausdruck sind, vor wem und vor was müssen wir uns dann fürchten?

 

BETENDER RUF

 

(5:30 Minuten der Stille)

 

Und seit der zartesten Kindheit trainierte die Macht, die gerade an der Reihe war        –für gewöhnlich Papa und Mama- ihre Kreaturen unter dem Reich der Angst. Die Strafen, die Normen, die Gesetzte- wurden in einer… fordernden Art und Weise aufgezwungen.

Und sie sahen… und der Mensch sah, dass es gut war. Jedoch sah Gott, dass es schlecht war. Jedoch hörte der Mensch nichts anderem als seiner eigenen Egozentrik und seinen Resultaten zu.

Und vom Kleinkind ging er zur Kindheit über. Eine Kindheit, die gekennzeichnet ist durch das Wissen, durch die Notwendigkeit –derer, die wussten- ihr Kriterium aufzuzwingen. Und von daher sahen sie erneut, dass zu bestrafen, durchfallen zu lassen, zu bedrohen… ihre Resultate ergaben.

Gott nicht. ER sah nicht, dass das gut war.

Und sie setzten ihre Zeiten fort und kamen zur ersehnten Jugendzeit. Ach…! Die, die die Protagonisten waren, die schönsten –sagten sie-, die strotzenden… Jedoch kümmerte sich das Militär um sie, mit ihrem Dienst gegenüber dem Vaterland. Oder aber die Drogen und der Alkohol kümmerten sich darum –das hängt von der Epoche ab. Und die Menschen sahen, dass der Jugendliche mit diesen Methoden gehorchte und der, der es nicht tat, starb. Und sie sahen, dass es gut war. Jedoch die Schöpfung wies nach, dass das schlecht war.

Und die Zeiten der Ausbildung verstrichen, um erwachsen zu werden. Und ihre Leiter –der Schulen, der Pauken, der Ausbildungszentren- kümmerten sich darum ‚deformiert’ (span. ‚deformadamente’)… ihresgleichen auf der Basis der Macht, der Lüge und der Leistung auszubilden (span. ‚formar’).

Und sie sahen, dass es gut war. Weil das den Konkurrenzkampf begünstigte, und aus ihm ging die Tugend hervor –ohne Kommentar. Und diejenigen, die befahlen, sahen, dass es gut war. Jedoch war die Schöpfung in ihrer Natur besorgt und sah, dass es sehr schlecht war.

Und siehe da, dass die Installierung des Erwachsenen in Verformungen von statten ging, dessen Funktion sich nach der intensiven Vorbereitung als Kleinkind, der Kindheit darein verwandelte „alles, was ihn umgab, zu verfälschen“… und sich zum Eigentümer und Herrn der Produktion, der Spekulation, der Verwüstung, der Beherrschung, der Kontrolle, der Gefängnisse, des Terrors zu machen…

Und sie sahen, dass es gut war. Dass es ein Teil des Preises der Evolution war. Jedoch die Schöpfung in ihrer Natur fühlte, dass das sehr, sehr schlecht war.

 

Jedoch wurde die zerstörerische Kraft und Macht ganz langsam geringer und es tauchte das Alter, das Greisenalter auf. Und sie sahen, dass sie unproduktiv waren. Und sie sahen, dass sie wenig rentabel waren. Und sie sahen, dass sie in Wirklichkeit überflüssig waren. Von daher führten sie unterschiedliche Prozesse ein, um ihre Teilhabe aufzuheben. Und sie selbst überzeugten sich vom Ende ihrer Tage. Und die Mächtigen sahen, dass es katastrophal war, die Nutzlosen zu verrenten und infolgedessen war es das Beste, sie ihrer Schifffahrt aufs hohe Meer hinaus zu überlassen und sie zu vergessen.

Und sie sahen, dass es gut war. Jedoch die Schöpfung betrachtete mit Schmerz, dass es… furchtbar war.

 

Und die kurze betende Erzählung kulminierend kamen die Tage, an denen dann… die Unterkunft der Alten nur noch das Bett, die Pritsche, der Schaukelstuhl oder der Fußboden war. Einige mit den Heiligen Sakramenten, andere ohne sie, wurden zu –das kommt darauf an- schwimmenden Friedhöfen gebracht, vertikal oder tief oder zu leichten und fruchtbaren Einäscherungen. Und sie sahen…, dass es gut war für die Evolution.

Jedoch…. lächelte die Schöpfung nicht. Sie lächelte nicht wie in anderen Frühlingen. Sie fühlte sich allein und nur wenig beachtet. Ach…!

 

Von daher kam es, dass infolgedessen dieser ganze Lebensstil auf verletzenden(!) Verhaltensweisen basierte…, die schmerzhafte Gefühle hervorriefen, die tiefen Groll begünstigten, die Krieg ganz unterschiedlicher Art erzeugten. Und unter allen überzeugten sie sich davon, dass es das Beste war, sich gegenseitig zunichte zu machen oder sich auf unbestimmte Zeit abzusondern. Und sie sahen, dass es das Beste war.

Während… die Schöpfung sich vorsichtig absonderte und auf eine bessere Zeit wartete.

 

Diese kurze betende Erzählung, nicht….im apokalyptischen Ton, sondern einfach nur beschreibend, nachprüfbar und offensichtlich, können alle Wesen in mehr oder weniger großem Maße bestätigen.

 

Und der Betende Sinn fragt uns:

Und auf dieser Basis… –was in der gesamten Spezies geschieht, von Ausnahmen abgesehen- und auf dieser Basis: lebt man so korrekt? Und auf dieser Basis… kann man da denken, dass „dieser Daseinsstil” zumindest minimal verbesserungsfähig ist? Und kann man auf dieser Basis ableiten, dass es angebracht ist –diesen Stil- zu ändern!?

 

Verschleiert, verschleiert, sehr verschleiert erzeugten die Mächtigen nach und nach die Idee, dass in mehr oder wenigem Maße jeder Einzelne durch die Wirtschaft, durch die Gesundheit, durch den Raum, durch den Preis, durch das Alter, etc. begrenzt war. Mit diesem Nährboden hielten die Mächtigsten den Moment für gekommen, dass alle sich… „gefangen” fühlten.

Oh, ja! Sie kannten bereits die begrenzende Erfahrung ihres Berufs, ihres Ideals, ihrer Beziehungen… Sie hatten bereits ausreichend Erfahrungen in Streitigkeiten, in Lügen, in Täuschungen…

Sehr ähnlich dem Zusammenleben in einem Gefängnis! Oder?

Außerdem zeigten sich die Gefängnisse als sehr sicher. Ja, weil trotz ihrer Anhäufung von nur 51.000 Inhaftierten, nur ein Gärtner… –wie schön(!)-, der Gärtner des Gefängnisses, er fühlte sich unpässlich. Und ein Gefangener fühlte sich… betroffen. Die Übrigen genossen eine ausgezeichnete Gefangenschafts-Gesundheit.

Also, Halleluja! Warum nicht –für den Anfang, klar- einen… –wie soll ich sagen(?), ja, es kommt besser rüber- „einen Hausarrest” beginnen? Ja. Das Angemessenste wäre, die Strafe zu Hause abzusitzen. Die Strafe zu existieren, zu leben, zusammenzuleben mit… mit was auch immer, in der Form, die es auch sei. Es ist zum Guten für alle, dass alle Personen wegen bekannten oder nicht bekannten Delikten verurteilt werden –im Moment-, ihren Hausarrest abzusitzen.

Ach…! Und die Wesen sahen, dass es gut war. Ja, weil sich… die Kontaminierung verbesserte, der Lärmpegel verbesserte sich –er wurde weniger- das Zuhause wurde aufgeheizt …

Endlich…! Endlich konnte man diese angekündigte Prophezeiung von… dem Großen Bruder erfüllen! Oh! Der große Bruder, beherrschender und dominierender, hatte es erreicht –endlich(!)- „personalisierter” Hausarrest und infolgedessen etwas noch Wichtigeres zu entdecken: Den Gehorsam. Der Gehorsam gegenüber einer Erziehung über Jahre hinweg(!), die als Resultat diese Akzeptanz des Hausarrests auf der Basis von Gefahren und von Risiken ergab, die man eingeht, wenn man da einfach so rumläuft. Trotzdem müssen noch die Unfälle im Haushalt skizziert werden, die sich beim Hausarrest mehr ergeben. Mehr als ein Unfall, das Runterfallen der Kloschüssel, Ausrutscher wegen Öltropfen, unerwartete Stöße durch unangebrachte Bewegungen…

Die Sterberate aufgrund von Unfällen im Haus ist nicht zu verachten. Und die Autoritäten machten sich darüber Sorgen.

Daher… begrenzten sie nach und nach die häusliche Beweglichkeit, indem sie jedes Mitglied auf ‚abgeteilte‘ Kammern innerhalb dieser logischen Räume von 50 oder 60 m2 –Stil „Kapsel”- reduzierten.

So minimalisierten sich die Zwischenfälle von familiären, häuslichen Unfällen.

 

Ah! Endlich schaffte es der ‚Große Bruder‘, dass sich jedes Wesen als Antikörper vom anderen fühlte. „Ich bin Antikörper!” Und so verloren die Körper diese so… so zügellose Anziehungskraft, die sie vorher hatten –ach(!)-, so, so… uff(!), so sündhaft! Da jeder Einzelne ein Antikörper war, wies der Körper andere Körper zurück. Und man konnte sogar das Wunder erreichen, dass sich der eigene Körper –der ein Antikörper ist- gegen sich selbst wendete. Dadurch gab es keine Notwendigkeit einer neuen Erziehung mehr. Die Autolyse würde sich um alles kümmern.

 

Ja. Das Gebet beschäftigt sich auch mit der Sciencefiction. In Wirklichkeit ist beten eine Fiktion, nicht? Es ist keine Wissenschaft. Es ist Emotion, es ist Empfindung. Aber es muss auch Warnung sein. Es muss auch Aufmerksamkeit sein. Es muss auch neu, unerwartet, genau und notwendig für jeden Moment sein! Mit Zweck und Ziel, dass die Wesen sich bewusst werden, der Stimme des Schöpfer Mysteriums zuhören(!!), und dass sie einer anderen Version zuhören… –einer anderen Version- darüber, was verstreicht, was geschieht, was passiert. Eine andere Vision, die dazu führt, unsere Verhaltensweisen zu überdenken, unsere Positionen, unsere Logik und  Vernunft.

 

Ja. Wir befinden uns auf einer „Kreuzung”, auf der man sich entscheiden muss: Ob man ein Fluchtkomitee schafft oder ob man auf die Pläne der Macht wartet, damit sich die Autolyse um unsere Anwesenheit kümmert.

Ja, man kann denken:

- Aber… ein Fluchtkomitee? Und wohin würden wir fliehen?

- Oh…! Das ist das am wenigsten Wichtige.

- Am Wenigstens?

- Das am wenigsten Wichtige, klar! Auf betender Ebene sind die Möglichkeiten immens, unendlich! Wir sind nicht an einen Ort oder Platz gebunden… Nein!

 

Was ist die Pflicht…? –Na gut, das war eine antike Verfügung, klar, aber der Natur des Menschen liegt das zugrunde- was ist die Pflicht des Gefangenen? Die grundlegende Pflicht, das grundlegende Ziel des Gefangenen, welche ist das? Zu fliehen! Aus einem ganz einfachen Grund: Der Mensch ist kein Design, um eingesperrt zu sein.

So einfach. Allerdings hat man zweifellos erreicht, dass diese Fluchtkomitees fast nicht funktionieren, dass sie fast nicht existieren.Weil es einem in Wirklichkeit manchmal drinnen besser geht… als draußen. Drinnen –im Gefängnis- hat man seine Freundschaften, seine Bibliothek, seine beiden Menüs, um eins zu wählen…

- Zwei Menüs?

- Ja. Nicht so wie an Orten wie Tian und so, wo man dir ein Menü vorsetzt, du meine Güte(!), und sieh zu wie du klar kommst, ob es dir gefällt oder nicht. Wenn das Normale wäre, dass… also wenigsten zwei Menüs! Wenn man die doch sogar im Gefängnis bekommt…!

 

Das hat außerdem den Vorteil –und deswegen gehorchen die Personen auch-, dass man weder Wasser, noch Strom, noch Telefon, noch Steuern bezahlen muss. Weil für den Fall, dass du sie bezahlen müsstest, würdest du sie mit Gefängnis bezahlen und du sitzt schon im Gefängnis. Phantastisch!

Im Endeffekt hat es der ‚Große Bruder‘ geschafft –um ein bekanntes Beispiel zu geben, nicht wahr(?)- hat er es geschafft, dass alle… es genießen, da sie sich abgesondert und gefangen fühlen, mit „dem Entgegenkommen“, ihnen häusliches Gefängnis zu geben. Jene, die rebellischer sind, werden hinter Gittern sitzen müssen und die in den Haushalten hinter Türen.

 

Das Panorama präsentiert sich uns… für die Ausübung des Erbarmens, der Heiterkeit, der Güte(!), der Solidarität…, der Emotion, der Kunst, der Schönheit, der Gefühle, der sogenannten „Lieben“…

 

Die Schöpfung hat uns mit allen Ressourcen versehen, mit allen(!)... Ressourcen und mehr noch, um paradiesisch zu leben.

 

Unsere Schöpfung ist kein Produkt, dass sich in irgendeinem Moment verschlechtert, fehlschlagen, zerstören könnte, wie man es uns beigebracht hat. Nein.

Es ist die Präsenz der Schöpfung selbst, die in uns wohnt. Und deswegen sind wir da. Unsere Präsenz gehorcht nicht einem persönlichen Willen. Sie gehorcht einer noch nie dagewesenen, unergründlichen(!), mysteriösen Schöpfung.

 

Wenn unsere Präsenz ein Ausdruck des Schöpfer Mysteriums ist… wovor und vor wem muss man sich dann fürchten?

Wovor und vor wem muss man sich fürchten, wenn wir der kulminierende Schmuck einer Schöpfung sind?

Und „diese“ drückt sich nicht aus, um sich selbst zu bestrafen. Und DIESE drückt sich nicht in uns aus, um uns zur Zurückgezogenheit, zur Absonderung, zur Verzweiflung zu bringen, sondern vielmehr drückt SIE sich in uns aus, damit wir permanente Entdecker dieser Schöpfung sind, angefangen bei dem winzigsten Stern bis hin zum unüberschreitbarsten Wesen…, das unsere Augen nicht in der Lage sind zu sehen.

Dieses Schöpfer Mysterium, das in uns inkarniert reist…, es verschiebt sich… hin zu Räumen ohne Ort, zu Zeiten ohne Zeiten, in denen sich das Wesen –weil es Schöpfer Äquivalent ist- sich betrachtend und als Betrachter von so viel Schönheit fühlt.

 

Ach! Wie unterschiedlich ist es… sich als Schöpferausdruck zu fühlen!

Ach! Was für eine Erleichterung bringt es mit sich, aufzuhören ich zu sein…(!), um ES zu sein.

 

Der Güte, der Barmherzigkeit, der Zuneigung, dem Lächeln, der Vereinigung, der Anziehungskraft eine Bahn zu geben. Im anderen…. den Ausdruck dieser göttlichen Inkarnation zu fühlen.

 

(3 Minuten der Stille)

 

A-VEEE… A-VEEE…

A-VEEE… A-VEEE…

A-VEEE… A-VEEE…

 

„Die Federn singen wegen des Verstreichens des Windes…. Sie fliegen!”

 

 

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